Auf den Nadeln im April

Herrje, Kinder, wie die Zeit vergeht. Da haben wir es schon wieder Ende April und ich bin nicht so wirklich viel weiter mit meinen Projekten auf den Nadeln.
Eigentlich wollte ich letzte Woche beim gemütlichen Skype Gespräch nebenher ein bisschen Strecke an meinem Schal machen – und habe mich prompt verstrickt. Jetzt muss ich eine ganze Reihe wieder aufdröseln, bei den ganzen Umschlägen und Abnahmen etwas, auf das ich eigentlich gut verzichten kann. Deshalb liegt der forager’s scarf jetzt auch erstmal in der Ecke, bis ich die nötige Ruhe und Muße aufbieten kann (mehr zu meinem Schal übrigens auch hier und hier).

Während meiner Fahrt nach Amsterdam habe ich voller Reiseeuphorie mal wieder ein paar Socken angeschlagen, diesmal aus Restewolle. Um auch ganz sicher zu gehen, dass mein Plan aufgeht, habe ich den Schaft etwas kürzer gestrickt und immerhin eine halbe Socke im Zug gestrickt.

Dieser Beitrag ist übrigens ein kleines Jubiläum: seit einem Jahr trage ich nun schon meine Strickprojekte zu MaschenfeinsAuf den Nadeln“ Aktion bei und freue mich jedes Mal über die vielen tollen Links die dort zu finden sind. Vielen Dank liebe Marisa für diese schöne Aktion! Ich bin jetzt wieder voll motiviert die Nadeln in die Hand zu nehmen. Vielleicht gibt es dann im Mai tatsächlich richtige Fortschritte zu sehen? 😉

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Alles neu


Seit Samstagnachmittag erstrahlt unser Esszimmer in (selbstverständlich einwandfrei ebenmäßig gestrichenem) „lemon juice“. Wir haben es also endlich geschafft! Jetzt muss ich nur noch die Fotos wieder an die Wand bringen und ein Wandschränkchen dazu, dann sind wir vielleicht fertig. Heute Vormittag sorgte der Beste dann im Alleingang dafür, dass auch unsere Wohnzimmerwand endlich in Alpina Edition 200 (oder nach Handyfotobeurteilung „Leberwurscht metallic“) ebenso gleichmäßig und schattierungsfrei für Farbe im Raum sorgt. Auch hier fehlt noch ein bisschen Deko, aber wir sind sehr zufrieden. Am Nachmittag ging es dann zum Ausgleich in den Garten. Mein Spinat steht schon stramm in Reih und Glied, Zwiebeln und Knoblauch sind auch dabei, nur die Karotten brauchen wohl noch ein bisschen. Wir haben also die Beete das erste mal gejätet, wobei ich mich auf großzügiges Auflockern der trockenen Erde beschränkt habe. Überall um das Spinatbeet herum kommen Ringelblumen, die dürfen im Sinne des biologisch-dynamischen Gärtnerns natürlich erstmal gern weiterwachsen, als Schneckenablenkfütterung.

Das Wetter war monatsgemäß sehr wechselhaft. Strahlender Sonnenschein wurde von stürmischen Hagelschauern abgelöst, die uns zunächst wieder ins Haus trieben, bevor wir später noch das zukünftige Zucchinibeet in Angriff nahmen. Um das in harter Arbeit gerodete Stück Land weiterhin unkrautfrei zu halten und neugierigen Schnecken die Grenzen deutlich aufzuzeigen bauten wir eine Beetbegrenzung aus alten Dachziegeln. Wir hoffen, dass wir so auch in ein paar Monaten noch wissen wo unser Beet beginnt und der Rasen aufhört.

Außerdem verbrachte ich endlich mal wieder ein paar Minuten mit meiner Kamera. Blauer Himmel, eine blühende Wiese, Sonnenschein… so wie jetzt mag ich den Frühling sehr, sehr gerne. Die Obstbäume blühen, das frische Gras steht saftig grün, jetzt bräuchte ich noch ein paar Tage frei um das alles intensiv zu würdigen. Morgen geht es aber erstmal wieder in eine neue Arbeitswoche, wie immer natürlich hochmotiviert 😉

Mal eben Amsterdam.


