Haben Sie Krimskrams?


Damals™, als es Zuhause jeden Morgen Schokocornflakes für mich und mein Bruderherz gab, gab es auch noch richtig coole Merchandisegeschenke zu jeder Cornflakespackung. So kamen wir damals an die CD-ROM von „Spy Fox in das Milchkartell“, ein Point-and-Klick Detektivspiel mit einem Fuchs in der Hauptrolle. Dieses Spiel hat uns viel Freude bereitet und einige familieninterne Insider hervorgebracht. An irgendeinem Punkt der Handlung muss man gegen ein Schwein Karten spielen (eine Zwei-Spieler-Quartett-Version) um einen Gegenstand zu bekommen. Das Schwein sammelt allerdings Krimskrams und möchte auch einen Gegeneinsatz sehen. Der kluge Fuchs besorgt sich also gleich ein Glas voll Krimskrams und los geht’s! Mit „haben Sie Krimskrams?“ wird die Partie eröffnet. An diesen Satz musste ich heute denken, als ich beim Nähen schon mal den Blogeintrag formulierte. Ich habe nämlich kleine Krimskramstäschen genäht! Für all das, was immer in der Handtasche, im Rucksack, im Kulturbeutel… so herumfliegt, sich verheddert, ganz nach unten rutscht oder laut klappert. Denn ganz ehrlich, so ein bisschen Krimskrams sammeln wir doch alle, oder?

Genäht habe ich die Täschchen nach dieser Anleitung und es geht so fix und wunderbar unkompliziert von der Hand, ich möchte gleich noch ein paar machen. Ich habe bisher eine ganz einfache, gerade Klappe gemacht, aber schräg, rund, spitz geht natürlich auch. Außerdem wäre auch noch viel Platz für Deko, einfarbig mit Webband auf der Klappe zum Beispiel. Oder man fasst eine Paspel mit ein. Oder ein bisschen Patchwork. Jedenfalls lässt sich das System auf viele Formate anwenden, lediglich bei der kleinsten Größe musste ich die Wendekante von Hand schließen, da meine Nähmaschine nun mal kein Freiarmmodell ist, damit wäre das vielleicht noch so gegangen.

Anlass diese Täschchen zu nähen war übrigens mein Bedürfnis eine Neuanschaffung zu testen: Die bunten Knöpfe sind „Prym Color Snaps“, dazu gibt es eine passende Zange mit Aufsatz. Das Ganze habe ich mir von einem Geburtstagsgutschein im Handarbeitshandel bestellt und ich muss sagen: mag ich! Einzig eine Ahle wäre vielleicht eine sinnvolle Ergänzung. Wie lange und wie gut die Knöpfe halten kann ich nicht sagen, aber für Krimskramstäschchen sicherlich allemal ausreichend. Wer keine Druckknöpfe verwenden möchte, kann die Täschchen nach obiger Anleitung nähen und z.B. einfach mit einem Steifen Klettverschluss versehen oder eine „Gummischlaufe und Knopf“ Lösung einbauen. Denn Krimskramstäschen kann man nie genug haben. Und selbst wenn, man kann sie sicher auch ganz wundervoll verschenken 😉

Ich bin dann mal wieder an der Nähmaschine!

Material:
bunte Stoffe: Tante Ema, über Alfatex.
Brauner Uni: Fahnenstoff von Alfatex,
Druckknöpfe: Prym Color Snaps (von hier)
Anleitung: hier

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Emma – das Finale (und Kekse)

Es ist soweit, sechs Monate Arbeit finden ihren Abschluss in einem zugegebenermaßen recht überschaubarem Schriftwerk. darf ich vorstellen: Emma!

Für die lieben Kollegen gab es zur Feier des Tages Kuchen ohne Ende, bzw. sagen wir Gebäck. Kleinigkeiten auf die Hand wird man immer los, wenn so Dinge wie „ein Stück abschneiden“ oder sogar „einen Teller (a.k.a. Serviette) benötigt“ ins Spiel kommen, überwiegt die Trägheit.

