Wie ich einmal ein Handtuch säumte…

Vor einer Weile fand ich auf einem Blog eine Anleitung, wie man ein Handtuch mit einer hübschen Kante aus schönem Stoff ausstattet. „Nette Idee, aber zu aufwändig“ dachte ich mir, „meine Handtücher gefallen mir ja auch so.“
Vor ein paar Wochen fiel mir ein, dass ich ja seit Jahren ein Handtuch im Schrank liegen habe. Originalverpackt, sogar schon vor 4 Jahren mit umgezogen. Das Handtuch habe ich irgendwann mal von meiner Oma geschenkt bekommen. Oma hatte leider nicht so ein Händchen für Farben (ich habe auch einige Paare Socken aus braun-grauem Farbverlaufsgarn) und dieses Handtuch war hellbeige? Sandfarben? Eine dieser nicht-Farben halt und wer mich kennt weiß, dass das eher weniger meinem Geschmack entspricht. Aus der Schrankecke herausgekramt, verkündete die OVP „100% ägyptische Baumwolle“ und „5 Sterne deluxe Qualität“. „Vielverprechend“, dachte ich mir, „packste erstmal mit in die Wäsche, kann man ja was draus machen“. Da es sich um ein großes Badehandtuch aus wirklich dickem Frottee handelt, es im Sommer an die Ostsee geht und mein bisheriges Strandhandtuch letztes Jahr am Baggersee vergessen wurde, machte ich schnell Pläne. Möglichkeit 1) umfärben, Möglichkeit 2) eine schöne Kante dran nähen.

Im Nachhinein ist 1) die deutlich einfachere Lösung. Von den Hochschulwahlen heimgekehrt, wollte ich mal eben fix das Handtuchprojekt in die Tat umsetzen. Als erste Hürde erwies sich das Zuschneiden gleich breiter Stoffstreifen. Trotz Schneiderlineal, Schneidematte und Rollschneider für mich unmöglich. „Passt schon“ dachte ich mir und ging fröhlich ans Werk. Leider ist es unglaublich schwierig so ein riesiges Handtuch aus wirklich dickem Frottee unter der Maschine zu manövrieren und die Nahtzugabe wurde ein wenig unregelmäßig und oft um einiges mehr als die berühmte „halbe Füßchenbreite“. Da mein fester Vorsatz aber besagt, Nähte niemals aus kosmetischen Gründen aufzutrennen (bei über 5m Naht hatte ich da auch wirklich keine Lust zu), habe ich einfach mal weiter gemacht (und mitten drin natürlich neuen Unterfaden aufspulen müssen). Leider zeigte sich auch hierbei meine Unfähigkeit eine gerade Naht zu produzieren. Nun ja, eine Kante ist jetzt dran und an den Stellen wo es so geworden ist, wie es gehört, sieht es wirklich hübsch aus. An den anderen… sind special effects oder so. Man soll ja auch sehen, dass es selbstgemacht ist. Auf dem Foto sieht man unten links im Eck ganz gut was ich meine 😉
handtuch
Alles in allem hat diese „mal fix“ Aktion zweieinhalb Stunden gedauert, deshalb sind die Fotos evtl. nicht ganz so gut, denn im Dunkeln fotografieren gehört ja auch zu den höheren Künsten. Jetzt juckt es mich in den Fingern, das Ganze noch mit dem dunkelblau/grau gestreiften Handtuch zu probieren, das ich zur Konfirmation geschenkt bekam. Das liegt nämlich auch noch ganz hinten im Schrank. Übung macht ja den Meister.

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Ein Gedanke zu “Wie ich einmal ein Handtuch säumte…

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