Budapest


Vier Tage, drei Nächte, neun Menschen, eine Stadt. Wir haben viel gelacht, rumgealbert, wenig geschlafen und uns trotzdem nur einmal ernsthaft angepflaumt, so für die Quote. Gewohnt haben wir in einer airbnb Wohnung, klein aber praktisch, mit zweiter Dusche im Flur, einer langen Tafel zum Essen und, ganz wichtig, WLAN. Hier also der „kurze“ Reisebericht mit Fotos, von denen einige sogar gut sind.
Tag 1
Wer mit dem Zug nach Budapest fährt, landet am Keleti Páyaudvar und betritt vor dem Gebäude einen Platz, der nicht mehr nach altem Ostblock aussehen könnte. Und ja, mir gefällt das. Völlig abgerockt, rissiger Asphalt, abgelaufene Treppenstufen, vom Vordach stehen nur noch rostige, schmiedeeiserne Stützen. „Das Leben beginnt, wo die eigene comfort zone aufhört“ hab ich mal irgendwo gelesen. Der moderne Nahverkehrsticketautomat spricht aber sogar deutsch. Zur Vereinigung der Reisegesellschaft fuhren wir dann mit der roten und der blauen Metrolinie zum Nyugati Pályaudvar (im Verlauf der Reise wurde es unser „Nougat Bahnhof“) und zur Wohnung. Zimmerverteilung, frisch machen und auf in die Stadt zur „free city tour“. Das Konzept dieser Touren auf Trinkgeldbasis setzt sich ja mittlerweile durch. Wir waren zwar eine riesige Gruppe Touristen, die da hinter unserer Guide Ursula her marschierten, aber um einen Eindruck von der Stadt, ihrer Geschichte, den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu bekommen, war es auf jeden Fall eine gute Sache. Da die Touren auch sehr auf junge Leute ausgelegt sind, kamen auch Tipps zum Nachtleben, Bars, Restaurants und ein paar simple Vokabeln ungarisch dazu. Leider zeigte sich zwischendurch das typische Budapester Maiwetter mit einem kleinen Regenschauer, natürlich genau als wir an den Orten mit der besten Aussicht waren.



Nach der Tour zogen wir dann fotografierend wieder nach Hause, kauften im Spar um die Ecke für das Frühstück am nächsten Morgen ein und fuhren zum Abendessen ins jüdische Viertel. Bei Frici Papa gab es unheimlich preiswertes, fettiges, deftiges, ungarisches Essen und eine Nachtischoffenbarung. Die Karte nannte es „Nusspiepen mit Vanillesoße“ und wir sind uns sehr sicher, dass Weißbrotstückchen eine der Hauptkomponenten waren.


Tag 2
Am nächsten Morgen machte ich Frühstück, mein Lieblingsjob bei Gruppentouren. Dann brachen wir auf zum Gellértberg und besuchten die Budapester Lady Liberty. Das ehemalige sowjetische Denkmal wurde anders als viele andere nicht abgerissen sondern kurzerhand umgewidmet und steht nun für die Freiheit Ungarns. Das Wetter war so gut, dass wir vorsichtshalber die Sonnencreme auspackten, bevor wir das tolle Panorama würdigten.



Nächster Tagesordnungspunkt war die große Markthalle mit ihren Wurst, Gemüse und Fischständen. Oben auf der Galerie werden auch Souvenirs verkauft, sodass ich die obligatorische Schneekugel schon mal von der Liste streichen konnte. Es wurde langsam Mittag, alle wurden hungrig. Wir nahmen also die Nahverkehrsfähre die Donau hinauf zur Magareteninsel, einer sehr gute Idee. Wie es ein Mitreisender so schön ausdrückte: „Wenn ich so ’ne Nahverkehrsfähre habe, die die ganze Donau rauf fährt, wozu brauche ich dann diese teuren Ausflugsdampfer?“ Die Fähren fahren im Zickzack auf dem Fluss hin und her, von einem Ufer zum anderen und man hat auf dem Oberdeck richtig schöne Ausblicke auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt.



Auf der Margareteninsel, einer der vielen grünen Lungen der Stadt, gab es dann Langós und Burger auf die Hand, ein wunderbares Mittagessen.

Anschließend mieteten wir noch zwei Dinger (so mit vier Rädern und so’m Dach drüber und man muss treten, wie beim Fahrrad) und hatten eine Stunde lang einen Heidenspaß dabei die Insel zu umrunden, inklusive Drag Races. Dann saßen wir in der Abendsonne an der Donau und ließen die Seele baumeln. Zum Schluss gab es vom Musikbrunnen noch einen Ohrwurm für den Rest der Reise dazu, der auch perfekt zur Leichtigkeit des Sommerwetters passt.


Zum Abendessen landeten wir in einem Bistro in Parlamentsnähe, in dem sonst nur ein paar Ungarn vorne an der Bar saßen und aßen auch hier wieder gut, aber nicht ganz so günstig wie am Abend zuvor. Statt dann satt und müde ins Bett zu fallen, packten wir die Schwimmsachen und gingen im Rudas Thermalbad Nachtbaden. An den Wochenenden ist dort von 22:00 bis 4:00 zum Baden geöffnet. Das radioaktive Quellwasser (ja. Ernsthaft.) in den historischen Becken riecht zwar ein wenig nach faulen Eiern, aber ansonsten ist die Atmosphäre ganz wunderbar um sich ein wenig ins maurische Zeitalter zurückzuträumen. Man kann dann übrigens auch in die Sauna oder ins Dampfbad gehen und vom Pool auf der Dachterasse auf die beleuchtete Stadt blicken. Ein wirklich guter Tagesabschluss.

Was wir dann an unserem letzten ganzen Tag noch unternommen haben, gibt’s in der Fortsetzung zu sehen 😉

Advertisements

Ein Gedanke zu “Budapest

  1. Pingback: Budapest II | Lockenfuchs

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s