Ich habe also in meinen Lieblingsbackblog für wenn’s mal etwas aufwändiger sein soll geblättert und ein vielversprechendes Cookierezept auserkoren: Sea Salt, Cashew and Milk Chocolate Chip Cookies. Nun bringen original amerikanische Rezepte ja nicht nur haufenweise Kalorien mit sich, sondern auch mitunter fremde oder schwer zu beschaffende Zutaten und natürlich die Notwendigkeit des Umrechnens (metrisches System, wäre das nicht mal was?).

Ich habe also die beste Onlinerechenmaschine bemüht (damit rechne ich auch Maßangaben bei englischen Nähanleitungen um) und erst einmal alle Maßangaben in etwas umgerechnet, dass ich tatsächlich verwenden kann. Nach kurzer Netzrecherche habe ich dann statt „Kuchenmehl“ normales Mehl, Type 405 mit ein bisschen Speisestärke versetzt (frei Schnauze) und fürs „Brotmehl“ ein Weizenmehl Type 550 verwendet. Keine Ahnung, ob das wirklich so hinkommt, aber die Cookies sind was geworden. Statt einer Mischung aus baking soda und baking powder hatte ich nur Backpulver zur Hand und den cup Cashews habe ich mal als ca. 200g interpretiert (war ein Tütchen). Sea Salt hatte ich auch nicht, nur normales Jodsalz. Und zu guter Letzt habe ich statt der im Rezept geforderten über 500g Chocolate Chips nur 200g verwendet. Oh, und 350°F kann man im heimischen Ofen mit 180°C ganz gut simulieren. Ob es am Rezept oder an meinen Änderungen liegt, dass ich statt „18 HUGE cookies“ vier Bleche mittelgroße Kekse gebacken habe, ist eigentlich auch egal. Ich habe viel Lob und einige ungläubige „wie, du hast die selbst gebacken?“ bekommen, das reicht fürs Ego 😉

Gleichzeitig Nachteil und Vorteil dieses Rezeptes ist übrigens, dass der Teig 24 bis 72 Stunden im Kühlschrank ruhen muss/kann/soll. Schnell mal Cookies zusammenwerfen ist da nicht, man muss das schon ein bisschen planen. Dadurch kann man aber auch eine Portion Teig auf mehrere Tage aufteilen, und sich jeden Tag ein paar ofenfrische Cookies gönnen. Überhaupt, ofenfrische Cookies, ganz flexibel und ohne kurz vorher noch Teig zusammenrühren, damit kann man sich ja auch mal als Gastgeber profilieren 😉

Zu den Cookies gab’s übrigens noch Marmorkuchenmuffins und einen veganen Johannisbeerstreuselkuchen, der wirklich, wirklich lecker war, wenn auch ein wenig schlecht zu essen, da die Füllung eher flüssig bleibt.

Und jetzt wird gefeiert. Auf Emma und das Leben!

Juligarten


Emma und ich nähren uns dem großen Finale, so langsam ist auch wieder Zeit ein wenig rechts und links des Weges zu gucken. So zum Beispiel in den Garten, der diese Woche ohne pflegende Betreuung auskommen musste, sind meine Eltern doch im Urlaub. Der Beste nahm sich daher heute der Beete an und hackte das gröbste Unkraut heraus.
Im Garten geht es momentan sehr schnell. Vor einer Woche gab es noch Kirschen ohne Ende, jetzt sind die Letzten bereits am Baum verfault (ein Großteil der Familie isst sie nicht, weil doch recht häufig Eiweißbeilage dabei ist). Die Himbeeren sind auch bald durch, Johannisbeeren gibt es nach wie vor reichlich. Die Erbsen sind schon lange fertig und die ersten Gewürzgurken müssen dringend verarbeitet werden, die ersten Tomaten haben wir heute geerntet. Der Kürbis breitet sich über sein vorgesehenes Beet aus und erobert Kartoffelacker und Erbsenrankgerüst und schlägelt sich sogar über die Dahlien. Oder besser: schlängelte, denn der vorwitzige Hokkaido wurde heute dann noch ordentlich zurückgestutzt. Wenn wir eines diesen Herbst ernten werden, dann Kürbisse.
Kürbis mit Dahlien
Natürlich ist auch nicht alles perfekt im Garten, der Salat zum Beispiel schießt in ungeahnte Höhen, während die Zucchini dieses Jahr von Schnecken soweit gebeutelt wurde, dass keine Früchte zu erwarten sind. Dafür stehen blühende Ringelblumen an allen Ecken und um die Minze surrt und brummt es. Bis die Dahlien ihre volle Pracht entfalten ist es sicher auch nicht mehr lang.
Ich bin gespannt, was sich in den kommenden Wochen noch alles entwickelt, in den Startlöchern stehen Buschbohnen, Salatgurken und diverse Kohlarten. Warten wir’s ab.