Letzte Woche noch Ostwestfalen-Lippe, jetzt Amsterdam. Man muss sich in meinem Alter ja auch mal ein bisschen jetset gönnen, nicht wahr? Ich verließ meinen Arbeitsplatz am Freitag also bereits gegen Mittag, setzte mich in den ICE und war beinahe pünktlich um sieben bei meiner Amsterdamfreundin am Bahnsteig. Wir verbrachten den Abend mit klönen, quatschen und Abendessen beim Asiarestaurant. Ganz mutig bestellten wir das seven colour coconut milk drink dessert. Eine Erfahrung wert, die für viel Erheiterung sorgte.

Am nächsten Morgen beschlossen wir beim Blick aus dem Fenster doch lieber nicht zu einer Dünenwanderung ans Meer aufzubrechen, denn es war recht windig und wechselhaft. Stattdessen fuhren wir in die Stadt und liefen durch die östlichen Inseln, ein Stadtteil voll moderner Architektur. Auch hier war es leider recht windig und von Frühling noch nicht so viel zu spüren. Wir diskutierten über das Leben in holländischen Reihenhäusern, Hausboote und abgefahrene Architektur, beguckten den Walfisch, viel Wasser und diverse Brücken.


Schließlich nahmen wir eine Tram um uns ein bisschen aufzuwärmen und fuhren zum Albert Cuyp Markt, schon deutlich touristischer. Wir hatten allerdings ein genaues Ziel, denn auf meiner Asterdam-to-do Liste stand ganz oben „frische Stroopwaffel essen“. Ja, die sind wirklich jede einzelne Kalorie wert.

Weil uns immer noch kalt und die Füße inzwischen müde waren, setzten wir uns in ein Cafe in der Nähe, tranken Tee und aßen die frisch nachproduzierte Tagessuppe mit „parsnip and truffle“.
Zum Abschluss bummelten wir durch die Einkaufsstraßen zurück zum Bahnhof, ich kaufte mir endlich mal ein paar Halbschuhe und wir resümierten, dass selbst zwischen concept store und h&m immer noch ein Käseladen Platz findet. Oder eine Frittenbude. Vor dem Palast fand gerade ein kleiner Rummel statt, mit wirklich krassen Fahrgeschäften und vielen Kuscheltiergewinnspielen. Am beliebtesten schien das „Kamelen Race“ zu sein, wir begnügten uns jedoch mit gucken.

Anschließend besorgten wir noch Zutaten fürs Abendessen und fuhren heimwärts, wo es dann Pizza mit extra viel Belag gab (wir wollen ja nichts verkommen lassen). Wir unterhielten uns dann noch übers Ausgehen in Amsterdam und blieben doch zuhause, denn die frische Luft hatte uns ganz schön müde zurück gelassen.
Am Sonntag kaufte ich nach dem Frühstück mit holländischem Brotbelag zunächst im Supermarkt einen Arm voll Stroopwaffels und anderer Leckereien für die Kollegen, verstaute alles mehr oder minder praktisch in meinem Rucksack und auf in die Stadt.


Unser Ziel war das Micropia, ein Museum für Mikroorganismen direkt neben dem Zoo. Das Museum ist noch recht neu, das Konzept entsprechend erfrischend modern, alle Informationen in gleicher Qualität auf Englisch und Niederländisch. Man kann diverse lebende Mikroorganismen unter Mikroskopen beobachten, sich die Informationen in kleinen Filmchen servieren lassen und einen Stempelpass mit Mikroben füllen. Es wird sogar sehr hübsch erklärt wie ein Labor aussieht 😉 Eine lohnenswerte Attraktion.

Anschließend hatten wir noch etwas Zeit und fuhren zu den Foodhallen, hippe high-end Streetfoodläden in einer Halle. Dort gab es dann Chicken Curry Rice, eine Spontanentscheidung ob des verwirrenden Angebots. Bei einem letzten Gang durch die Stadt besorgte ich noch den obligatorischen Souvenirkäse für den Besten, bevor es im Zug wieder heimwärts ging.

