Samstag, produktiv.

Schlafzimmer aufgeräumt. Bad geputzt. Abfluss gereinigt. Überweisung erledigt. Stundenzettel ausgefüllt. Dokumente abgeheftet. Abwasch erledigt. Schnittmuster und Inspirationen gesucht. Postkarten an wichtige Menschen geschrieben. Einen Christstern geschenkt bekommen. Mittag gegessen. Im Baumarkt Übertöpfe und Leuchtmittel gekauft. Auf dem Heimweg zum Kuchenessen bei der Familie Halt gemacht. Übertöpfe und Leuchtmittel in Betrieb genommen. Drei Sorten Kekse gebacken (Bärentatzen und Husarenkrapfen aus dem goldenen Backbuch, Peanut Cookies aus der letztjährigen Keksbeilage der „lecker“). Essen gemacht. Ferngesehen. Tee gekocht. Und es ist nicht noch nicht mal acht Uhr abends. Guter Tag.

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Kitsch und Kroko


Wer’s am Adventskranz noch nicht gemerkt hat, dem wird spätestens nach diesem Artikel klar sein: Ich bin schon sehr weihnachtsdekoobsessiv. Thema heute: mein Weihnachtsbaum.
Bereits zu Schulzeiten bekam ich von meiner Mama einen Plastiktannenbaum für mein Zimmer gekauft. Ein mehr oder weniger hässliches Ding aus dem Sonderpostenmarkt und wenn man mal ehrlich ist, Plastikbäume sind jetzt eher uncool. Seither gehört dieser Baum aber für mich zur Vorweihnachtszeit dazu, quasi mein Adventsbaum. Die letzten Jahre stand er bei mir sogar ganzjähring aufgebaut herum, geschmückt wurde jedoch nur zur Weihnachtszeit. Jetzt in der neuen Wohnung ist er aber wieder ein rein saisonaler Baum 😉

Anfangs wurde der Baum jedes Jahr anders geschmückt, im ersten Jahr mit weißen Glitzerkugeln und Plüschspitze (damals beides bei IKEA erworben), dann mal mit Holzanhängern, Kugeln oder sogar Essbarem. Irgendwann bekam ich meine erste echte Glaskugel geschenkt, pink mit Glitzer. Von da an wurde es jedes Jahr ein bisschen mehr mit dem „echten“ Schmuck, sodass er jetzt wirklich wunderbar kitschig aussieht. Mein Lieblingsanhängerstück ist das Krokodil mit Schuhen und Hut. Der Inbegriff glitzernder Hässlichkeit und doch ganz großartig.

Der Beste hat mir dieses gute Stück im Adventskalender geschenkt, genau wie ein kleines Eisbärchen mit Mütze. Auch mit dem Rest der Kugeln verbinde ich Geschichten und Menschen. Zwei Retrokugeln habe ich letztes Jahr im Zindelhof gekauft, als wir dort Glühweintrinken waren. Eine Gurke habe ich natürlich auch, diese original German tradition aus Amiland hat mir eine gute Freundin spendiert. Zwei Kugeln mit Fuchsmotiv gab es von Oma dazu. Ich denke, es werden noch ein paar wunderbare Dinge dazu kommen, aber inzwischen reicht die Menge für den kleinen Baum schon fast aus.

Mit dem Baum ist jetzt auch der Großteil der Weihnachtsdeko fertig aufgebaut. Nächste Woche kommen noch die Adventskalender dazu, dann ist es auch gut. Muss ja auch noch ein wenig Zeit für Besinnlichkeit bleiben.

Kleinkram von meinem Mittwoch

Dinge, die ich erledigt habe, die ich gut finde und die mich freuen.

