Herbstdinge


Ich mag Herbst. Die Luft ist klar und frisch (und auch ein bisschen kalt, ich geb’s zu). Das Herbstlaub leuchtet, überall kann man tolle Herbstschätze finden. Es gibt zwei Arten von Wetter, einmal die strahlenden klaren Sonnentage, an denen man zum Teil noch im Pullover umherlaufen kann. An diesen Tagen ist es herrlich, draußen unterwegs zu sein und die ganze Fülle an Farben und Früchten zu genießen. Und dann gibt es diese ussseligen Herbsttage, mit Regen und grauem Himmel, Vorboten der nächsten Monate. Diese Tage sind wunderbar um sich guten Gewissens mit Strickzeug oder Buch auf das Sofa zu lümmeln, einen Tee zu kochen und das Leben vorüber ziehen zu lassen.

In der Natur geht jetzt alles wieder schnell, jeden Tag sieht es ein bisschen anders aus. Das Laub wird immer bunter, immer mehr Bäume und Büsche werfen Früchte ab, es wird Stück für Stück kälter. Morgens steigt Nebel auf und legt einen weißen Schleier über die Welt. Hier in der Stadt nicht ganz so eindrucksvoll wie auf dem Land vielleicht, aber trotzdem.
Ich freue mich am Sonnenschein und an der klaren Kälte. Sammele kleine Herbstdinge, Kastanien, Eicheln, Lampionblumen, Walnüsse und diese stacheligen Maronenhüllen. Zünde Kerzen an, koche Tee und kuschel mich in mein Lammfell auf dem Sofa. Bin ein bisschen wehmütig, nicht unbedingt, dass der Sommer vorbei ist, mehr, dass dieser tolle Herbst zu schnell vorbei gehen wird. Denn dann wird es grau und langweilig draußen.

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Kürbis, amerikanisch zubereitet

Der Kürbis hat sich dieses Jahr im Garten sehr gut gemacht. Ein großes Stück Acker hat er bereitwillig und schnell überwuchert und ohne große Pflege hat er viele schöne Kürbisse angesetzt. Jetzt warten viele, viele Hokkaidos darauf geerntet und verarbeitet zu werden. Der Beste hat bereits Kürbissuppe, Kürbisbrötchen und Kürbislasagne gekocht, außerdem haben wir noch Kürbisbratlinge, vielleicht Gulasch mit Kürbis und ein Chutney geplant. Süßgebäck fällt ja in meinen Zuständigkeitsbereich und so habe ich ein original amerikanisches Rezept für Pumpkin Bars with Cream Cheese Frosting von der großartigen Seite Brown Eyed Baker getestet. Natürlich waren wir immer einige kleinere Veränderungen nötig (schon allein weil ich frischen Kürbis statt welchen aus der Dose verwenden wollte), deshalb gebe ich hier mal meine Version zum Nachbacken:

Man nehme 425g Kürbis, koche ihn mit möglichst wenig Wasser etwa 10 min und püriere bis keine Stückchen mehr vorhanden sind. Dann kommen 1 Cup* brauner Zucker und 1 Cup neutrales Pflanzenöl dazu. Vier Eier einzeln unterrühren.
In einer anderen Schale 2 Cup Mehl Type 405 (oder 1,75 Cup Mehl Type 550) mit reichlich Zimt, ein bisschen Lebkuchengewürz** und 3 TL Backpulver vermischen.
Die Mehlmischung auf die Kürbispampe geben und alles zu einem schönen Kuchenteig verrühren, der Teig ist relativ flüssig. Entweder eine Springform (26cm, besser 28 cm) oder ein Brownieblech (23cm x 33cm) mit Backpapier auslegen, den Teig einfüllen und bei 180°C solange backen, bis die Stäbchenprobe passt (je nach Backform und Teighöhe unterschiedlich, in meiner 26er Springform ca. 45-55 min). Kuchen abkühlen lassen.
Für das Frosting 200g Frischkäse und 100g Butter, idealerweise Süßrahmbutter, auf Raumtemperatur erwärmen lassen. Anschließend zu einer glatten Creme verrühren. Dann etwa 1 Cup*** Puderzucker sieben und nach und nach mit ein wenig Zimt unterrühren. Das fertige Frosting auf dem ausgekühlten Kuchen verteilen, anschließend zum Aushärten kalt stellen.

