Ostervorbereitung

Am Gründonnerstag erfreute uns der April hier noch mit einem schlechten Scherz: als ich aufstand lag draußen eine dicke, fluffige, frische Schneedecke. Dicke weiße Flocken segelten am Fenster vorbei.

Den ganzen Morgen hörte es nicht auf zu schneien, auch wenn es wärmer wurde und ein Großteil des fallenden Schnees bei Bodenkontakt bereits wieder den Aggregatzustand zu „flüssig“ wechselte. Gegen Mittag beobachteten wir von unseren Bürofenstern aus den Schneesturm, nur um zwei Minuten später über strahlenden Sonnenschein den Kopf zu schütteln. Ein kurzes Gewitter mit Hagel und Schnee an Nachmittag rundete die Wetterkapriolen ab. Am Abend buk ich noch einmal Zitronenmuffins (die Sojamilch muss ja weg) und brütete über einer Häkelarbeit (das Ergebnis zeige ich noch gesondert, wenn alles fertig und Fotos gemacht sind).
Am Karfreitag fuhren wir mit geliehenem Auto in den Südharz, wo wir zum Mittagessen von der Familie des Besten erwartet wurde. Das Wetter war durchaus erträglich, aber die Schneedecke dort tatsächlich noch um einiges intakter als bei uns in der Stadt. Ich hatte mich vorher schon über Wandermöglichkeiten informiert, letztendlich landeten wir aber bei einer guten Freundin zum Kaffee und machten nur einen Spaziergang durch die leere Stadt. Ich bin immer wieder ein bisschen überrascht, wie schön es dort eigentlich ist. Viele kleine Fachwerkhäuschen, tatsächlich auch noch der eine oder andere individuelle Laden (die hoffentlich noch lange gegen die natürlich auch anwesenden Ketten ankommen werden), Stadtpark, Kurpark, ein kleiner Bach… Ich habe das feste Vorhaben im Sommer mal ein paar Tage länger zu bleiben und die Umgebung und den Harz ein wenig zu erkunden. Die richtige Motivation, die genau spießig genug ist, dass ich es witzig finde, habe ich auch schon gefunden 😉

Am Abend spielten wir noch mit dem Cousin „Kapitän Wackelpudding“ und „Elchfest“, beides eher motorisch herausfordernde Spiele und auch unter Erwachsenen ein großer Spaß.
Nach dem Samstagsfrühstück halfen wir der Tante beim Einkauf und gingen danach noch einmal zu Fuß „in die Stadt“, weil ich unbedingt noch diesen Laden besuchen wollte, in dem ein wenig die Zeit stehen geblieben ist. Hauptsächlich wird dort „Mode“ verkauft, die wahrscheinlich schon eine Weile aus der Mode ist. Beispiel? Ein blasslila Jeansoutfit aus Hose plus Jacke. Ein weiteres Standbein sind Kurzwaren und Wolle, und da kann ich natürlich nicht vorbeigehen. Ein Knäuel Regia Colormania Color green joy habe ich mir ausgesucht. Mein persönliches Highlight allerdings hatte ich am Vortag bereits im Schaufenster gesehen: kennt ihr diese Geschirrhandtücher mit aufgedrucktem Kalender? Mir sind die bisher nur als alte Putzlappen in die Hände gefallen. Zu meinem großen Erstaunen habe ich festgestellt, dass sowas noch immer produziert wird, inklusive „schöne Grüße aus…“ Aufdruck und Aufhängevorrichtung für die Küchenwand. Da wir ja schon April haben, wollte ich nun doch kein 2015 Handtuch mehr mitnehmen, aber ich merke mir das als witziges Weihnachtsgeschenk. Nach dem Mittag fuhren wir dann wieder heim, das Auto bis zum Rand mit Gesellschaftsspielen beladen. Wir sind nämlich nur deshalb mit dem Auto gefahren um einen Teil der Spielesammlung des Besten in unsere Wohnung zu bringen. Erstaunlicherweise sieht es im Keller, wo der Rest steht nicht so aus als hätten wir viel mitgenommen, dabei waren es gefühlt zehn Umzugskartons voll, die wir heute Nachmittag hier in den zweiten Stock geschleppt haben.
Danach ging es zur Familie, erst das heute echt gute Wetter auf der Terasse genießen (es wird Frühling! Ich bin mir sehr sicher!).
Danach stand, wie sich das gehört, Eier färben und Hefekranz backen auf dem Programm. Zum ersten Mal haben wir ausprobiert vor dem Färben auf dem Ei mit Kerzenwachs Muster zu zeichnen. Wenn das Ei zum Zeitpunkt des „Wachsens“ nicht zu warm ist, funktioniert das Ganze sehr gut und die zuvor gemalten Muster bleiben im Farbbad weiß. Es ist schon ein bisschen schwierig, auf dem weißen Ei die weißen Wachsstriche zu sehen, sodass die Muster etwas kritzelig werden, aber es macht einen schönen Effekt. Wir haben übrigens mit einer Christbaumkerze „gemalt“.


Die Osterlammform haben wir nach dem Abendbrot mit rüber genommen um den letzten Rest Sojamilch zu Zitronenlamm zu verarbeiten.
Und morgen ist dann endlich Ostern.

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