Weniger ist mehr.

Da schafft man es seit Jahren endlich mal zum Augenarzt (inklusive „ich hätte da in drei Monaten einen Termin für Sie“) und dann kommt nicht wie befürchtet eine stärkere Brille bei raus sondern: „Sie sind links ne dreitviertel Dioptrie überkorrigiert.“ Oh. Laut Aussage des Arztes bräuchte ich im normalen Alltag die Brille noch nicht mal. „Probieren Sie’s mal aus. Eine Brille therapiert ja nicht, die korrigiert nur. Macht also nichts, wenn Sie die mal weglassen.“ Einzig fürs Autofahren und ähnliches, zumal der Sehhilfevermerk ja in meinem Führerschein steht, habe ich jetzt eine neue Verordnung bekommen. Darauf stehen die geringsten Dioptrienwerte meiner ganzen Karriere als Brillenträger: R -0.25, L -0.50 (wer da mit „richtigen“ Sehstärken gesegnet ist wird jetzt milde lächeln. Das ist wirklich quasi nix). Dann werde ich mich jetzt also nach einer neuen Brille umschauen müssen. Mein Geschmack ist da ja eher jenseits der aktuellen Mode, sowohl was Form als auch Farbe angeht. Ich mag kräftig bunte Brillen, aber die klassische Nerdfassung, die es ja durchaus in bunt gibt, steht mir nicht so. Vor drei Jahren, als meine nach wie vor Lieblingsbrille eines Morgens beim Putzen in der Mitte durchbrach und ich dringend Ersatz benötigte, konnte mir nur ein Optiker wirklich helfen. Die nette Verkäuferin hörte sich meine Wünsche an und ging hinunter ins Lager um mit einem Stapel Brillenfassungen aus Vorjahreskollektionen zurückzukommen. Ich bekam sogar noch Rabatt, weil mein Favoritenmodell schon längst vom Markt war und Ersatzteile damit wohl nicht zu bekommen. Jetzt steht mir der ganze Spaß also wieder bevor. Vielleicht wird es ja diesmal noch was ganz anderes, ich könnte ja auch mal seriös. Mal schauen.

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Aubergine

Mein bestes Bruderherz hat vor einiger Zeit die Kategorie „Obst und Gemüse, das super witzig aussieht, aber einfach nicht zum Verzehr geeignet ist“ geschaffen. Für ihn fallen unter anderem Rüben, Kürbisse und Auberginen in diese Kategorie. Ich finde Rüben und Kürbisse jetzt nicht so übertrieben witzig, aber wenn das Kind meint. Bei den Auberginen muss ich ihm einfach Recht geben, zumindest was das Aussehen angeht. Diese Farbe. Diese Form. Diese glänzende Schale. Dieser grüne Stengel-Hut. Und jetzt stellt euch mal folgendes vor: der Stengel als Schnabel/Mund/jedenfalls vorne, dann rechts und links ein Wackelauge und das dicke Ende der Aubergine als hinten. Der Auberginen-Fisch! Oder Vogel, je nachdem. Ich erfreue mich jedes Mal an dieser Vorstellung (und habe leider kein passendes Bild im Internet gefunden. Und es versäumt selbst eins zu machen).
Nun hat mein Bruderherz allerdings eins verkannt. Auberginen schmecken ganz großartig. Am Besten in Bierteig gewendet und ganz viel Öl ausgebacken (Ich höre schon den Besten: „Aber dann schmeckt man ja von der Aubergine gar nicht mehr…*“). Oder so wie ich sie mir heute zum Mittagessen zubereitet habe:
Eine Aubergine und eine Knoblauchzehe würfeln. Die Aubergine in ein bisschen Öl anbraten. Dann den Knoblauch dazu, mit Salz und Pfeffer würzen und 15-20 min köcheln lassen. Dabei immer mal ein klein wenig Wasser (oder wer drauf steht vielleicht Wein) angießen. Und fertig. Ist jetzt kein Gourmetessen, aber fix zubereitet und von der Menge her für eine Person in Ordnung. Man kann die Aubergine jetzt zusammen mit Fetacreme in Pitataschen oder Fladenbrot füllen, dann geht das sogar auf die Hand. Ich habe heute eine Portion Couscous dazu gekocht. Der Couscous bekommt bei mir immer ein bisschen Raz al Hanout, eine marrokanische (?) Gewürzmischung. Damit schmeckt er echt richtig, richtig lecker. Ein bisschen Feta dazuschneiden, vielleicht ein bisschen Joghurt als Dip, falls was zu salzig oder zu scharf geworden sein sollte (ich lern‘ das noch) und fertig. Wenn man jetzt das ganze Öl und die lange Garzeit ignoriert, kann man sich einbilden was richtig gesundes, vitaminreiches zum Essen zu haben 😉