Kuchen

*Ein amerikanischer Cup sind etwa 240ml. Mein Messbecher besitzt auch eine Cup-Einteilung, wer gerne in Gramm umrechnen möchte, kann sich an diversen Onlinerechnern bedienen.
**Da ich Zimt und Lebkuchengewürz nach Schnauze dosiert habe, gibt es dazu keine genauere Angabe, der Geschmack harmoniert aber sehr schön.
***Für das Frosting habe ich etwa zwei Drittel weniger Zucker als im Originalrezept verwendet, was meiner Meinung nach schon hart an der Grenze zu übersüßt ist, auf dem Kuchen kommt es aber ganz gut.

Der fertige Kuchen ist fluffig und saftig, stellenweise auch ein bisschen klitschig, was ich auf die kleine Backform zurückführe. Der Teig erschien mir für mein normales Blech allerdings ein bisschen zu wenig, optimal wäre sicherlich ein amerikanisches Brownieblech. Den Geschmackstest hat er auf jeden Fall bestanden. Als nächstes dann vielleicht ein original Pumpkin Pie? Wir werden sehen 😉

Die Berge rufen! Teil 3

Der erste Teil des Reiseberichts findet sich hier, der zweite Teil hier.

Der nächste Tag begann erneut mit strahlendem Wetter. Im Nachhinein wäre auch eine Hüttenübernachtung am Vortag möglich gewesen, worüber ich mich unsinnigerweise noch immer ein bisschen ärgere 😉
Stattdessen besuchten wir die Breitachklamm, eine spektakuläre Schlucht mit rauschendem Wasser. Zwischen den dunklen Felswänden war das Fotografieren recht schwierig, aber dafür die Klamm umso eindrucksvoller.

Im Anschluss wanderten wir noch einen Rundweg um den nahen Engenkopf. Innerhalb von fünf Minuten schlug das Wetter dabei komplett um, von sonnig und warm zu neblig, kalt und windig.


Durch den allerschönsten Sturmwind kämpften wir uns bis zur Osterbergalpe hinauf. Hier waren die Kühe noch auf der Alm und wir konnten uns im kleinen Gastraum der Alpe aufwärmen. Ich trank eine Rohmilch (sehr, sehr lecker), der Beste aß heiße Hauswürstchen und das Schlimmste an Nebel und Wolken zog vorüber. Der restliche Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt war unspektakulär und es fing erst an zu regnen, als wir das Buswartehäuschen erreichten. Daheim wurde heiß geduscht und noch einmal in nahe gelegenen Restaurant gespeist, diesmal mit einer zünftigen Schweinshaxe. Die dazugehörige Livemusik fand zum Glück in einem anderen Teil des Gastraumes statt 😀

An unserem letzten Tag räumten wir unsere Ferienwohung, stellten unsere Rucksäcke bei unserem Vermieter unter und besuchten die Oberstdorfer Skisprungschanze, offiziell die „Erdinger Arena“. Wir entschieden uns für eine Führung durch die Anlage und bekamen dabei allerhand Interessantes erzählt.

Unser Guide lebte den Wintersport und wusste viele Anekdoten und Insidergeschichten aus dem Skispringen zu berichten. So eine Schanze ist übrigens höher als es aussieht und vor allem der Schanzenhügel ist steiler als man denkt. Ich stelle es mir dagegen dann sehr niedlich vor wenn die 6-jährigen von der 20m Schanze springen, so ein Steppke mit Riesenhelm und Riesenskiern…


Im Anschluss spazierten wir durch Oberstdorf, besorgten die obligatorische Schneekugel für das Bruderherz und Bergkäse für uns, aßen sehr gutes Fastfood und verbummelten ein wenig die Zeit bis zur Heimfahrt. Die verlief für die deutsche Bahn erstaunlich unspektakulär und reibungslos, sodass wir pünktlich um 23:03 wieder in Göttingen standen.

