Hucken und Bansen*

Es wird Herbst, morgens früh merkt man es ganz deutlich wenn der Sollingnebel über den Täler hängt und taubenetzte Spinnennetze zwischen schon trockenen Gräsern hängen. Dann kann man es fühlen und riechen: der Herbst kommt, auch wenn man ein paar Stunden später davon gar nichts mehr bemerkt.

Wir waren gestern schon so früh unterwegs, denn ein paar dutzend Buchenstämme mussten dringend auf ein ofenfertiges Maß gebracht werden. Wenn der Herbst kommt, kommt auch der Winter und im Winter wird geheizt. Das Bruderherz war gut gelaunt, arbeitswillig und begeistert bei der Sache (Achtung, Ironie). Der Beste und ich ergaben uns in unser Schicksal. Ein Tag Bewegung an der frischen Luft kann ja nicht schaden. Ausgerüstet mit Motorsäge und hydraulischem Spalter kamen wir gut voran, die Sonne vertrieb den Morgennebel, es wurde angenehm warm.

Wir aßen unsere Brotzeit im Schatten einer kleinen Buche und erfreuten uns an der Landschaft.

Am Ende das Tages schauten wir zufrieden auf zwei Polter Holz. Gerne würde ich schreiben „zwei akkurat gebanste (für den Laien: gestapelte) Polter Holz“, aber leider bin ich, was das Bansen angeht, völlig unbegabt. Von Seiten des Bruderherzes kam noch ein gehörige Portion absoluter Demotivation dazu und so können wir nur sagen „hoffentlich fällt es nicht um“. Geschafft ist geschafft und erst im nächsten Frühjahr geht der ganze Spaß von vorne los.

*plattdeutscher Dialekt meiner Heimat, in etwa: Haufen und Stapel, aber auch metaphorisch für eine Menge Zeug, eher unordentlich.

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