* Ich gebe zu, Aubergine ist jetzt nicht soo intensiv im Eigengeschmack. Das oben beschriebene Gericht ist auch eher was für Menschen, die Risi-Bisi oder Rührei mit Toast auch als vollwertige Mahlzeit anerkennen. Ich hab ja hier auch wen, der das maximal als Beilage oder Snack einordnet. Der steht dann aber auch bestimmt doppelt so lange in der Küche ;P

Herbstgold


Dieses Jahr ist ein Apfeljahr. Die Bäume hängen voll, unter den Bäumen kann man keine Schritt machen, ohne auf einen Apfel zu treten. Egal wie viel man verarbeitet, es bleibt immer noch was übrig.

Und so sammeln wir und pflücken. Sitzen im nassen Gras, atmen frische Herbstluft und den Geruch von Erde und Äpfeln. Tragen Körbe voll kleiner, hutzeliger Äpfelchen. Füllen Säcke mit grünen und roten und gelben Äpfeln. Fangen gleichzeitig auch die letzten Sonnenstrahlen ein, die letzten milden und die ersten kalten Tage. Sammeln das was der Sommer hat reifen lassen und konservieren es für die nächsten Monate.

Die vielen, vielen Äpfel werden zum Mosten gefahren und aus fünf Säcken Äpfeln werden fast zweihundert Liter Saft. Einen Teil wird mein Vater zu „Verhunztem“ vergären, Apfelwein aus eigener Herstellung, den ersten gibt es dann zu Weihnachten zu kosten. Der Rest wird pasteurisiert und in zehn Liter Plastikblasen gefüllt. Bis zum nächsten Herbst reicht dann hoffentlich der goldene Saft, der so viel Mühe gemacht hat und für mich immer mit diesen Herbsttagen im Garten verbunden ist.

Auf den Nadeln im Oktober

Der Monat ist ja fast schon wieder rum, aber ich wollte mit diesem Eintrag zumindest solange warten, bis ich mal was Neues zeigen kann. Denn: meine Sockenprojekte sind endlich fertig geworden!
Die Zopfmustersocken gefallen mir sehr gut, auch wenn Socken Nummer 2 aus unbekannten Gründen irgendwie schmaler geworden ist (fester gestrickt nehme ich an…). Schönere Fotos sind bei der aktuellen Wetterlage leider nicht drin, bitte verzeiht mir.

Auch die Socken aus Regia Colormania sind fertig. Ich war zwischenzeitlich ziemlich überrascht von meinem Stricktempo, geradeaus rechts geht wirklich flott.

Beide Sockenpaare sind jetzt in die „für Weihnachten“ Kiste gewandert und werden dann hoffentlich jemanden erfreuen.
Da ich ja sonst nix zu tun habe, habe ich gleich das nächste Projekt angeschlagen: eine Mütze für mich, nach norwegischem Rezept. Ich mag die Farben und deren Zusammenspiel sehr. Der Rest ist mal wieder ein Lehrstück. Man sollte sich zumindest mal angucken, welche Maschenprobe in einer Anleitung steht, denn selbst wenn es die gleiche Nadelstärke ist, gibt es da große Unterschiede. Ich hoffe jetzt einfach sehr, dass die fertige Mütze weit genug nachgibt, um auf meinen Kopf zu passen. Der Beste bezweifelt das zwar sehr, aber ich bin zuversichtlich. Zur Not wird es ein Baby-Geschenk.

Außerdem habe ich mal wieder festgestellt, dass wenn schon zweifarbig, dann doch bitte was geometrisches, regelmäßiges. Das sieht dann natürlich nicht so cool aus, aber man kann sich selbst viel weniger verwirren und besser beim Fernsehen nebenher stricken. Ich hoffe ich kann das jetzt endlich mal als Konsequenz daraus mitnehmen und mich nicht mehr verleiten lassen. Gibt da ja schon abgefahrene mehrfarbige Muster.