  • Ich habe meine neue Brille abgeholt. Definitiv deutlich dezenter als mein altes Modell, aber trotzdem schön. Bei der Gelegenheit habe ich mir auch gleich noch eine Sonnenbrille bestellt, kann man ja immer brauchen, so im November 😉
  • Außerdem habe ich den neuen Stoffladen in der Stadt getestet. Sehr gut sortiert was schöne, bunte Baumwolljerseys und Webware angeht. Ein ganzes bisschen teurer als online zu bestellen, aber dafür kann man ja auch anfassen, vergleichen, kombinieren und sich beraten lassen und versandkostenlos direkt mitnehmen. Ein halber Meter gelber Wolkenjersey ist dann gleich mal mit heim gekommen, als Kombistoff für mein Weihnachtskleid. Dann kann ich demnächst auch mit der Näherei starten.
  • Pünktlich zum MolMedMittagessen war ich dann wieder im Klinikum. Mit dem anschließenden Heißgetränk dauert so ein Lunch schon mal gut ’ne Stunde. Ist aber immer wieder schön.
  • Die Handwerker waren da (spontan, ohne Terminabsprache) und endlich ist der Spülkasten im Bad wieder dicht. Halleluja!
  • Heute Abend gibt es Chili con Carne und SingStar und alles was ich dazu beisteuern muss ist eine Chilischote von unserer Balkonernte und viel begeisterter Gesang.

So, und jetzt muss ich mal schauen ob ich einkaufen fahre oder ein bisschen stricke oder ’ne Kleinigkeit esse oder mich um das Weihnachtskleid kümmere oder meinen Putzdienst erledige oder ein bisschen Weihnachtsdeko aufbaue oder schon mal Plätzchenrezepte fürs Wochenende raus suche… Am Besten alles auf einmal ;P

Advent, Advent

Noch ist es nicht ganz soweit, aber nach dem Ewigkeitssonntag darf man ja hemmungslos in Weihnachtsvorfreude und Dekoration schwelgen. Erster Akt in unserer alljährlichen Weihnachtskomödie (ich glaube fest daran, dass jede Familie sowas hat) ist stets „dieser dämliche Adventskranz“.

Meine Mutter hat, solange wir noch klein waren, bereitwillig den ganzen Weihnachtszirkus ausgeführt. Dazu gehört, natürlich, ein selbstgebundener Adventskranz. Die Herstellung ebendieses war jedes mal ein Drama. Meine Mutter ist basteltechnisch nicht unbegabt, ganz in Gegenteil, aber leider auch sehr, sehr perfektionistisch. Und da so ein handgemachter Kranz naturgemäß nie gleichmäßig dicht, gleichmäßig nicht-struppig und gleichmäßig rund wird, war Frust vorprogrammiert. Dazu kam dann manchmal auch noch das unzureichende Grün, das mein Vater besorgt hatte (ich glaube da hat sich öfter eine ganze Menge Frust entladen).
Seit mein Bruderherz und ich nun beide aus dem Alter heraus sind, in dem man aus pädagogischen und mutterliebenden Gründen alles auf sich nimmt, um den Weihnachtszauber zu beschwören, weigert sich meine Mutter zunehmend, sich der Tradition willens so einen Stress zu machen. Da wir aber einschließlich unseres Vaters auf die Einhaltung aller Traditionen beharren, ist das Drama weiterhin dabei. Die letzten Jahre habe ich angefangen, meinen eigene Adventskranz zu binden. Ich hätte auch liebend gern einen für die Familie gemacht, aber nun ja. Was meine Mutter bei Handgemachtem perfektionistisch ist, bin ich eher entspannt. Meine Adventskränze sind daher „rustikaler“ oder, wie der Beste es liebevoll beschreibt: „Monstertruckreifen“.

Also stand meine Mutter neben mir auf den Terasse, fluchte über blöde Zweige und hässliche Kränze und baute einen Familienkranz zusammen. Dieses Jahr jedoch weigerte sie sich zum ersten Mal komplett. „So ein blödes, hässliches Ding, das wird nie angeschaut und nadelt nur rum. Anzünden tun wir die Kerzen eh nicht.“ Nach einem Hundeblick meines Vaters stand ich also heute morgen auf der Terasse und band gleich zwei Kränze. Gegen Mutters Protest zog einer direkt ins elterliche Wohnzimmer ein, der zweite zu uns. Dekoriert wurde dann aber wieder gemeinsam, das Familienexemplar muss ja dann doch höheren Ansprüchen genügen als „meiner“. Ich muss sagen, dieses Jahr bin ich außerordentlich zufrieden. Der Advent kann kommen. Und die nächsten Tage wird dann auch der Rest der Weihnachtsdeko aufgebaut. Endlich Advent!