Im Freistaat Bayern

Ich war ja am Wochenende im Süden. Dort wo Ortschaften Kotzenbach und Pfaffenreuth und Wurz heißen. Allein die Hinfahrt war ein Erlebnis. Über die A7, auf die A38, ganz weit in den Osten, dann auf die A72 und schließlich auf die A93 bis Windischeschenbach (ja, heißt wirklich so. Und steht genau so auf dem Autobahnabfahrtsschild). Wir hatten unsere helle Freude an den tollen Ortsnamen auf den Autobahnschildern und diesen braun-weißen Hinweisschildern auf wichtige Sehenswürdigkeiten, vieles auch ein wenig ironisch betrachtet. Samstagsmorgens sind Autobahnen übrigens schön leer, zumindest Richtung Osten, sodass wir unsere Gastgeber mit einer neuen Rekordzeit überraschten. Ankunft, kurze Wohnungsbesichtigung, ein wenig tratschen und dann wieder ins Auto. Von klimatisierten Auto aus wurden uns alle wichtigen Plätze und Orte gezeigt. Einen kurzen Spaziergang durch Weiden, wo gerade eine Oldtimertour Station machte, beschlossen wir mit einem Eisbecher (auch für mich. War ungewohnt süß).


Überhaupt war das Wetter unerwartet warm. Der Süden halt. Abends gab es dann Ambiente und viel zu Essen beim Grillen vorm Haus, bevor wir aufs Sofa fielen.

Am nächsten Morgen weckte uns Ponyhufgetrappel. Die Herde vom Hof nebenan wurde von der Weide auf den Paddock getrieben. Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf zur Dorftour.

Zunächst besuchten wir Strauße, denn es hatte nicht nur Ponyhof sondern auch Straußenfarm.

Dann aber, endlich, Ponys. Viele, viele Ponys. In allen Farben. Und ja, es sind natürlich Islandpferde. Ich erspare euch hier die Ponyfotos, die gab es an anderer Stelle zur Genüge 😉 Nach kurzer Mittagspause besuchten wir dann noch einen Hof mit Campingplatz mitten im Wald, weil es dort einen Waldlehrpfad geben sollte. Den gab es auch, inklusive Damwildgehege. Der Hof hatte zudem noch einen Streichelpferch mit unglaublich kleinen und knuffigen Zicklein. Über das ganze Wochenende habe ich gefühlt nur Tiere fotografiert 😀



Dann hieß es leider für uns schon wieder Abschied nehmen. Wir machten uns auf den Weg zurück nach Norden und führten gleich mal eine Liste, welche Stationen wir beim nächsten Mal auf dem Weg mitnehmen müssen. Denn wiederkommen wollen wir auf jeden Fall, es gibt schließlich noch genug zu sehen, da unten in der Oberpfalz 😉

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an unsere tollen Gastgeber und an meine beste Mitreisende und Autofliegerin 😉 War echt schön mit euch.