Auf meiner Strickliste steht dann noch ein Weihnachtsgeschenk für meinen Papa aus reiner Schafwolle, handgesponnen und pflanzengefärbt. Die Wolle habe ich bei unserem letzten Besuch auf dem Landsitz im Cafe Landleben erstanden, der Preis ist mit 10€ für 100g für diese Qualität wirklich günstig. Jetzt muss ich nur noch die Muße finden, den Strang auf ein Knäuel zu wickeln und mal eine Maschenprobe zu stricken, Empfehlungen zur Nadelstärke gab’s leider nicht dazu 😉

Zu guter Letzt ist mir auch noch ein ganz spezieller Weihnachtswunsch unseres Patenkindes zu Ohren gekommen. Da die Mama hier aber gelegentlich mitliest, werde ich keine Details verraten, es soll ja eine Überraschung bleiben. Noch habe ich auch nicht entschieden, was genau es wird.

Das ganze Gestrick schicke ich dann mal zu Maschenfein und der „auf den Nadeln“ Sammlung für diesen Monat. Mal schauen ob ich in zwei Wochen schon wieder Neues zum Zeigen habe 😉

Mein neuer, alter Kleiderschrank

Früher, als ich noch zur Schule ging, bei meinen Eltern wohnte und das Leben irgendwie einfacher war, da hatte ich einen Kleiderschrank. Ein tiefer Pax, in Birke. Meine gesamte Garderobe war in diesem Schrank untergebracht, zumindest passte alles hinein, praktischerweise lag wie bei jedem Teenager das meiste im Zimmer verteilt. Dann zog ich aus und bei Oma ein und lebte mit der Dekadenz eines begehbaren Kleiderschranks. Das „begehbar“ hielt sich dank großzügiger Lagerung von Kleidung auf dem Boden auch in Grenzen, aber wozu hat man sonst einen begehbaren Kleiderschrank? Nun ja, inzwischen wohne ich mit dem Besten zusammen und auch wenn wir eine schöne, große Wohnung haben hieß es doch zurück zum klassischen Schrank. Mein alter Pax zog wieder mit ein (ein Dank an meine Mama, die damals schon im Gedanken am mögliche Umzüge zwei schmale statt eines breiten Korpus angeschafft hat). Zusätzlich zum Schrank kam eine Kommode dazu, in der ein Teil meiner Garderobe ausgelagert wurde. So nach und nach wurde ich von meinem Schrank dann immer genervter. Der tiefe Korpus ist toll um Dinge aufzuhängen. Er ist weniger toll um Dinge hineinzulegen, denn alles was in der zweiten Reihe liegt, sieht man nicht und zieht man auch nicht an. Das störte mich gewaltig. Außerdem hat sich in meiner inzwischen Garderobe einiges angesammelt, was aufgehängt werden kann/sollte, der Kleid-mit-Strumpfhose-Look ist zum Beispiel erst in den letzten Jahren in mein Bewusstsein gedrungen. Gleichzeitig war ich positiv überrascht von meiner Kommode. Schubladen sind ja so praktisch! Man kommt an alles dran, auch wenn es zweite Reihe liegt, man sieht alles auf einen Blick, top. So nach und nach reifte der Entschluss: der Pax muss anders! Und da kommt noch ein großes Plus bei schwedischen Systemmöbeln zum Tragen: Auch wenn mein Pax inzwischen uralt ist, das neue Zubehör passt. Einen Besuch beim IKEA und einen Abend mit meinem Kleiderschrank später habe ich meine Aufbewahrung optimiert. Ich habe jetzt drei neue Schubladen und eine weitere Kleiderstange. Damit ist Platz alles aufzuhängen, was auf einen Bügel gehört. Pullover und Unterwäsche haben jetzt eine Schublade und ein Korb ist für Strumpfhosen vorgesehen. Die Hosen wurden in die Kommode ausgelagert, allerdings ist das noch nicht ganz final. Es ist außerdem noch Platz für eine weitere Schublade, die ich mir bei der nächsten Gelegenheit holen werde, dann ist auch noch Platz für meine Sammlung an Halstüchern. Aber sieht es nicht irgendwie schon viel besser aus?