Als Fazit: Es steht fest, dass wir nochmal in die Berge müssen. Ich möchte noch aufs Rubihorn steigen, auf einer Hütte schlafen, einen Schnupperkurs im alpinen Klettern machen oder mal durch so einen Gebirgsbach raften. Und die Alpenüberquerung, Oberstdorf-Meran, die kann ich mir immer noch sehr gut vorstellen.

Die Berge rufen! Teil 2

Der erste Teil des Reiseberichts findet sich hier.

Der nächste Tag hätte uns planmäßig tief in die Berge auf eine Hütte führen sollen. Da das Wetter für den nachfolgenden Tag aber nicht gut genug vorhergesagt wurde, um auch wieder von der Hütte zurückzukommen, entschieden wir uns für eine kleine Tagestour. Außerdem verweigerte der Beste einen weiteren Anstieg aus dem Tal. So fuhren wir mit der Seilbahn bis kurz unterhalb des Fellhorngipfels. Das Wetter war wunderbar, Föhnwind mit weiter Bergsicht. Wir waren beide beeindruckt von den vielen Gipfeln der Zentralalpen.

Nach einem kurzen Gipfelanstieg standen wir dann auf 2038m am Fellhorngipfel. Von dort führte uns der Weg über den Fellhorngrat bis zum Söllereck. Dank des guten Wetters und der Seilbahnanbindung waren wirklich viele Leute dort unterwegs, ein Kontrastprogramm zum Vortrag.

Schwindelfrei und trittsicher musste man wirklich schon sein, dafür boten sich aber auch richtig coole Ausblicke auf Berge und Täler.

Beim Abstieg kamen wir an einer noch bewirtschafteten Alpe vorbei, die Kühe waren allerdings auch hier bereits im Tal. Den letzten Rest fuhren wir dann faul wieder mit einer Seilbahn.

Auf Wunsch des Besten gab es dann noch eine Runde Sommerrodelbahn für jeden. Das machte wirklich Spaß, war aber auch beängstigend schnell. Zurück in Oberstdorf gingen wir für ein schnelles Abendessen einkaufen, Spaghetti mit Tomatensoße, das 5 Portionen Paket. Es blieb nichts übrig.

Fortsetzung folgt…

Die Berge rufen! Teil 1

Blick vom Balkon
Wir sind zurück aus unserem 4-Tages Kurzurlaub in den Alpen. Ich habe mich durchsetzen und den Besten überzeugen können, das alpine Wandern doch mal zu testen. Anfang der Woche ging es mit dem Zug nach Oberstdorf, Direktverbindung ab Göttingen. Zugreisen sind ja immer ein bisschen Nervenkitzel, man muss schon flexibel sein. Unser IC hatte dann bereits 20 min Verspätung („technischer Defekt“) als wir endlich einstiegen, die wir dann zwischenzeitlich auf 60 min ausbauten („Notarzteinsatz am Zug“, „Zugüberholung“, „Notarzteinsatz am Gleis“) . Entdeckung der Langsamkeit als Urlaubsentspannungsübung. In Oberstdorf wurden wir von unseren Vermieter am Bahnsteig abgeholt und bekamen ein paar Einsteigerinfos. Unsere Wohnung war klein und gemütlich, mit allem was wir so brauchen ausgestattet. Vom kleinen Balkon aus hatte man schon einen sehr schönen Bergblick, an dem ich mich in der gesamten Zeit nicht satt sehen konnte. Wir gingen noch einkaufen fürs Frühstück und später dann lecker Essen. Allgäuer Kasspatzen, ein Traum.