12 von 12: Ponyhofedition

Das Leben ist kein Ponyhof. Manchmal kann man aber ruhig so tun. Auf dem Ponyhof ist es nämlich entschuldbar, die „12 von 12“ erst am 13. nachzureichen. Außerdem gehört es zu so einem Ponyhofleben dazu, dass man sich einfach mal zu der guten Freundin ins Auto setzt und über vier verschiedene Autobahnen zu Herzensmenschen tief im Freistaate Bayern fährt. Da die Herzensmenschen direkt neben einem großen Islandpferdehof wohnen, bestand ein Großteil meines Sonntags aus Ponys gucken, Ponys streicheln, mehr Ponys gucken, Ponyfotos machen, mehr Ponys streicheln… Deshalb kommt hier die Ponyhofedition der 12 von 12 mit 12mal weichen Ponynasen. Am 13.

Und für alle, die mit Ponys nicht soo viel anfangen können, kommt demnächst auch noch ein kompletter Reisebericht vom Wochenende im Süden (und auf der Autobahn). 😉




Nicht jedes Pferd guckt würdevoll. Aber auch nicht jedes Pferd hat blaue Augen.




Im Sommer sehen Ponys auch mal so aus. Rundumfliegenschutz bei empfindlicher Haut.


Zu den Mutterstuten mit Fohlen kam selbst der Zoom nicht näher. War vieleicht auch besser so, denn der Niedlichkeitspegel lag auf die Enfernung schon sehr hoch.

Mehr (und vielfältigere) 12 von 12 gibt es wie immer bei Caro von Draußen nur Kännchen.

Licht


Ist es nicht wunderbar, dass es abends immernoch so schön lange hell ist? Da kann man ganz entspannt zwischen Abendessen und Abendbeschäftigung noch kurz raus auf dem Balkon und ein paar hübsche Bilder von den blühenden Balkonkästen schießen.

Die Ringelblumen kommen langsam in Gang und leuchten in gelb und orange. Dagegen wirken die Schleifenblumen zierlich und feminin, wachsen aber auch irgendwie viel chaotischer. Heute Abend habe ich sogar kurz eine Hummel gesehen, die sich von den Blüten anlocken ließ, das Ganze erfüllt also auch einen ökologischen Zweck.

Wenn doch bloß immer Sommer wär. (Und die Emma endlich fertig.)

Auf den Nadeln im Juli

Wie angekündigt stricke ich gerade an Hermione’s Everyday Socks. Ich muss sagen: Ich mag das Muster sehr! Es strickt sich wirklich flott, man muss kaum mitzählen und es kommt wirklich gut zur Geltung. Was man mit simplen rechten und linken Maschen alles machen kann, sogar ohne großen Aufwand. Die ersten paar Reihen war ich skeptisch, aber dann begann das Muster zu wirken und ich war hin und weg. Geduld ist beim Stricken ja alles.

Außerdem neu im Repertoire: die Käppchenferse. Nachdem ich die Originalanleitung an dieser Stelle nicht wirklich verstanden habe, habe ich die idiotensichere Anleitung aus dem Sockenbuch mit dem Fersenmuster aus der Anleitung nachgearbeitet. Läuft würde ich sagen. Ich finde die Käppchenferse jetzt nicht so unendlich viel komplizierter als die Bumerangferse, aber ein bisschen länger dauert es schon.
Das rote Garn ist „Sport- und Strumpfwolle Classik 4-fach“ von Wolle Rödel und ein Rest vom Weihnachtspullover für das Patenkind. Ich mag diese Wolle sehr, die Farben sind kräftig, aber nicht schreiend und es verstrickt sich sehr angenehm. Das naturweiße Garn ist von Woll Butt, überzeugt mich von der Qualität aber leider nicht so. Es ist mir für ein Naturweiß auch ein bisschen zu weiß, wenn ihr versteht, was ich meine 😉