Perfektes Dinner

Am letzten Dienstag haben wir die logistischen Möglichkeiten unseres Haushalts voll ausgeschöpft und sechs Personen zum Essen geladen. Ein komplettes Menü mit Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch für acht Personen auf den Tisch zu bringen wird erst dann zu einer richtigen Herausforderung wenn man nur vier Töpfe und sechs Löffel besitzt.
Von allen Geschirrteilen besitzen wir in der Regel 4 pro Sorte, dementsprechend habe ich immer abwechselnd gedeckt. Beim Besteck kamen wir gerade so über die Runden, nur zwei Suppenlöffel mussten von den Gästen selbst mitgebracht werden. Bei den Gläsern haben wir dann spannenderweise 6 pro Sorte, aber auch das fiel nicht weiter auf. Die zueinander kompatibelsten wurden fürs Glasdessert verwendet, auf dem Tisch sah es eh schon bunt gemischt genug aus. Ich hatte sehr viel Spaß daran den Tisch ansprechend einzudecken und alles hübsch zu machen, der Beste tobte sich in der Küche aus.

Zur Vorspeise gab es eine Champignoncremesuppe, gekocht mit selbst zubereiteter Gemüsebrühe. Brühe kochen ist ja super einfach! Der Hauptgang und Anlass des Dinners war eine Rehkeule. Fast ein Jahr hat sie in der Tiefkühltruhe verbracht und auf ihren großen Auftritt gewartet. Zusammen mit hausgemachten (und nur ein bisschen aufgequollenen) Semmelknödeln und einem großen Topf Rotkohl war es jetzt endlich soweit. Mit am Tisch hatten wir zwei Wildneulinge, die beide überzeugt werden konnten, allen anderen schmeckte es sowieso. Selbst von den ungefähr zwei Kilo Rotkohl blieb kaum etwas übrig.

Als krönenden Abschluss gab es dann das klassische Dessert: Schokopudding mit Vanillesoße. Beides „from scratch“, ohne Tütchen und Pülverchen. Der Schokopudding nach diesem Rezept wurde sehr schokoladig, wer es milder mag sollte vielleicht Vollmilchschoki verwenden. Die Vanillesoße bereitete mir ein wenig Probleme, wollte das Eigelb doch nicht gleich abbinden. Letztendlich ist eine perfekte Konsistenz herausgekommen und nur ein ganz kleines bisschen Eiweiß ausgeflockt. Lernen durch machen, ich kann jetzt eine Vanillesoße klassisch zur Rose abziehen (Schmecken tut es übrigens auch richtig gut).

Am Ende waren alle Teller leer, alle Gäste satt und die Stimmung super. Jetzt warten wir auf die Gegeneinladung zum Bierbraten (oder Fruchtzwergeselbstmacheis, wir sind da flexibel). Für das nächste Menü bei uns steht dann schon fest: es gibt Kaninchen.

12 von 12

Natürlich habe ich verplanterweise erst gestern Mittag bemerkt, dass wir ja den zwölften hatten. Ich komme zwar im Moment zu nix, aber 12 von 12 muss doch irgendwie drin sein. Das letzte Bild wurde dann gestern Abend so spät fertig, dass ich das Bearbeiten und Eintrag schreiben lieber auf heute verschob. Hier also die ein winziges bisschen verspäteten 12 von 12:

Es beginnt mit dem Mittagessen, Tomate-Mozarella auf Brötchen. Liebevoll zubereitet von meinem Besten.

Wir packen Pfand und Altglas und machen uns auf den Weg zum Großeinkauf für das Rehessen.

Auf dem Rückweg halten wir bei meiner Familie, um die letzte Ernte zu sichern.

Alle Hokkaidos müssen das Feld räumen, es hat in der Nacht schon gefährlich gefroren.

Ich versuche mich in der Stillleben- und Katzenfotografie. Mein Model ist leider etwas unmotiviert


Wieder daheim gibt es erstmal eine Scheibe frisches Brot mit Butter.

Nach kurzer Strickpause mache ich mich wieder los.

Ich helfe meinem Vater seine Kaninchen schaufertig zu machen. Wofür wir die abgebildeten Zutaten verwenden, verrate ich aber nicht.

Dann gibt es zuhause endlich Abendessen und anschließend einen Tee, zubereitet mit dem besten Teesieb aller Zeiten.

Dann noch fix die Spüli anwerfen.

Und schließlich die letzte Amtshandlung vor dem Zähneputzen: Übernachthafer fürs Frühstück einlegen.

Viele weitere (pünktliche) Bildersammlungen hat wie immer Frau Kännchen parat.