Wie man ein paar Kilo abnimmt…

Ich werde ständig bewundernd darauf angesprochen, dass ich ja ganz schön abgenommen hätte. Ähm, hab ich? Ich wiege mich nicht, allein schon weil ich mein Körpergefühl nicht von einer Zahl abhängig machen möchte. So ganz subjektiv sagt mir mein Gefühl allerdings nicht, dass ich großartig Gewicht verloren hätte. Bei der letzten Kontrolle beim Frauenarzt (ja, da muss man sich dann doch mit der Zahl konfrontieren :P) waren es drei Kilo weniger als das Mal davor, aber was sind schon 3 Kilo. Das Gewicht einer Frau kann alleine zyklusbedingt um bis zu zwei Kilo schwanken, dann kommt da unter Umständen noch ein Liter Wasser zu… Ich bin also nicht so wirklich überzeugt. Ich habe aber so ein paar Ideen, woran es liegen könnte und teile die jetzt mal ganz großzügig mit euch 😉

1) Der Umstieg von Schlabber-Boylfriend Leg Jeans auf stretch Skinny, das verändert die Silouette gewaltig. Als Bonus leiern die preiswerten Modelle innerhalb einiger Monate so weit aus, dass erneut der Eindruck entsteht, man habe ganz schön was verloren. Dazu dann noch neue Unterwäsche, Modell Oma mit Minimizer Funktion (gekauft nicht wegen der Minimizer Funktion, sondern weil dann alles endlich an Ort und Stelle bleibt) und Oberteile die schön strecken. Bei meiner Figur funktionieren lange Tank Tops, da sieht man dann was von der Taille.
2) Man schaffe sich einen Job an, bei dem Schreibtisch und eigentlicher Arbeitsplatz durch mindestens 20 Meter Flur getrennt sind. Das gepaart mit einem Siebgehirn führt zu einer Menge Kilometern am Tag. Wenn man dann gelegentlich noch ans ganz andere Ende der Abteilung laufen muss und der eigentliche Job auch aus viel „aufstehen, Zeug holen, hinsetzen, Dinge tun, aufstehen, Zeug wegpacken…“ besteht, ist alles klar.
3) Bei obigem Job sollte man darauf achten, dass etwa 90% der Tätigkeiten in Räumen stattfinden, in denen nicht gegessen werden darf. 38,5 Wochenstunden Arbeit heißt dann auch 38,5 Stunden weniger Zeit zum naschen und snacken.
4) Dieser Punkt ist jetzt ein bisschen Klischee. Es geht um Ernährung. Dadurch, dass ich ganztags arbeite, nicht mehr alleine wohne und auch noch auf Zucker verzichte, ist meine Ernährung sicherlich ein ganzes Stück ausgewogener und regelmäßiger geworden. Mein Bester achtet sehr darauf, dass ich auch vernünftig esse, das heißt eine warme Mahlzeit am Tag muss sein. Ein typischer Tagesablauf ist also Übernacht Hafer zum Frühstück, Stulle und vielleicht Obst zum Mittag, selbstgekochtes Abendessen. Bei dem was ich koche achte ich wahrlich nicht auf Kalorien oder Fettgehalt, gerne mit viel guter Butter, Käse und ganz fiesen „weißen“ Kohlenhydraten. Nur der „kein Zucker“ Punkt, der ist schwer als „ich mache das nicht zum Abnehmen, sondern halt einfach so“ zu verteidigen, wo ich doch in den Augen meines Umfelds so viel Gewicht verloren habe.

Alle diese Punkte tragen dazu bei, dass ich schlanker bin oder zumindest schlanker wahrgenommen werde. Ich könnte jetzt sagen, das sei mir völlig egal, da ich nur auf mein Bauchgefühl höre, aber natürlich fühlt man sich durch ein „boa, du hast echt abgenommen“ geschmeichelt. Das wiederum ist jetzt ein super Anknüpfpunkt für sozialkritische bodypositive Argumentationen (Warum finden wir schlank gut? Warum stigmatisieren wir Menschen, die nicht in Größe 36 passen? Warum sehen wir es als große Leitung an, wenn jemand sein Gewicht reduziert, egal wie? Was ist wirklich gesund?) und an anderen Stellen im Internet wird ganz wunderbar und vehement dafür gekämpft, das jeder so aussehen kann, wie er will. Wer weiß, vielleicht gewöhnt mein Stoffwechsel sich bald an den „Arbeitsrhythmus“ und ich lege wieder zu? Das wird mir dann wahrscheinlich nur keiner bewundernd mitteilen 😀

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