12 von 12

Ja, mich gibt‘s noch! Und endlich auch mal wieder 12 von 12 🙂 Die Bilder sind keine Schönheiten, aber mein 12. war ein guter Tag, da bleibt sowas manchmal auf der Strecke.

Ich stehe früh auf und starte mit einem wunderbar falsch zugeordneten Zitat in den Tag.

Nach dem Frühstück heißt es Sachen packen, denn ich bin auf eine Gesellschaftsjagd eingeladen.

Aus diesem Berg an Klamotten und Zeug wird mal ein ordentlich gepackter Rucksack. Ja, das ist viel Gepäck, aber draußen ist es kalt und ich brauche viele Extra-Kleidungsschichten.

Ich habe überraschenderweise noch ein Viertelstündchen Zeit, gerade richtig um die Spülmaschine auszuräumen.

Der Abwasch von gestern Abend kommt auch noch dran.

Dann mache ich mich los, meine Papa treffen. Auf dem Weg bereue ich sofort, die gute Kamera nicht einpackt zu haben. Mein Handy fängt leider nur einen Bruchteil der Schönheit des ersten Frostes ein.

Unser halbwilder Parkplatzkater Mecki hat sich ein erhöhtes Plätzchen gesucht. Trotzdem beschwert er sich bei mir lautstark über die Kälte.

Noch mehr gefrorene Schönheiten. Es ist so kalt, dass sogar Dampf aus dem kleinen Bach aufsteigt, an dem ich entlang gehe.

Gemeinsam mit meinem Vater geht es dann los. Auf dem Weg sammeln wir noch entfernte Verwandtschaft ein, die extra zur Jagd angereist ist. Es ist schön, dass wir durch unser gemeinsames Hobby Kontakt halten. Nach der Begrüßung aller Jäger am verabredeten Treffpunkt werden wir auf unsere Positionen im Wald verteilt. Das Wetter ist perfekt, die Sonne bricht schon bald durch die Baumkronen.

Ich bin noch keine fünf Minuten an Ort und Stelle, da kommt ein Fuchs vorbei. In vielleicht zehn Metern Entfernung läuft er gemächlich durchs Unterholz. Er guckt kurz zu mir herüber, scheint mich aber nicht wahrzunehmen. Erst als er einen Bogen schlägt und auf meine „Fährte“ stößt, beschleunigt er sein Tempo und zieht auf direktem Weg davon. Ich freue mich über diese Begegnung.
Je länger ich stehe, desto kälter wird mir. Ich lege noch ein paar Schichten Kleidung an, am Ende trage ich drei Hosen, eine davon wattiert und fünf Lagen am Oberkörper, davon zweimal Fleece, dann ist es auszuhalten.
Nach einer Weile ist dann Hundegebell zu hören. Die Treiber haben ihre Arbeit aufgenommen und bewegen sich nun in einer Kette durch den Wald um gemeinsam mit den Hunden das Wild aufzuscheuchen. Bei diesem guten Wetter haben sie viel Erfolg, allein bei mir kommen im Laufe der Jagd mehrere Rehe und ein Wildschwein vorbei. Dafür, dass ich schon oft gar nichts gesehen und fürchterlich gefroren habe ein tolles Erlebnis. Da das Wild aber stets hochflüchtig, also sehr schnell unterwegs ist oder nur hinter Bäumen kurz stehen bleibt, schieße ich nicht.
Meine Geduld wird dann auch belohnt: ein Reh zieht schließlich gemächlich in geringer Entfernung vorbei und bleibt genau so vor mir stehen, dass ich einen guten Schuss anbringen kann.
Ich muss warten bis die Jagd offiziell vorüber ist, bevor ich das Wild bergen und versorgen kann. Da ich hier in einem „fremden“ Revier jage, gehört das Wildbret nicht mir, sondern mir bleibt nur das kleine Jägerrecht, die Innereien. Ich sichere mir also Leber und Herz, dann bringen wir das Reh zum Sammelplatz. Dort wird mir dann auch der „Bruch“ verliehen, ein kleiner Fichtenzweig, den ich mir an den Hut stecke, ein Symbol für den Erleger. Mit Jagdhörnern wird unser Jagderfolg verkündet und wir erweisen dem Wild die letzte Ehre.

Dann geht es wieder nach Hause, ins Warme. Inzwischen ist es Nachmittag und ich habe seit dem Frühstück nichts gegessen. Deshalb gibt es erstmal ein Butterbrot und warmen Tee, während wir an der Kaffeetafel sitzen und uns mit unserem Besuch unterhalten.

Schließlich machen wir uns wieder auf dem Weg, zum Abschluss des Jagdtages findet ein gemeinsames Abendessen in einem Gasthof in der Nähe des Reviers statt. Es gibt Haxen, Schnitzel und die üblichen Stammtischgespräche. Für mich sind vor allem die Jagd- und Lebensgeschichten der teilweise schon etwas älteren Herren interessant, aber es ist auch eine gute Gelegenheit um einmal Sichtweisen und Standpunkte auszutauschen.

Der zwölfte ist schon fast rum, als ich endlich meinen Vater und zwei seiner Kumpel nach Hause fahre. Dann bringe ich noch kurz meine „Beute“ in den Kühlschrank und falle müde ins Bett.

Mehr 12 von 12 mit tollen Bildern und Geschichten gibt es für alle bei Draußen nur Kännchen 🙂

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