Aus dem Urlaub: Marinedenkmal Laboe und Seesterne


Das Ostseebad Laboe liegt direkt an der Einfahrt zur Kieler Bucht. Das Fahrwasser mit den großen und kleinen Booten, Schiffen und Fähren geht dich am Badestrand vorbei, sodass immer was zu gucken ist. Wahrzeichen von Laboe ist das Marinedenkmal, heute eine „Gedenkstätte für die auf See gebliebenen aller Nationen“ und „Mahnmal für eine friedliche Seefahrt auf freien Meeren“. Die Geschichte des Denkmals geht bis in die zwanziger Jahre zurück und entsprechend andere Widmungen trug es früher. Der Eintritt zum Denkmal ist recht teuer, aber wenn man schon mal vor Ort ist… Ausschlaggebend für uns war die Möglichkeit den 60m hohen Turm des Denkmals besteigen zu können, denn das tolle Wetter versprach eine gute Aussicht. Das Gelände des Denkmals ist fast klinisch sauber, es wird also gut gepflegt. Eine Ausstellung informiert über die Geschichte der deutschen Marine in beiden Weltkriegen und die Aufgaben der Marine heute. Zahlreiche Schiffsmodelle sind in Vitrinen zu bestaunen. Auch die Geschichte des Denkmals selbst wird erläutert. Da der „Betreiber“ der Gedenkstätte der Marinebund selbst ist, steht die Notwendigkeit derselben natürlich nicht zur Debatte 😉 Leider hatte ich nicht genug Zeit mich intensiver mit der Ausstellung zu befassen, da der Rest meiner Reisegruppe weniger interessiert war. Von der Ausstellung aus geht es in den Keller, in einen unterirdischen Gedenkraum. Durch ein Buntglasfenster in der Decke scheint ein wenig Licht, ansonsten ist es sehr dunkel, sehr kalt und ein wenig feucht dort unten. Ich vermute mal, dass genau das die Intention des Architekten war. Entlang der Wände hängen Kränze, deren Schleifen die verschiedensten Widmungen tragen. Manche wurden von Staatsvertretern abgelegt, andere von Familien, die damit einem auf See Verstorbenen gedenken. Wieder andere Kränze stammen von Besatzungen einzelner Marineschiffe oder Ehemaligenverbänden der Marine. Schließlich geht es ins Erdgeschoss des Turmes, wo den Weltkriegen gedacht wird. Eindrucksvoll ist hier im Wandputz festgehalten, wie viel Material und Leben in diesen Kriegen verheizt wurde. Es lässt einen ein bisschen schaudern und sehr, sehr hoffen, dass wir so etwas nicht noch einmal erleben müssen.
Es folgt der Aufstieg in den Turm. Der Turm ist hohl (!) und das Treppenhaus etwas lieblos an eine Seite desselben geklebt. Und offen zur Turmmitte. Richtig was für Höhenängstliche 😀

Von oben hatte man wie erwartet einen wirklich gutem Ausblick auf Kiel, auf den Strand, auf das Hinterland. Coole Sache. Runter nahmen wir aber den Fahrstuhl.

Einmal über die Straße vom Marinedenkmal liegt ein altes U-Boot auf dem Trockenen und dient als technisches Museum. Soll heißen: Man hat es hübsch gemacht und man kann mal durchlaufen und gucken. Viel Erläuterungen gab es nicht zu lesen, aber war schon okay. Interessant war vor Allem zu sehen, wie eng es in so einer Blechbüchse wirklich war. Es gab einfach keinen Platz. Für nix. Die Besatzung schlief auf, über und zwischen den Torpedos. Die Toilette war nur bis zu einer Tauchtiefe von 25m benutzbar. Der Koch hatte so ziemlich genau einen Quadratmeter Küche und ein Regal zur Verfügung, bei knapp 50 Mann Besatzung. Unvorstellbar, muss ja aber irgendwie funktioniert haben.

Nach diesem Programm hatten wir erst mal genug von deutscher Vergangenheit und militärischer Seefahrt und folgten daher den Schildern zur meeresbiologischen Station Laboe. Auf dem Weg wurden wir von gefühlten Millionen Gewittertierchen belagert, dabei war es ganz normales, sonniges und sehr warmes Sommerwetter. Die Meeresbiologische Station war dann der Hit. Zwar mussten wir erneut Eintritt bezahlen, dafür bekamen wir aber eine Privatführung. Zunächst wurden wir in einer Art Klassenzimmer auf die zu erwartenden Highlights vorbereitet und lernten viel über die Ostsee. Was unterscheidet die Ost- von der Nordsee? Was für Tierarten finden wir in der Ostsee und warum? Danach ging es durch drei Räume mit Aquarien voller Ostseebewohner, zu denen es immer interessante Fakten zu erfahren gab. Wir lernten, wie Seesterne Muscheln erbeuten, wie sich Krebse gegen Möwenangriffe wehren und wo der Aal sich vermehrt. Zu unser aller Freude durften wir einen Seestern anfassen und einen Krebs in die Hand nehmen.


Von den Betreibern der Station werden auch Fahrten mit einem ehemaligen Forschungskutter angeboten. Bei diesen Fahrten geht es raus auf die Ostsee, ein kleines Netz wird ausgeworfen und der Fang anschließend gemeinsam begutachtet. Für uns war das zeitlich leider nicht mehr drin, aber ich schätze mal, es lohnt sich.

Von Laboe selbst haben wir auch Zeitgründen dann auch nichts mehr gesehen, dabei gibt es dort noch eine ganze Strandpromenade und einen Hafen zu entdecken. Uns lockte nach so viel Kultur aber erst mal „unser“ Strand in Hohenfelde.

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