Saure Gurken Zeit


Die schicksalsträchtige Idee kam mir letztes Frühjahr „Lasst uns mal Gewürkgurken anbauen.“ Ich zog Pflänzchen, setzte diese ins Freie und Tatsache, sie wuchsen. Und wuchsen. Und begannen Gurken zu tragen. Und hörten nicht mehr auf. Ich verbracht also viele Nachmittage damit, saure Gurken einzukochen, die tatsächlich sehr gut schmeckten und bei allen gut ankamen. Diese Jahr war es mein Vater, der darauf bestand „Du musst wieder Gurken machen, die Vorräte sind bald leer.“ Ich beugte mich meinem Schicksal, zog aus den vom letzten Jahr noch übrigen Saatgut ein paar stolze Gurkenpflanzen heran und setzte sie in den Garten. Trotz eines etwas unglücklichen Starts kriegten auch diese Pflanzen irgendwann den Bogen. Und jetzt wachsen sie. Zwar nicht am Gerüst rankend, wie das eigentlich geplant war, aber sie wachsen. Und sie tragen Früchte. Der ganze Spaß geht also in die nächste Runde.
Vor dem Einkochen steht das Ernten. Mit einem Korb und einem Gemüsemesser steht man dann vor dem Dickicht aus Gurkenblättern und hält nach darunter verborgenen Gurken Ausschau. Egal wie gut man guckt, man übersieht immer ein paar Cornichon-große Gürkchen, die dann beim nächsten Erntetermin zu Zucchini-großen Monstergurken herangewachsen sind. Hat man eine Gurke erspäht, heißt es beherzt zupacken und den Stielansatz mit dem Messer absäbeln. Beherzt zupacken deshalb, weil die Gurken über und über mit kleinen Borsten bestückt sind, die sehr gemein piksen. Aus diesem Grund ist der nächste Schritt in der Gurkenverarbeitung der bei weitem Anstrengendste und für mich Nervigste. Jede Gurke wird liebevoll gewaschen und gebürstet, bis alle Borsten entfernt sind. Das eigentlich Einkochen geht dann leicht von der Hand. Die sauberen Gurken werden dann gemeinsam mit Zwiebelringen und Dill in Einmachgläser gelegt, gesteckt, gestapelt. Je nach Größe schneide ich Gurkensticks oder sogar Gurkenstücke. Dann wird der Essigsud gekocht: eine Flasche Weinessig, die doppelte Menge Wasser, zehn Esslöffel Zucker und vier Esslöffel Salz kommen in einen großen Topf. Der Einfachheit halber ein Päckchen Gurkengewürz dazu, auch wenn man sich so eine Gewürzmischung auch gut selbst herstellen kann. Wichtigste Zutaten dabei sind Senf und Dillsaat, wenn Chili drin ist sollte man aufpassen, dass die nicht mit ins Glas kommt, sonst gibt’s Feuergurken. Der Sud wird einmal aufgekocht und dann über die Gurken in den Gläsern gegossen. Wie hoch man die Flüssigkeit einfüllt, hängt vom Einweckglas ab, wer sich da nicht auskennt, dem empfehle ich das Weck-Einkochbuch 😉 Anschließend werden die Gläser verschlossen und 30 min bei 80°C-90°C eingekocht. Danach müssen sie noch einen Monat ruhen, bevor die große Gurkenverkostung beginnen kann.
Je nach Wetterlage kann man übrigens alle paar Tage den ganzen Spaß erneut durchführen. Wenn man zwischen den einzelnen Ernteterminen zu lange wartet, werden die Gurken irgendwann zu groß zum Einkochen. Und das alles für Gewürzgurken, die im Supermarkt keinen Euro kosten. Tja.

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