Erna ist da!

Erna
Ja, okay, eigentlich ist es eine Elna, aber der Name „Erna“ hat sich bei mir so eingeprägt, da habe ich sie glatt umgetauft. Erna ist eine Overlock, zu deutsch auch Kettelmaschine. Im Vergleich zu meiner guten Pfaff, die jegliche elastische Stoffe als neumodischen, unnützen Kram behandelt und nicht wirklich gut oder gar sauber vernäht, frisst die gute Erna alles. Heute zum Testen wohlgehüteten Hamburger Liebe Elastikjersey und dicken Kuschelfleece. Beides ohne Murren und ohne große Einstellprobleme. Hurra, so macht das Spaß. Wenn man sich dann besser vorher nochmal eine Anleitung anguckt, statt frei drauf los zu nähen, hat man beim Wenden auch den gewünschten Aha-Effekt statt des Häh?-Effekts. Ich hab’s aber mit ein wenig hin- und her aufgetrenne noch geschafft, zwei ganz ordentliche Kinderloops zu fabrizieren. Die habe ich übrigens vor einer ganzen Weile einer Bekannten für ihre beiden Töchter versprochen und kann ihr morgen sicher eine unerwartete Freude damit machen 🙂
Loops
Ich bin selber übrigens mal wieder hin und weg von den Einhörnern. Ein Traum! Schade, dass es im näheren Freundes- und Familienkreis nur kleine Jungs gibt 😉 Muss ich eben selber Einhörner tragen. Für sowas ist man nie zu alt, oder?

Materialliste:
Einhörner: „Lenis Dream“ von Hamburger Liebe
Fleece: Stoffladen um die Ecke
Anleitung: Maße selbst ausgedacht, Methode von hier

Witzig und nicht witzig

Da mein Tag heute nicht wirklich Bloginhalt bereit hält, teile ich die heutigen Belanglosigkeiten in die einzig wahren Kategorien ein: witzig oder nicht witzig.

Witzig: mein idealistischer Tagesplan heute die Küche auszumisten und ein Brot zu backen.

Nicht witzig: für einen Kumpel die versprochene Handytasche mühevoll zusammenbasteln und am Ende feststellen, dass sie einen ganzen Zentimeter zu klein sein wird.

Witzig: eigentlich wollte ich sogar eine Anleitung zum Handytaschennähen hier veröffentlichen. Kommt vielleicht dann, wenn ich eine Passende genäht habe.

Witzig:
die im Auftrag des Bruderherz kunterbunten Socken, die ich auf den Nadeln habe. Und die Entdeckung, dass ich beim Stricken sogar lesen kann. Leider nur am PC, weil ja keine Hand zum Buch festhalten frei ist.

Nicht witzig: Die Post verkauft mir eine nicht klebende Briefmarke.

Witzig: beim riesigen „einmal hin, alles drin“ Supermarkt für 50 cent einkaufen (ein Würfel Hefe und zwei Äpfel).

Ich lasse jetzt den Tag mit ein bisschen stricken ausklingen, vielleicht schaffe ich ja noch die Ferse. Bilder gibt es davon, wenn es fertig ist. Und morgen beginnt dann die unglaublich stressige Masterarbeit mit dem Besuch des dienstäglichen Seminars 😉

Nähen fürs Stricken

Bisher habe ich meine angefangen Strickprojekte ja immer in einer Plastiktüte verstaut und transportiert, meist in der, in der die gekaufte Wolle lag. Bei spitzen Stricknadeln ist das auch nur geringfügig unpraktisch, wenn die Nadeln dann durch die Tüte stechen und alles festhängt. Abhilfe musste her, also habe ich nach dieser Anleitung für mich und zum Verschenken einen Strick/Häkel-Projektbeutel genäht (ein Geschenk musste nämlich auch her).
Einmal für mich in sehr bunt und mit Wendeseite:

Und einmal als Geschenk für jemanden, der sehr gerne lila mag 😉 (nur aus Mangel an lila Stoffen ohne fancy Wendeseite, dafür mit einfarbigem Futter):

Das praktische an diesen Beuteln ist außerdem, dass man das Strickstück herausholen, die Wolle aber drin lassen und den Beutel wieder zuziehen kann. In dem Fall kann einem das Knäuel dann nicht mehr lustig durch die Gegend rollen, wenn es sich abwickelt (das nervt mich spätestens im Zug). Und ja, wenn man Knäule in der Mitte anfängt, wickeln sie sich nicht ab. Aber ich finde den Anfang in der Mitte nie.