Im Fazit bleibt zu sagen, dass niederländische Küche immer noch für eine Überraschung gut ist, ein Wochenende viel zu kurz, immer genau dann Wolken aufziehen, wenn man ein Foto macht und einen concept store zu eröffnen eine interessante berufliche Alternative wäre. Ich komme dann mal im Sommer wieder, um Patat Oorlog zu essen und mal eine holländische Stadt mit grün zu sehen.

Von Hermann und Rasenmähern


Ich habe ja noch gar nicht vom letzten Wochenende berichtet, da kamen irgendwie die Arbeit und die nicht-12 von 12 dazwischen. Dabei war es ein wirklich schönes Wochenende bei ganz wunderbaren Herzensmenschen. Wir haben endlich mal wieder das Patenkind besucht, das furchtbar schnell wächst und mit dem man sich beinahe schon unterhalten kann. Die ganze Patenkindfamilie hat es ja ins lippische Land gezogen und so gab es für uns einige neue Ecken zu sehen.

Bei bestem Frühlingswetter mit viel Sonnenschein besichtigten wir den Hermann und die Innenstadt von Detmold, ließen uns im Park die Sonne ins Gesicht scheinen und für die Jungs gab es sogar ein Eis. Es gab viel gutes Essen und reichhaltiges Frühstück mit gesunder Nusscreme, entspannte Gespräche und sogar eine Runde Gesellschaftsspiel. Das Patenkind ließ sich bereitwillig von Onkel und Tante bespaßen und ich weiß jetzt womit man Kleinkinder beschäftigen kann: einfach mal den Nachbarn beim Rasenmähen zugucken. Und weiter gucken, selbst wenn der Nachbar schon längst wieder im Haus verschwunden ist. Definitiv ein Highlight des Wochenendes!
Leider mussten wir Sonntag viel zu früh wieder heim, aber da man ja jetzt quasi in der Nähe wohnt, wird es bis zum nächsten Besuch hoffentlich nicht so lange dauern. Ich freu mich schon 🙂

Unperfektion am 12.

Heute ist der 12., Zeit für 12 von 12. Wenn man dann abends allerdings am Rechner sitzt und voller Entsetzen feststellen muss, dass es überhaupt nur 7 Bilder vom Tag gibt, obwohl man gefühlt voll viel fotografiert hat und den ganze Tag ja im Kopf hatte dass 12 von 12 ist, sorgt das nur für leichte Resignation. Dabei fing der Tag voll gut an, mit morgenrosa Himmel und zartgrüner Weide vor dem Fenster.

Zum Frühstück gab’s Tee, Übernachthafer mit Apfelmark und eine Runde durchs Internet im noch etwas dunklen Wohnzimmer.

Die kluge Frau taut sich Brot für die Mittagsstulle rechtzeitig auf. Die letzte Portion selbstgebackenes Saatenbrot mit Joghurt (und Hirse und Möhre und Dinkel).

Dann ging’s auf Arbeit, wo ich neben dem ganzen üblichem Kram einen Praktikanten zu betreuen habe. Zum Glück ist der pflegeleicht und noch mit zugucken zufrieden. Bilder gibt’s aber keine, so beschäftigt war ich heute. Nach der Arbeit dann zum Sport. Es ist Semesteranfang und damit Probewoche und entsprechend voll. Ich dusche hinterher allerdings so lange, dass ich doch wieder meine Ruhe in der Umkleide habe.

Draußen scheint die Sonne mit voller Kraft, es ist angenehm warm und urplötzlich ist der Frühling da. Mit der großen Kamera hätte ich da sicher noch mehr einfangen können, Löwenzähne, erste Blätter, alles echt hübsch.

Der Wocheneinkauf steht noch aus, allein Obst und Gemüse füllen den Korb schon zur Hälfte.

Endlich zuhause erreicht mich eine schlechte Nachricht. Bruderherz Kaninchen ist gestorben. Sie wird uns fehlen. Ich brauche ein bisschen um das zu verarbeiten, denn es ist ja eigentlich nur ein Kaninchen und dann doch wieder nicht.

Schließlich mache ich mir Abendbrot, es gibt Gnocchi mit Spinat. Vor lauter Hunger vergesse ich das geplante Foto zu machen und es bleibt nur noch der Abwasch.