Ich hoffe, ich komme trotz Emma gut mit dem Stricken voran, Wolle für die nächsten Socken liegt schon bereit und Pläne für danach habe ich auch schon einige! Unter anderem bin ich über Maschenfein auf eine norwegische Strickdesignerin aufmerksam geworden (Danke!). Auch wenn Jacken oder ganze Decken mit abgefahrenen Mustern wohl weniger gut zu meinem Zeitplan und Stricktempo passen, für diese Mütze wird es hoffentlich reichen. Die Anleitung gibt es nur auf norwegisch, aber es zeigt sich, dass mein Norwegischkurs A1 doch nicht ganz nutzlos war :D. Mit den paar Brocken, die noch in meinem Kopf zu finden sind und ein bisschen Skill im klug Raten habe ich mich mich mal durchgekämpft und erstaunlich viel verstanden. Die Projektliste wächst.

Hermines Socken gehen jetzt erstmal zu Maschenfein und der „Auf den Nadeln…“-Aktion

Tierpark Sababurg

relax
Ja, am Wochenende war es sehr warm. Aber das ist ja noch lange kein Grund, zuhause im Schatten rumzuhängen. Bereits vor Monaten hatten wir einen Besuch auf der Sababurg geplant, da lässt man sich vom Wetter auch nicht mehr abbringen. Also packten wir am Sonntag zwei Kühlkisten mit Verpflegung und Getränken ins Auto, trugen eine Extraschicht Sonnenmilch auf und fuhren mit ein paar guten Freunden in den Reinhardswald.
Der Tierpark Sababurg liegt bei Hofgeismar mitten im Wald. Auf dem riesigen, historischen Gelände hat sich gerade in den letzten Jahren viel getan und der Tierpark gehört zu unseren absoluten Lieblingstierparks. Der Eintritt ist dazu mit 4,50 € für Studenten unglaublich attraktiv (für Familien übrigens ebenso erschwinglich). Am Sonntag haben wir uns an der Kasse dann noch zwei Bollerwagen ausgeliehen (1,50 € pro Wagen), um unser ganzes Picknickgepäck zu transportieren. Von der Geländegängigkeit der Wagen waren wir dann auch positiv überrascht. Los ging’s im Kinderzoo, dem Bereich mit den am Abstand kürzesten Wegen. Zu sehen gibt es ein kleines Arrangement exotischer Tiere, darunter Erdmännchen, Kattas und Wallaby-Känguruhs.
immer wachsam!
ein Lemur
Wenn man bereits vormittags im Park ist, sollte man sich unbedingt an der Information einen Hirsekolben kaufen und die große Wellensittichvoliere betreten. Nach anfänglicher Skepsis wurden wir regelrecht belagert, obwohl die Sittiche bei dem warmen Wetter recht träge in den Büschen saßen.
Wellensittich, grün.
Lieber den Sittich auf der Hand...
Überhaupt sind die Möglichkeiten zum Tierkontakt großartig. Mit dem zu erwerbenden Tierparkfutter dürfen nicht nur die Zwergziegen, sondern auch Hängebauchschweine, Damwild und Wildschweine gefüttert werden. Wann immer es erlaubt ist, die Gehege zu betreten (und das ist oft), wurde bei der Konzeption dennoch darauf geachtet, den Tieren genügend Rückzugsmöglichkeiten zu geben. Mein persönliches Highlight sind die Pinguine. Kennt ihr einen Tierpark, in dem man das Pinguingehege betreten darf? Jetzt schon.
Pinguin in der Wiese
Nach dem Kinderzoo zerrten wir unsere Bollerwagen den Hang hinauf zur Greifvogelstation. Im Sommer finden dort mehrmals täglich (außer montags) Greifvogelflugschauen statt. Am Sonntag war zudem noch Eulentag (ein Grund, warum wir unbedingt an diesem Termin auf die Sababurg mussten).
genervter Sperlingskauz
Wir sahen eine Spezialflugshow nur mit Eulen, die kreuz- und quer durchs Publikum flogen. Auch hier wieder die Möglichkeit, ganz nah an die Vögel heranzukommen. Außerdem konnte man Souvenirfotos mit Eule auf der Hand machen lassen, der Himmel auf Erden für Eulenfans.
Zeus, die nervöse Eule.
Anschließend führte unser Weg vorbei am neuen Infohäuschen zum Thema Bienen mit Bienenkasten zum Aufklappen und gucken, zum Arche Bauernhof. In diesem Teil des Parks werden alte Haustierrassen gezeigt und gezüchtet: Bronzeputen, Rotvieh und Sattelschweine, sowie verschiedene Gefügelrassen. Leider war es im Stall wirklich dunkel und der Weg um die Außengehege einer der wenigen nicht-bollerwagengängigen, sodass ich keine schönen Fotos zeigen kann.
Wir machten uns auf zu den Wölfen, und damit in den letzten Schwerpunkt des Parkes: Urwildpark. Flächenmäßig macht dieser Teil den größten Anteil aus und das ist Fluch und Segen zugleich. Die zahlreichen Weidetiere haben zum Teil riesige Flächen zur freien Bewegung, artgerechter geht es kaum. Leider bedeutet dies für den Besucher lange Wege, auf denen er vielleicht noch nicht einmal Tiere zu Gesicht bekommt. Mir und auch meinen Begleitern macht das nicht viel aus, aber nicht jeder kann sich an schöner Natur und Tierbeobachtung mit dem Fernglas erfreuen. Bei dem warmen Wetter am Sonntag haben wir von Wisent, Exmoorpony und Rotwild nicht viel gesehen, lediglich ein paar Heckrinder ließen sich im Schatten einiger Bäume erkennen.
moon-moon
Zum Abschluss schauten wir noch bei den Wildschweinen vorbei. Einige wuselige Frischlinge spielten und kämpften im Schatten und waren überaus niedlich anzusehen. Als letzte Überraschung fanden wir abseits der Rotte, aber erstaunlich dicht am Zaun eine Sau mit vier winzigen Frischlingen im Kessel. Süß.
Sauwetter
müder Frischling
Als wir schließlich pünktlich zum einsetzenden Weltuntergangsgewitter wieder im Auto saßen, waren wir müde, verschwitzt, verstaubt und äußerst zufrieden. Absolute Empfehlung!