Ein Weihnachtskleid… Teil 2

Mit meinem ersten Beitrag zum Weihnachtskleid war ich ja etwas spät dran, um mich noch in die lange, lange Liste beim Weihnachtskleid-Sew-Along einzutragen, aber diesmal bin ich pünktlich dabei 😉
Heute geht es um Stoff- und Schnittvorstellung. Im letzten Beitrag habe ich ja beides schon verraten, ein ganz lange geplantes Projekt will ich endlich umsetzen und aus dunkelgrünem Sweat eine Toni nähen. Zwischendurch kam mein Entschluss ganz schön ins Wanken, ich habe andere Kleiderschnitte angeschaut, nach Kombistoffen gesucht und den grünen Sweat sehr in Frage gestellt. Ich finde es sehr schwierig einen guten Kombistoff dazu zu finden. Eigentlich passen (meines Empfindens nach) nur rot oder gelb so richtig dazu. Da mir dunkelgrün-rot aber definitiv zu weihnachtlich wird (ich möchte das Kleid ja auch außerhalb der „Saison“ tragen), bleibt also nur noch gelb. Ich bin also auf der Suche nach einem Stoff in einem kräftigen Gelb, vielleicht ein bisschen ins senfgelb gehend. Baumwolle sollte es bitte sein und ein dezentes Muster ohne „Richtung“. Mein Plan sieht bisher vor das Kleid nahezu komplett aus dem Sweat zu nähen und lediglich den XL-Bubikragen und vielleicht die Ärmelbündchen in Kontrastfarbe zu gestalten. Zum Glück kann man den Kragen auch aus nicht dehnbaren Stoffen arbeiten, das erleichtert mir die Suche ein wenig. Lieber hätte ich jedoch einen Jersey. Ich habe also letzte Woche sehr lange das Internet durchsucht, aber noch nicht so wirklich etwas gefunden, was all meinen Kriterien entspricht und meinen Geldbeutel nicht zu sehr belastet (ich bin da doch schon.. eher geizig fürchte ich). Dann war ich im alfatex hier im Industriegebiet und habe auch dort nichts gefunden. Ich hatte mich beinahe schon durchgerungen diesen Stoff zu bestellen, da fiel mir gestern Mittag ein, dass es ja einen neuen Stoffladen in der Innenstadt gibt mit einem Sortiment an bunten Kinderkleidungsbaumwollstoffen. Leider hatte ich keine Zeit mehr, vor Ladenschluss noch schnell in die Stadt zu fahren. Mein Plan für die nächste Woche ist also dort nach einem tollen Kombistoff zu suchen, den Schnitt abzupausen und vielleicht auch schon einmal die ersten Teile aus dem Sweat zuzuschneiden.
Bei der Suche im großen, weiten Netz sind mir naturgemäß einige tolle Stoffe und Ideen untergekommen, vielleicht gibt es hier also bald noch weitere Nähprojekte zu bewundern 😉

Auf den Nadeln im November

Nachdem ich jetzt über’s Nähen geschrieben habe, ist ein Update zu meinen Strickprojekten natürlich Pflicht. Allzuviel habe ich nicht zu zeigen, aber ich liege zumindest was die Pflicht-Weihnachtsgeschenke angeht ganz gut im Zeitplan.

Meine Stavangerlua ist fertig geworden und ich trage sie beinahe täglich. Sie ist für dieses komische Herbstwetter nicht zu warm und passt wunderbar unter den Fahrradhelm. Ein bisschen länger oder ein bisschen kürzer könnte sie sein, irgendwie ist die Länge so zwischen „passt genau auf den Kopf Mütze“ und „hängt ein bisschen Beanie“. Ich störe mich da aber nicht dran, sie gefällt mir einfach zu gut.