Am nächsten Tag war das Wetter ein wenig grau und neblig. Ich hatte eine „kleine“ Tagestour mit Gipfelbesteigung herausgesucht, zu der wir dann gut gelaunt aufbrachen. Zunächst ging es noch auf bequemen Wanderwegen durchs Tal, dann auf einer Waldstraße in schönen Kehren bergauf bis zum „Gerstruben“, einem alten Bergbauernhof.
Gerstruben
Von dort an wurden die Wegverhätnisse abenteuerlich, steil bergauf über Viehweiden, in Serpentinen durch wurzelige Bergwälder, über Steine, Schlamm und noch mehr Wurzeln. Je höher wir kamen, umso schöner wurde die Aussicht.
Panorama
Der Beste trug fast den gesamten Aufstieg unseren Rucksack und kämpfte sehr mit der dünnen Höhenluft, während ich nur mit der Kamera „bepackt“ vorauslief. Wir erreichten eine Art Bergsattel, an dem es auf der anderen Seite wieder steil bergab ging und staunten. Die letzten Meter bis zum Gipfel des Hahnenkopfes gingen dann recht gut. Leider zogen nun Wolken auf und verdeckten das Panorama, aber nichtsdestotrotz war es ein tolles Gefühl wirklich da ganz oben zu sein (1735m).
Auf dem Gipfel
Zur Belohnung gab es für jeden ein Landjägerwürstchen und eine Verschnaufpause. Der Abstieg war zunächst recht schön, wir sahen Gemsen auf einem nahen Grat, kamen durch interessante Höhenlandschaften und über die zwei Lugenalpen, die leider schon geschlossen waren.
Abstieg
Bier gab es an der unteren Alpe trotzdem, auf Vertrauensbasis im Brunnen deponiert. Eine schöne Idee. Danach ging es eine Viehtrift hinab durch dichten Bergwald bergab. Der Weg war steil, rutschig und ein bisschen langweilig, ich rutschte ein paar mal weg und landete auf dem Hintern. Endlich im Oytal angekommen gönnten wir uns jeder eine große Saftschorle in der Oytalhaus Gaststätte, von der aus wir dann den restlichen Weg zurück nach Oberstdorf in Angriff nahmen. Da das Vieh am Wochenende schon von den Alpen hinabgetrieben worden war, stand es nun im Tal auf der Nachweide. So viele Kühe! Und ganz ohne Zaun, stehen sie manchmal auch einfach auf dem Weg. Insgesamt waren wir diesen Tag etwa acht Stunden unterwegs und abends entsprechend fertig. Im Restaurant unweit unserer FeWo aßen wir dann wirklich sehr gut zu Abend, Kässpatzen und Hirschragout vom Feinsten.
Untere Lugenalpe
Fortsetzung folgt… 😉

Foto, Foto!

Ich dachte ich zeige mal, was ich die ganze Zeit so durch die Gegend schleppe, wenn ich tolle Fotos machen will.
Zunächst mal zur Kamera, von der es kein Foto gibt, weil ich ja Fotos machen musste. Eine Nikon D3100, das Einsteigermodell unter den DSLRs, längst vom Markt durch seinen Nachfolger, die D3200, verdrängt. Ich muss dazu sagen, ich gehe nicht sehr zimperlich mit meiner Kamera um. Sie hat schon ein paar Kratzer und eine Ecke des Gehäuses ist gesprungen, seid die Handtasche mitsamt Kamera mal etwas unsanft gelandet ist. Ich benutze keine dick wattierte Kameratasche, sondern stecke das gute Stück einfach ein. Bis vor Kurzem hatte ich noch einen gefütterten, selbstgenähten Beutel, aber den habe ich neulich verloren. Das mal vorweg als Erklärung, warum ich mich mit meinem Equipment eher am unteren Preisbereich bewege. Insgesamt bin ich mit der D3100 auch voll zufrieden, sie ist für eine DSLR klein und leicht und macht gute Bilder. Lediglich der automatische Weißabgleich liegt nicht immer korrekt, aber wenn man das weiß, kann man damit leben.

Zur Kamera gehört das typische Kit-Objektiv mit Brennweite 18-55mm (AF-S DX Nikkor 18-55mm 1:3.5-5.6 G VR). Mit diesem Objektiv lassen sich schöne Bilder machen! Aufgrund der etwas kleinen Blende ist es eher ein draußen-bei-schönem-Wetter Objektiv, hat aber bei manueller Fokussierung eine erstaunlich kurze Naheinstellgrenze. Ich habe fast ein Jahr nur mit diesem Objektiv fotografiert, bevor ich mir ein weiteres zugelegt habe. Besonders auf Reisen ist der Weitwinkelbereich super für Gebäude oder Landschaftsaufnahmen. Leider verzieht das Objektiv in diesem Bereich ein wenig, aber was will man auch erwarten.