Gänsehautmomente

Nach einem zehn-Stunden Arbeitstag in einer Kirche landen. Aufgefangen werden mit einem Moment der Stille, Bläserensemble und Chor. Mit vielen, vielen Leuten singen. Und viele stolze junge Menschen sehen.
Abiturgottesdienst für das Bruderherz. Thematisch für mich jetzt nicht soo interessant, bin ich inzwischen bei „ach, es ist auch nur Abi“ angekommen. Aber wirklich gut gestaltet und ein herrlicher Moment zum Innehalten und Runterkommen. Und herzlich mit meinem Vater lachen.
Jedes Mal, wenn ich es zu einem besonderen Anlass in die Kirche schaffe, denke ich mir wieder „Mensch, das solltest du öfter machen.“ Ich bin im Herzen doch einfach immer noch bei meiner evangelischen Jugend und den vielen, großartigen Momenten, Erlebnissen und Erfahrungen, die mir diese Zeit gegeben hat. Insofern passt es ganz gut, jetzt ein bisschen durchs Beobachten unseres „Kleinen“ die fünf Jahre zurückzureisen. Wahnsinn wie kurz und wie lang diese Zeit ist. Wahnsinn wie viel erwachsener wir alle noch geworden sind, obwohl wir doch damals schon dachten, wir wären fertig. Zu mir sagte damals mal jemand „Das Abi kommt dir in dem Moment vor wie die größte Sache überhaupt. Später merkt man dann: so krass war’s auch nicht“. Feiern sollte man aber auf jeden Fall und das tun wir morgen. Leider ist mein Abiballkleid inzwischen zu groß (ein bisschen weniger Fett und ein bisschen weniger Schultermuskulatur), es wird also kein vollständiges revival. Ich freue mich aber sehr.

Oh, und ich freue mich über meine Schleifenblumen im Balkonkasten, die langsam ihre Blüten entfalten.