Ich habe endlich die schöne Schafwolle vom Strang auf Knäuel gewickelt. Ganz klassisch, mit dem Besten als Assistenz. Zu meiner großen Überraschung ist nicht ein Knäuel draus geworden, sondern gleich fünf. Es hat halt ein paar kleinere Spinnfehler, an denen das Garn dann schnell reißt. Besser das passiert beim Wickeln als beim Stricken! Außerdem entfallen sicher 85% auf zwei dicke, runde Knäuel, ich mache mir da wenig Sorgen. Nach einer kleinen Maschenprobe habe ich dann einfach mal losgestrickt. Da es eine Mütze für meinen Vater werden soll, halte ich sie ganz schlicht. Ein klassisches Bündchen, ein Stück glatt rechts und dann kommt auch bald schon die Spitze. Dafür werde ich mich mit den Abnahmen am „Scarptastic Hat“ orientieren. Ich bin zuversichtlich, dass ich damit diesen Monat noch fertig werde. Edit: innerhalb von 24 Stunden nachdem ich diesen Artikel geschrieben habe, ist das gute Stück fix und fertig 😀

Weiterhin bin ich mit dem Weihnachtsgeschenk für das Patenkind ebenfalls in den letzten Zügen. Alle bis auf die Patenkindfamilie (ihr wollt euch doch überraschen lassen, ne?) können hier auf der ravelry-Projektseite mal gucken 😉

Das ist alles, was aktuell in Arbeit ist. Noch mehr tolle Strickprojekte gibt es bei Maschenfein und der auf den Nadeln Sammlung. Nächsten Monat werde ich wohl kaum etwas zeigen können, denn die letzten Geschenke müssen bearbeitet werden 😉

Ein Weihnachtskleid…

Beim Stöbern im großen, weiten Internet stieß ich auf die Seite des „me-made-mittwoch“ und den dazugehörigen „Weihnachtskleid Sew-Along“. Heißt: Man such sich ein Schnittmuster und Stoff für ein Weihnachtskleid aus und bloggt dann über die verschiedenen Entstehungsstadien. Es gibt einen groben Fahrplan, an dem man sich halten kann (aber soweit ich weiß nicht muss). Im ersten Eintrag geht es um Rückschau, Inspiration und Planung.
Da ich gerade merke wie meine Stricklust abflaut und die Nählust wieder auftaucht, hatte ich sofort ein Kleid im Sinn, dass ich idealerweise als Weihnachtskleid nähen könnte.

Vor ewigen Zeiten, lange bevor Erna bei mir einzog, wollte ich mir mal ein Sweatkleid nähen. Ich habe mir dafür einen dunkelgrünen Sweat auf dem Stoffmarkt gekauft, der sich ein wenig, aber nicht viel dehnt, damit meine gute alte Pfaff ihn auch bedenkenlos fressen möge. Dieser Stoff liegt seither gewaschen(?) in meiner Stoffkiste. Geplant hatte ich ein schlichtes Kleid mit ¾ Arm nach dem Schnittmuster Toni zu nähen. Letztendlich wurde aus dem Schnitt dann erstmal das Flamingokleid. Ich mag es nach wie vor recht gerne, trage es aber selten. Zum Einen ist es ein ganzes Eckchen zu kurz, ohne Strumpfhose geht gar nicht. Wenn man die ganze Zeit aufpassen muss, nicht zu viel zu entblößen, nur weil man mal was vom Boden aufhebt… macht keinen Spaß. Zum zweiten bin ich mit dem unteren Saum nicht ganz zufrieden. Ich habe diesen offen mit der Overlock gesäumt, natürlich rollt er sich und sieht so unfertig aus. Umlegen und absteppen ist mit meiner Pfaff aber leider nicht drin :/

Die beiden genannten Probleme ließen sich mit dem Sweatkleid ja beheben. Rock verlängern und klassisch säumen, das wäre kein großes Ding. Da der Stoff sich aber nicht so stark dehnt wie der Flamingojersey bin ich unschlüssig, ober der Schnitt überhaupt funktioniert, ob ich eine Größe größer nähen sollte und wie sehr er mir meine Schludrigkeit verzeiht. Auch was das dunkle Grün angeht bin ich unentschlossen. Klar, der Stoff liegt hier rum, der sollte verarbeitet werden. Aber einfarbig grün? Und wenn ich Akzente in einer anderen Farbe setze, welche? Zusätzlich hätte ich gern Taschen, oder zumindest eine Tasche, damit ich wenigstens Telefon und (auf Arbeit) Schlüssel unterbringen kann. Man könnte Taschen in die Naht einsetzen, die tragen aber schnell auf. Eine Kängurutasche vorm Bauch wäre technisch einfach und könnte kekskonsumbedingte Röllchen kaschieren, überzeugt mich aber nicht. Außerdem liebäugele ich mit einem schönen Kuschelkragen, der XL-Bubikragen aus dem Schnittmuster oder eine andere Lösung für einen Astronautenkragen spukt mir im Kopf herum.