Nun sind 55mm maximale Brennweite nicht wirklich viel und so zog dieses Jahr ein „richtiger“ Zoom ein. Das Sigma DC 18-250 mm 1:3.5-6.3 Macro OS HSM ist ein klassischer Reisezoom. An meiner kleinen Kamera sieht es unglaublich groß aus und sorgt mehr oder minder für eine Verdoppelung des Gewichts. Dieses Objektiv ist eine Eierlegendewollmilchsau und als solches natürlich eher mittelmäßig in allen Disziplinen. Ich war mir dessen völlig bewusst, denn die Probleme mit kleiner Blende oder stürzenden Linien kannte ich ja auch schon von meinem 18-55mm. Dieses Objektiv ist für Reisen und Ausflüge gedacht und hat sich vor allem im Tierpark bzw. Zoo dieses Jahr schon sehr gut geschlagen. Die Naheinstellgrenze liegt mit 35 cm auch wunderbar kurz und ermöglicht in Kombination mit der großen Brennweite schöne Tiefenunschärfen und Makroaufnahmen. Es ist ein guter Kompromiss zwischen Flexibilität, Bildqualität und Preis.

Dritter und mein Liebling im Bunde ist meine Festbrennweite, das AF-S Nikkor 50mm 1:1.8 G. Mit Festbrennweiten bekommt man für erfrischend wenig Geld wunderbare Lichtstärken. Mit der minimalen Blende 1.8 fotografiere ist selten, denn meist ist der Schärfebereich dann unglaublich schmal. Dieses Objektiv macht sich gut für Portraits, denn die Freistellung ergibt sich quasi von selbst. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen, zum Beispiel bei Parties im Haus, kann man noch passable Bilder machen. Nicht zu verachten ist auch die geringe Größe, mit der Festbrennweite drauf passt die Kamera in jede Handtasche. Mein Lieblingsfeature ist die M/A Einstellung des Fokus, bei der in die automatische Fokussierung eingegriffen werden kann, um den Fokuspunkt auf das gewünschte Detail zu legen. Die meisten Leute sind sehr verwirrt, wenn sie mit der Kamera ein Bild machen wollen und ich ihnen erkläre, dass sie nicht zoomen können. Man muss ein wenig anders fotografieren, das Motiv mehr suchen und den eigenen Standpunkt öfter verändern. Auch aus diesem Grund fotografiere ich gerne mit der Festbrennweite, man muss ein wenig aufmerksamer gucken und nachdenken, was will ich abbilden und wie? Und aus welchem Winkel kriege ich das aufs Bild? Einziger Wehrmutstropfen ist bei diesem Objektiv die hohe Naheinstellgrenze, die keine Makroaufnahmen ermöglicht, aber dafür hab ich ja jetzt den Reisezoom 😉

Im Fazit kann ich nur sagen, dass ich mit allen drei Objektiven richtig gute Bilder gemacht habe – und eine Menge Aufnahmen, die zum Teil langweilig, zum Teil schlecht sind. Es liegt wie immer mehr am Menschen als am Equipment. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister und von denen ist auch noch keiner vom Himmel gefallen. Oder so 😛

Landleben


Diesmal gibt es keine 12 von 12 hier, es hat einfach nicht gepasst. Stattdessen ein kleiner Bericht vom Wochenende. Wer trotzdem schöne Bilder vom Samstag gucken will, kann ja bei Frau Kännchen die anderen Blogger besuchen 😉

Donnerstag schnürten der Beste und ich unser Bündel und fuhren aufs Land. Putzeinsatz auf dem Landsitz, denn das Kusinchen hatte sich mitsamt Onkel und Freund für das Wochenende angemeldet. Auf Geheiß meines Vaters nahm ich die Jagdausrüstung mit. Nachmittags säuberten wir dann nicht nur das Haus, sondern auch einen Hochsitz. Waschbären hatten diesen über Jahre zur Toilette auserkoren, eine ziemlich eklige Angelegenheit. Nach einem Nachmittagsspaziergang im Regen ging ich dann mit dem Besten auf Ansitz. Der ehemalige Waschbärhochsitz erwies sich als ausgezeichneter Platz, wir bekamen Schweine, Rehe und einen Fuchs zu Gesicht. Zum Schuss kam ich allerdings nicht, denn die Schweine waren zu schlau und hielten sich versteckt. Ein tolles Erlebnis war es trotzdem.