Damit ist der Tag auch praktisch schon vorbei. Ich bin müde und werde pünktlich ins Bett gehen, denn morgen muss ich wieder früh raus. Ein wenig ungnädig bin ich mit mir selber keine tollen 12 Fotos anbieten zu können, aber Perfektion ist nicht alles. Verlinken tue ich diesen Beitrag jetzt dreisterweise trotzdem mal zu den 12 von 12 bei Frau Kännchen und hoffe, dass man mir mein Versäumnis durchgehen lässt. Ich gelobe hoch und heilig Besserung!
Damit es immerhin 9 werden noch der Kalenderspruch für heute:

Kleiner Luxus

Tulpen auf dem Frühstückstisch
Ein gemachter Abwasch
Ein paar Reihen stricken
Morgens vor der Arbeit noch ein bisschen auf dem Sofa sitzen
Tee aus Teeblättern trinken
Morgensonne

Alles Dinge, die mir gute Laune machen, auch wenn es mal wieder an anderen Fronten stressig wird. Sollte man sich mal gönnen 😉

Lecker kochen

„Lecker kochen ist ganz einfach“ stand auf dem Werbeplakat für einen dieser Kochzutatenlieferdienste, an dem ich heute auf dem Heimweg vorbeigeradelt bin. Ja, lecker kochen ist einfach, sogar ohne Lieferdienst 😉
Bei mir gab es heute nach dem Sport Nudeln mit Cocktailtomaten und Basilikumpesto aus dem Glas. Schneller geht kaum, gesund und leicht ist es auch. Gestern gab es Fischstäbchen mit selbstgestampftem Kartoffelbrei und Erbsen, für morgen ist Milchreis geplant, für Donnerstag Pfannkuchen.
Damit diese ganze Kocherei nicht zu stressig wird, mache ich mir meist am Wochenanfang einen Plan und schreibe entsprechend meine Einkaufsliste. Ich kaufe gerne für mehrere Tage im Vorraus ein, aber natürlich gibt es Dinge, die hole ich lieber so kurzfristig wie möglich, Salat, Brot und Frischmilch gehören dazu. Bei der Planung achte ich auch drauf, aufwändige Gerichte auf die Tage zu legen, an denen ich früher daheim bin. Für meine Sporttage gibt es dann im Gegenzug besonders fixe Rezepte.
Was die einzelnen Gerichte angeht habe ich natürlich einen gewissen Pool an Standardrezepten (und Freitags ist Pizzatag). Damit trotzdem auch mal Neues dabei ist, lasse ich mich von zwei Dingen inspirieren, erstens: was ist noch da und muss weg? Das Pesto von heute habe ich z.B. letzte Woche für Süßkartoffelgnocchi gekauft. Zweitens werfe ich einen Blick ins Kochbuch, am Besten eines das sich gut einteilen lässt. Zur Zeit benutze ich das meatfree monday Kochbuch, das in Wochen und Jahreszeiten unterteilt ist. Aus den Rezeptvorschlägen für eine Woche suche ich mir dann was aus und teste es einfach. So habe ich mein übliches Repertoire um Dinkelrisotto ergänzt und auch Süßkartoffelgnocchi hätte ich sonst nicht gemacht. Nach einem ähnlichen Prinzip habe ich mit dem Besten gemeinsam eine ganze Zeit lang „nach Alphabet“ gekocht und so ein aphabetisch sortiertes Kochbuch quasi einmal durchgearbeitet. Die Auswahl wird dabei ein bisschen eingeschränkt und mir fällt es dann leichter, mir etwas auszusuchen.
Ich merke immer mehr, wie das „abends noch was kochen“ für mich ein fester Tagesbestandteil wird und gar nicht mehr so aufwändig erscheint. Kaum etwas von dem, was ich zubereite wird perfekt, aber viele Dinge mag ich auch einfach so. Richtig daneben gegangen ist mir erst ein Gericht, eine Kohlpfanne. Seitdem bin ich etwas zurückhaltender mit Gewürzmischungen geworden 😀
Also, Essensplan machen und ran an den Herd, lecker kochen ist ganz einfach.