Ich habe also Stoff und Schnitt bereits hier, aber noch viele, viele Fragen. Und dann kommt obendrein noch eine ganz andere Überlegung: Bei meiner Familie zuhause ist es warm. Sehr warm. Ich sollte also für Weihnachten vielleicht auch nochmal in Richtung Jersey überlegen.

Bleibt alles anders

Es ist hier etwas ruhig gewesen, seit den 12 von 12. Das liegt nur bedingt an meiner Faulheit, ich habe auch über ein paar Dinge ein wenig hin- und her überlegt.
Seit dem Wochenende lese ich in vielen Blogs Erklärungen, was die Menschen dazu bewegt, trotz aller Gräuel in der Welt trotzdem ihren ganz banalen Alltag zu posten. Jetzt, nach Paris, ist da irgendwie dieser Schock, diese Angst, die bei vielen aus dem Hinterkopf nach vorne gekrochen ist. Klar, auch mich macht so etwas traurig, auch mir macht das ein wenig Angst. Vor allem weil ich mir nicht sicher bin, ob unsere Politiker das irgendwie geregelt kriegen. Das Gefühl, den Konflikt nicht lösen zu können macht mir fast mehr Angst, als die direkte Bedrohung. Aber die meiste Zeit kann ich all das gut wegschieben. Ich bin da im Laufe der letzten Jahre sehr abgestumpft, so traurig das klingt. Mein Leben läuft weiter und das ist gut so.
Was mich fast noch mehr beschäftigt, ist die Ambivalenz, mit der wir auf solche Ereignisse reagieren. Wenn Terror und Leid in unserer Nachbarschaft stattfinden sind wir immer so viel mehr schockiert und betroffen, als wenn es irgendwo anders passiert. Wenn so eine Anschlagswelle zum Beispiel Bagdad treffen würde, wäre dann die (mediale) Reaktion die Gleiche? Würden sich dann auch alle Politiker in Kondolenzbücher eintragen und wichtige Statements geben? Oder wäre das nur eine Meldung unter vielen aus einer beinahe aufgegebenen Weltregion? Ich will hiermit nicht das, was in Paris geschehen ist, irgendwie hinunterstufen. Es ist grausam, es ist krass, es macht Angst, es macht traurig. Ich will vielmehr das gesamt Leid in der Welt ein bisschen in den Vordergrund rücken. Überall auf der Welt schwelen Krisen und sterben Menschen. Tagtäglich. Und manchmal kommt uns dieses Leid besuchen und auf einmal müssen wir uns rechtfertigen, warum wir jeden Tag so fröhlich und banal alltäglich verbringen wie wir es tun. Diese Frage stellt sich für mich nicht nur nach Paris. Diese Frage müsste ich mir jeden Tag stellen. Und als Antwort darauf versuchen etwas zu ändern. Im ganz Kleinen. Im Supermarkt keine Plastiktüte nehmen. Meinen internationalen Arbeitskollegen erklären, wie Deutschland funktioniert. Meine Religion als offen und tolerant leben. Den alten Herren am Jägerstammtisch vorleben, wie selbstverständlich Gender funktionieren kann. Ich muss nicht gleich die großen Konflikte lösen. Aber ich kann die ganzen kleinen Dinge tun, die diese Welt ein bisschen besser machen. Und bei der nächsten Wahl dafür sorgen, dass da in Berlin Leute sitzen, denen ich zutraue das auch zu tun.

