Das Naturkundemuseum im Ottoneum

Verregnete, graue Sonntage sind optimale Museumstage. Darum, und weil das Bruderherz Geburtstag gehabt hatte, stand am Sonntag ein Familienausflug ins Naturkundemuseum in Kassel an.
Das Museum liegt zentral, in der Nähe anderer wichtiger Sehenswürdigkeiten wie der Karlsaue, der documenta-Halle und dem Fridericanum. Es bietet eine schöne Daueraustellung über regionale Natur und Naturgeschichte mit vielen tollen Dioramen. Es gibt zwar keinen Audioguide oder ähnliches, aber die Vitrinen sind anschaulich gestaltet und die Texte von Menge und Inhalt okay. An einigen kleinen Stationen kann man auch Knöpfchen drücken, Schubladen ziehen und mikroskopieren. Besonders beeindruckend ist die lebensgroße Nachbildung eines Mammuts (Boa, waren die Viecher groß) aber viele andere Dermoplastiken sind ebenfalls gut in Szene gesetzt. Zum Thema Wald gibt es mehrere große Dioramen in denen man erst nach und nach alle Tiere findet. Natürlich muss man ein bisschen lesen, um wirklich was mit zu nehmen, aber wen das nicht stört, der findet eine tolle naturgeschichtliche Inszenierung.
Im oberen Stockwerk ist eine Ausstellung über das Ottoneum und die beherbergte Sammlung an sich untergebracht, die Geschichte des Museums selbst. Einige Dinge hier sind etwas gruselig, etwa alte Fötenmumien, andere dagegen schon witzig, etwa ein Einhorn mit Narwalhorn.
Im Erdgeschoss steht zur Zeit eine Sonderaustellung zum Thema „Sex und Evolution“. Da ich mal ein Buch mit genau dem Inhalt angelesen habe, war mir der Gesamtgedanke nicht neu. Die Ausstellung gibt einen tollen Überblick von „warum überhaupt geschlechtliche Fortpflanzung?“ über Geschlechtsdimorphismen und Anwerbungsrituale bis zu einem kurzen Abriss über den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit dem Thema. Mir hat vor allem gefallen, wie durch die ganze Ausstellung Parallelen zwischen Mensch und Tierwelt gezogen und auch mal Fragen direkt an den Besucher gestellt werden. An einigen Stellen waren mir die Erklärtexte allerdings zu oberflächlich, aber vielleicht bin ich da auch einfach studienbedingt etwas vorbelastet.

Im Anschluss an den Museumsbesuch machten wir noch einen kurzen Spaziergang durch die Karlsaue um frische Luft zu tanken und den informationsgefüllten Kopf ein bisschen frei pusten zu lassen. Im Sommer ist die Parkanlage sicherlich noch um einiges schöner und auch so mal einen kleinen Besuch wert, heute blieb’s bei einer kurzen Runde.

Fazit: Ottoneum kann man mal machen. Und so ein Familienausflug ist auch keine schlechte Sache.

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