Literaturherbst

Ein Hoch auf meinen Bibliotheksausweis! Dank ihm entdecke ich in regelmäßigen Abständen, wie schön es doch ist, einfach ein bisschen zu lesen. Der Beste macht sich immer schon über mich lustig, wenn ich mich mal wieder nicht von einem Buch losreißen kann. Mein berühmtes „noch bis zum Kapitelende“ bezieht sich meist auf das über-über-übernächste Kapitel.
Nun lese ich ja keine besonders hochtrabende Literatur, sondern zum größten Teil sogenannte Frauenromane. Locker, fluffig, und am Ende gibt‘s immer die große Liebe. Und auch wenn‘s ein bisschen vorhersehbar ist, ich bin ein Fan von heiler Welt Literatur. Und jetzt kommt der große Vorteil eines Bibliotheksausweises: ich würde nie im Leben diese Bücher im Laden kaufen. Man liest sie ja in der Regel doch nur einmal, denn dann weiß man ja welcher Prinz das Mädchen rettet oder welcher Skandal am Ende ans Licht kommt und dann steht das gute Stück unnütz im Regal rum, in dem eh schon kein Platz ist, weil eine Reihe immer-wieder-lese Bücher dort schon steht (das ist übrigens meist Fantasy mit Happy End. Pratchett, Tolkien, Rothfuss). Also, in die Bibliothek, die Taschenbücher mit den bunten Covern aus dem Regal gezogen und wenn‘s dann wirklich mal ganz arger Schund ist, ist es auch kein Drama, war ja nur geliehen. Und so bin ich auf die folgenden beiden Bücher aus der Fremdsprachenabteilung gestoßen.
One night in Italy von Lucy Diamond erzählt die Geschichte dreier Frauen, die alle an Wendepunkten in ihrem Leben stehen und sich dann in einem Italienischkurs treffen, der dann natürlich extrem hilfreich für alle ist. Erzählt wird immer kapitelweise aus der Sichtweise der einzelnen Frauen, was ich ja schonmal sehr mag. Dann gibt es natürlich noch ein großes Geheimnis und viele offene Fragen, sodass ich natürlich immer weiter lesen musste, bis es schließlich zum großen Happy End kommt.
Das zweite Buch ist in der Erzähltechnik ganz ähnlich, diesmal wird aber nicht nur die Sichtweise, sondern auch der Zeitstrang gewechselt und immer mal darin umhergesprungen, sodass man beim lesen echt ein bisschen aufpassen muss, wo man denn nun gerade ist. The altogether unexpexted disappearance of Atticus Craftsman von Mamen Sánchez ist ehr dicht erzählt und voller schwurbeliger Charaktere, deren ganz persönliche Logik nicht immer ganz nachvollziehbar ist. Die Geschichte spielt in Spanien, es geht drunter und drüber, herrlich chaotisch und der ganze Eindruck wird durch die Erzählweise noch verstärkt. Mir hat es viel Spaß gemacht es zu lesen, spannend war es auch, aber man muss den Stil mögen.

Ich habe nicht recherchiert ob und wo es diese beiden Bücher auf deutsch gibt, aber wer ein bisschen seichte Lektüre auf Englisch sucht, kann ja mal gucken ob es diese beiden auch in seiner Bibliothek gibt. Ich widme mich jetzt erstmal etwas seriöserer Literatur und plane meine nächste Reise.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s