Im übrigen hat mein Blog jetzt auch ein Impressum. Muss ja sein, auch wenn mir dabei nicht ganz wohl ist. Ich will meine Daten eigentlich für mich behalten. Ambivalenz, mal wieder.
Und morgen geht’s hier dann gewohnt belanglos weiter 😉

12 von 12

Heute ist 12 von 12 Tag! Und ich habe heute wirklich viel erledigen können und so im nachhinein hätte ich vor allem von meinem Vormittag deutlich mehr Fotos machen können. Genau darum geht es ja auch ein bisschen bei den 12 von 12: mal im Alltag die Kamera zur Hand nehmen. Irgendwie war ich heute dafür zu sehr auf meine to-do Liste fokussiert. Mehr 12 von 12 wie immer bei Frau Draußen nur Kännchen!

Nach dem Frühstück heißt es Rucksack packen, es geht in die Stadt!

Zunächst auf’s Einwohnermeldeamt. Mein Arbeitgeber möchte ein Führungszeugnis haben, um mich ab Januar einstellen zu können. Die Wartezeit vertreibe ich mir mit stricken.

Noch eine Geburtsurkunde und dann nix wie weiter. Vorher aber noch schnell gelbe Säcke gesichert (nur eine Rolle pro Haushalt pro Mal! Die Frau an der Infotheke im Rathaus macht übrigens nichts anderes als gelbe Säcke ausgeben, sowohl die beiden Damen vor mir, als auf die beiden nach mir in der Schlange wollten nur gelbe Säcke holen).

Dann mache ich einen kleinen Stadtbummel und besorge Füllung für einen Adventskalender (davon gibt es natürlich kein Foto. Will ja nichts verraten 😉 ). Schließlich lande ich dann beim Optiker und habe die Qual der Wahl.

Eine neue Brille ist bestellt. Noch kurz im Supermarkt vorbei und dann nach Hause. Dort schmeiße ich erstmal die Waschmaschine an.

Da ich ja jetzt alles da habe, kann ich gleich schon mal anfangen. Alle Jahre wieder… Adventskalenderbeutelchen sortieren.

Jetzt eine Tasse Tee und ein bisschen entspannen am Laptop.

Im Kühlschrank liegt noch ein halber Kürbis, der muss weg.

Beim Kochen läuft das Radio. Natürlich die 107,1. Stadtradio Göttingen.

Der Beste ist inzwischen zuhause, es gibt Abendessen. Kürbissuppe, ist klar.

Danach geht es auf’s Sofa. Ein bisschen fernsehen und gemütlich einkuscheln. Moment, war da nicht noch was?

Abwasch: check! Und bevor ich es mal wieder vergesse, gleich auch noch das Frühstück für morgen vorbereiten.

Damit ist dann auch wirklich genug erledigt für heute. Vielleicht schaue ich gleich noch ein bisschen fern und stricke dabei. Oder ich blätter mich durch die ganzen anderen 12 von 12, bevor ich ins Bettchen gehe. Morgen geht es arbeiten. Juhu. ;P

Seelenfutter

Wenn alle motivierten Dingeerledigungspläne mal wieder durch eine hinterlistige Erkältung negiert werden, hilft nur noch tröstliches Essen. Bei mir gab’s zum Frühstück also Grießbrei mit Apfelkompott. Das Ganze ist in der Zubereitung auch nur halb so aufwändig wie es klingt:
Zunächst einen großen, mürben Apfel (zum Beispiel Boskop) schälen und in kleine Würfel schneiden. Mit einem Schuss Apfelsaft in eine Topf geben und aufkochen. In einem zweiten Topf Milch* erhitzen. Wenn die Milch kocht, von der Platte nehmen und Weizengrieß* unterrühren. Unter Rühren aufkochen und quellen lassen. Die weichgekochten Äpfel je nach Geschmack zerdrücken. Anrichten. Fertig. Wer mag kann den Brei noch süßen oder ein bisschen Zimt dazugeben. Auch Nüsse oder Rosinen machen sich sicher gut.

*Mal wieder so ein Ding, das ich rein nach Gefühl mache. Etwa so einen Viertelliter Milch denke ich und dann Grieß, bis es etwa passt. Man nimmt in der Regel eher zu viel als zu wenig Grieß, da der nach dem Aufkochen nochmal gut quillt. Wenn es zu zementartig wird, hilft ein weiterer Schuss Milch.