Nach Anleitung sollten die Stoffe noch mit Bügelvlies verstärkt werden. Da ich aber vergessen habe, neues Bügelvlies zu kaufen, habe ich es weggelassen. So haben sie vielleicht etwas weniger Form, aber können einfach in die Handtasche geknautscht werden.

Noch eine kleine Herkunftsangabe:
blau mit Sternen und bunt: Stoffmarkt
rosa-blau gestreift: geerbter Bettwäscherest
restliche Stoffe: Stoffladen um die Ecke (ein „alfatex“)
Bändchen: ebenfalls geerbt
Anleitung von hier

Ordnung schaffen.

Heute bin ich in Aufräumlaune. Und vor allem was viel wichtiger ist: Ausmistelaune. Ich habe es geschafft meine Referatshandouts aus der Oberstufe wegzuwerfen, ebenso meine gesammelten Kalender seit 2009 (nicht ohne ein paar schöne Bilder auszuschneiden) und das Bastelkrimskramsfach soweit geleert, dass ich wieder weiß was drin ist. Der Weihnachtsschmuck ist ordentlich verstaut, die vergilbten Postkarten über dem Bett durch Fotos ersetzt, Notizheft und Kalender für die Masterarbeit mit Stickern beklebt. Außerdem hab ich Pläne gemacht, wie man meinen ganzen Kram, vielleicht auch in einer anderen Wohnung, unterbringen könnte und mir von Mama Tipps zum Möbel lasieren und Entscheidungsfreude geholt (weg damit!). Und ganz nebenbei habe ich im Kleiderschrank noch eine Sweatjacke gefunden, die ich gar nicht mehr kannte. Ich mach mich dann mal wieder frisch ans Werk, das beim Aufräumen entstandene Chaos beseitigen. Euch lasse ich mal ein Handyfoto von einem meiner gefundenen Schätze da 😉

Wie ich einmal ein Handtuch säumte…

Vor einer Weile fand ich auf einem Blog eine Anleitung, wie man ein Handtuch mit einer hübschen Kante aus schönem Stoff ausstattet. „Nette Idee, aber zu aufwändig“ dachte ich mir, „meine Handtücher gefallen mir ja auch so.“
Vor ein paar Wochen fiel mir ein, dass ich ja seit Jahren ein Handtuch im Schrank liegen habe. Originalverpackt, sogar schon vor 4 Jahren mit umgezogen. Das Handtuch habe ich irgendwann mal von meiner Oma geschenkt bekommen. Oma hatte leider nicht so ein Händchen für Farben (ich habe auch einige Paare Socken aus braun-grauem Farbverlaufsgarn) und dieses Handtuch war hellbeige? Sandfarben? Eine dieser nicht-Farben halt und wer mich kennt weiß, dass das eher weniger meinem Geschmack entspricht. Aus der Schrankecke herausgekramt, verkündete die OVP „100% ägyptische Baumwolle“ und „5 Sterne deluxe Qualität“. „Vielverprechend“, dachte ich mir, „packste erstmal mit in die Wäsche, kann man ja was draus machen“. Da es sich um ein großes Badehandtuch aus wirklich dickem Frottee handelt, es im Sommer an die Ostsee geht und mein bisheriges Strandhandtuch letztes Jahr am Baggersee vergessen wurde, machte ich schnell Pläne. Möglichkeit 1) umfärben, Möglichkeit 2) eine schöne Kante dran nähen.

