Gemütlicher Tag zuhause.

Unsere Hausverwaltung ist ja eigentlich recht klug. Es war Zeit für einen Wechsel der Wasserzähler. Die Rauchmelder mussten überprüft werden. Die Heizung brauchte eine Wartung und Reinigung. Unsere Hausverwaltung war so klug, alle diese Termine auf einen Tag zu legen, damit die vielen Berufstätigen sich nur einen Tag mit „in der Wohnung sitzen und auf Handwerker warten“ vergeuden.
Spannenderweise ist der Wasserzählertausch ’ne größere Sache. Damit die Zählerfirma vormittags um 11 mit der Aktion anfangen kann, wird ab 8 Uhr morgens das Wasser abgestellt. Zum Glück waren wir klug genug uns einen Vorrat abzufüllen, um Frühstück und Vormittag gut zu überstehen. Da der Beste ja arbeiten muss, war mir die große Freude vergönnt, den Tag über die Wohnung zu bewachen und diversen Leuten die Tür zu öffnen.
Den Anfang machte der Heizungsmensch, der ja zum Wasser abstellen eh da war und bei der Gelegenheit gleich mal die Heizung und den Spülkasten im Bad reparieren sollte. Leider konnte er den Erfolg nicht gleich testen, da die Heizung zur Wartung ja aus und das Wasser ja abgestellt war. Tja. Der Spülkasten läuft jetzt, wo das Wasser wieder da ist, immer noch durch, schlimmer als vorher. Die Heizung ist auch noch kalt, aber das könnte ein allgemeines Problem sein, in den anderen Räumen tut sich auch nix.
Dann kam der Rauchmelderwartungsmensch. Am längsten dauerte das Aufstellen der Klappleiter, dann einmal auf den Knopf gedrückt, Rauchmelder abgeschraubt, angeguckt, angeschraubt, fertig. „Der Kollege kommt gleich noch vorbei und macht in jeden Melder ’ne Schraube rein“. Bitte? Anscheinend wurde die Melder beim Einbau nur unter die Decke geklebt, mit einem zugelassenen Kleber, der sich in der Praxis allerdings als nicht so brauchbar erwiesen hat. Also stand 15 Minuten später der gleiche Mensch wieder vor der Tür („Ich mach das schnell selbst“) und bohrte und schraubte. Ich will ja nicht meckern, aber das ginge ein wenig effizienter 😉
Schließlich, langersehnt, der Zählertauscher. „Fünf Stück sind das bei Ihnen. Sie fordern mich ja nochmal ganz schön.“ Aha. „Ich räum das hier mal runter. Hübsche Quietscheente haben Sie da. Aber meine ist schöner. Und größer. Ungefähr so.“ (zeigt wahllose Riesenquietscheentengröße) „Hab ich mal zum Geburtstag bekommen, schwimmt aber nicht gut, der Kopf ist zu schwer, die fällt immer um.“ Aha. Nach dieser etwas merkwürdigen, einseitigen Unterhaltung (vielleicht hätte ich erzählen sollen, dass ich meine Quietscheente mal einem Junggesellenabschied abgekauft habe?) tauschte der Mensch dann kommentarlos die fünf Zähler aus. „Wir kommen dann nochmal ‚rum, wenn das Wasser wieder angestellt wird und gucken ob alles dicht ist.“
Und, tatsächlich, kurz nachdem ich das erlösende Gurgeln in den Wasserleitungen hörte, stand der Zählermensch wieder vor der Tür. Zum Glück hatte er nichts weiter zu beanstanden und ich den Handwerkermarathon überstanden.
Liebe Hausverwaltung, es ist ja wirklich super, dass ihr das alles auf einen Tag legt. Aber nächstes Mal hinterlege ich den Schlüssel beim Nachbarn. Ich komme mir immer sehr, sehr blöd dabei vor, Menschen in meiner Wohnung beim Arbeiten zuzusehen.

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