Freitag schliefen wir aus, frühstückten spät und schwangen dann wieder Putzlappen und Staubsauger. Entgegen der Annahme meines Vater wird ein Haus ganz schön dreckig wenn es leer steht. Gegen Nachmittag traf mein Onkel ein und begab sich nach kurzem Plausch auf Radtour. Der Beste und ich besuchten derweil das Grab meiner Großeltern und spazierten vom Friedhof zum Cafe Landleben (absolute Empfehlung!). Dort gab es super leckere frische Waffeln mit heißen Kirschen und Bioschorle für jeden.

Anschließend wählte ich mir in der kleinen Kunsthandwerkabteilung noch eine handgesponnene Schafwolle aus, aus der ein Weihnachtsgeschenk für meinen Vater werden soll. Den dicken Strang muss ich jetzt nur noch auf ein handliches Knäuel wickeln und in ein paar Maschenproben die richtige Nadelstärke herausfinden. Nach einem kurzen Gang durch den Kräutergarten machten wir uns auf dem Heimweg.

Als wir zum Haus zurückkehrten waren Kusinchen und ihr Freund bereits eingetroffen. Wir aßen zusammen zu Abend und brachten uns gegenseitig auf den neusten Stand.

Gestern hieß es dann für mich früh aufstehen, ich war zu einer kleinen Gesellschaftsjagd eingeladen. Durch dicken Nebel fuhr ich quer durch den Solling. Kaum hatte ich dann meinen angewiesenen Hochsitz erreicht und mich eingerichtet, kam Rehwild im weiten Bogen herangezogen. Ein Bock, gefolgt von einem Schmalreh. Der Bock lief über eine Schneise, das Schmalreh blieb auf dieser stehen. Ich nutze kurzerhand meine Chance und erlegte das Reh. Der Bock blieb erst verwirrt im angrenzenden Waldstück stehen und kam dann zurück um nach dem Rechten zu sehen. Meine Chance, auch ihn zu erlegen, vergeigte ich gründlich, denn ich schoss meilenweit vorbei. Ein bisschen ärgerlich, aber nicht weiter tragisch. Man sollte nicht zu viel wollen. Nach offiziellem Ende kontrollierte ich mit einem erfahrenen Jäger noch einmal die Stelle, an der ich auf den Bock geschossen hatte. Zu meiner Beruhigung fanden wir keine Anzeichen dafür, dass ich den Bock doch irgendwie erwischt und krank geschossen haben könnte. Anschließend versorgte ich das Schmalreh. Ein wenig stolz bin ich darauf, dass Tier fast ganz alleine aufgebrochen zu haben. Nach diesem ereignis- und aufregungsreichen Vormittag machte ich einen Umweg über Göttingen, wo ich mein Bruderherz aufsammelte. Gemeinsam kehrten wir zum Landsitz zurück, wo ich mein Mittagessen nachholte. Kusinchen hatte Spätzle mit Zwetschenkompott gekocht, eine ganz neue kulinarische Erfahrung für mich. Nachmittags gingen wir dann nochmal ins Cafe und aßen guten hausgemachten Kuchen. Anschließend spazierten wir zur Weserfähre. Der Wasserstand des Flusses ist wirklich niedrig, sodass am Ufer richtige Sandstreifen frei liegen. Echter Weserstrand sozusagen.


Den Abend verbrachten wir mit Spielen, Kusinchen forderte zwei Runden Deutschlandreise, ein Spiel, dass meinen Besten intellektuell nicht begeistern konnte.

Heute morgen hieß es dann nach dem ausgedehnten gemeinsamen Frühstück auch schon wieder Abschied nehmen und wir machten uns auf nach Hause, um zum Mittagessen pünktlich bei der Familie zu sein. Morgen geht es für uns wieder auf Tour und ich bin schon sehr vorfreudig, auf das was da kommt 😉