Im Nachhinein ist 1) die deutlich einfachere Lösung. Von den Hochschulwahlen heimgekehrt, wollte ich mal eben fix das Handtuchprojekt in die Tat umsetzen. Als erste Hürde erwies sich das Zuschneiden gleich breiter Stoffstreifen. Trotz Schneiderlineal, Schneidematte und Rollschneider für mich unmöglich. „Passt schon“ dachte ich mir und ging fröhlich ans Werk. Leider ist es unglaublich schwierig so ein riesiges Handtuch aus wirklich dickem Frottee unter der Maschine zu manövrieren und die Nahtzugabe wurde ein wenig unregelmäßig und oft um einiges mehr als die berühmte „halbe Füßchenbreite“. Da mein fester Vorsatz aber besagt, Nähte niemals aus kosmetischen Gründen aufzutrennen (bei über 5m Naht hatte ich da auch wirklich keine Lust zu), habe ich einfach mal weiter gemacht (und mitten drin natürlich neuen Unterfaden aufspulen müssen). Leider zeigte sich auch hierbei meine Unfähigkeit eine gerade Naht zu produzieren. Nun ja, eine Kante ist jetzt dran und an den Stellen wo es so geworden ist, wie es gehört, sieht es wirklich hübsch aus. An den anderen… sind special effects oder so. Man soll ja auch sehen, dass es selbstgemacht ist. Auf dem Foto sieht man unten links im Eck ganz gut was ich meine 😉
handtuch
Alles in allem hat diese „mal fix“ Aktion zweieinhalb Stunden gedauert, deshalb sind die Fotos evtl. nicht ganz so gut, denn im Dunkeln fotografieren gehört ja auch zu den höheren Künsten. Jetzt juckt es mich in den Fingern, das Ganze noch mit dem dunkelblau/grau gestreiften Handtuch zu probieren, das ich zur Konfirmation geschenkt bekam. Das liegt nämlich auch noch ganz hinten im Schrank. Übung macht ja den Meister.

Wildpark Neuhaus

Weißes Damwild
Irgendwie komm ich immer nur dann in Tierparks oder Zoos, wenn eigentlich nicht so das Wetter dafür ist. Da ich aber diese Woche noch frei habe und dann erst mal wieder eine Weile gar nicht mehr, wollte ich unbedingt noch einen schönen Ausflug machen. Und Tiere gucken geht immer.

Das Handy meldete heute morgen „Schnee!“. Ein Blick auf das Dachfenster strafte Lügen, kein Schnee sondern Regen. Auch die zweite konsultierte Wetterapp sagte hartnäckig „Schnee!“ Nun ja, so eine dünne Puderzuckerschicht hat es tatsächlich geschafft, aber richtiger Schnee ist was anderes.

Wir lagen heute morgen nicht so gut in der Zeit (= grob eine Stunde zu spät), kamen aber doch noch irgendwann am Wildpark Neuhaus an. Der Wildpark gehört zu den Niedersächsischen Landesforsten und zeigt einheimische Wildarten in großzügigen Gehegen. Seit letztem Jahr gibt es am Parkeingang ein neues Besucherzentrum, dass auch gleichzeitig als Touristinformation für den Hochsolling dient. Außerdem zeigt eine kleine Ausstellung die verschiedenen Landschaftsarten des Sollings und geht auf die Bedeutung des Waldes und der Forstwirtschaft ein.

Der Wildpark selber ist nicht sehr groß, perfekt für kurze Wintertage. Leider habe ich es versäumt, mir ein Zoomobjektiv für meine Kamera auszuleihen, deshalb gibt es nur wenig gute Fotos. Der Nikon war aber auch ein wenig kalt, die wenigen Bilder, die ich gemacht habe, haben gut Akku gefressen. Beste Idee meinerseits war aber Vaters gutes Fernglas mitzunehmen. So konnten wir Damhirsche bei Rangstreitigkeiten beobachten und Jahresringe an den Hornschnecken der Muffelwidder zählen. Und um doch ein paar Tiere aus der Nähe zu sehen, haben wir einfach die gierigen Ziegen im Streichelzoo gefüttert 😉 An einem Werktag im Winter ist man übrigens fast allein im Park, ideal um ganz in Ruhe Wild zu beobachten. Nach gut zweieinhalb Stunden hatten wir den Rundgang abgeschlossen und waren gut durchgefroren.
ziegen
Ein sehr schöner Ausflug, den ich gerne wiederholen möchte. Im Sommer dann.