Mal eben Amsterdam.


Letzte Woche noch Ostwestfalen-Lippe, jetzt Amsterdam. Man muss sich in meinem Alter ja auch mal ein bisschen jetset gönnen, nicht wahr? Ich verließ meinen Arbeitsplatz am Freitag also bereits gegen Mittag, setzte mich in den ICE und war beinahe pünktlich um sieben bei meiner Amsterdamfreundin am Bahnsteig. Wir verbrachten den Abend mit klönen, quatschen und Abendessen beim Asiarestaurant. Ganz mutig bestellten wir das seven colour coconut milk drink dessert. Eine Erfahrung wert, die für viel Erheiterung sorgte.

Am nächsten Morgen beschlossen wir beim Blick aus dem Fenster doch lieber nicht zu einer Dünenwanderung ans Meer aufzubrechen, denn es war recht windig und wechselhaft. Stattdessen fuhren wir in die Stadt und liefen durch die östlichen Inseln, ein Stadtteil voll moderner Architektur. Auch hier war es leider recht windig und von Frühling noch nicht so viel zu spüren. Wir diskutierten über das Leben in holländischen Reihenhäusern, Hausboote und abgefahrene Architektur, beguckten den Walfisch, viel Wasser und diverse Brücken.


Schließlich nahmen wir eine Tram um uns ein bisschen aufzuwärmen und fuhren zum Albert Cuyp Markt, schon deutlich touristischer. Wir hatten allerdings ein genaues Ziel, denn auf meiner Asterdam-to-do Liste stand ganz oben „frische Stroopwaffel essen“. Ja, die sind wirklich jede einzelne Kalorie wert.

Weil uns immer noch kalt und die Füße inzwischen müde waren, setzten wir uns in ein Cafe in der Nähe, tranken Tee und aßen die frisch nachproduzierte Tagessuppe mit „parsnip and truffle“.
Zum Abschluss bummelten wir durch die Einkaufsstraßen zurück zum Bahnhof, ich kaufte mir endlich mal ein paar Halbschuhe und wir resümierten, dass selbst zwischen concept store und h&m immer noch ein Käseladen Platz findet. Oder eine Frittenbude. Vor dem Palast fand gerade ein kleiner Rummel statt, mit wirklich krassen Fahrgeschäften und vielen Kuscheltiergewinnspielen. Am beliebtesten schien das „Kamelen Race“ zu sein, wir begnügten uns jedoch mit gucken.

Anschließend besorgten wir noch Zutaten fürs Abendessen und fuhren heimwärts, wo es dann Pizza mit extra viel Belag gab (wir wollen ja nichts verkommen lassen). Wir unterhielten uns dann noch übers Ausgehen in Amsterdam und blieben doch zuhause, denn die frische Luft hatte uns ganz schön müde zurück gelassen.
Am Sonntag kaufte ich nach dem Frühstück mit holländischem Brotbelag zunächst im Supermarkt einen Arm voll Stroopwaffels und anderer Leckereien für die Kollegen, verstaute alles mehr oder minder praktisch in meinem Rucksack und auf in die Stadt.


Unser Ziel war das Micropia, ein Museum für Mikroorganismen direkt neben dem Zoo. Das Museum ist noch recht neu, das Konzept entsprechend erfrischend modern, alle Informationen in gleicher Qualität auf Englisch und Niederländisch. Man kann diverse lebende Mikroorganismen unter Mikroskopen beobachten, sich die Informationen in kleinen Filmchen servieren lassen und einen Stempelpass mit Mikroben füllen. Es wird sogar sehr hübsch erklärt wie ein Labor aussieht 😉 Eine lohnenswerte Attraktion.

Anschließend hatten wir noch etwas Zeit und fuhren zu den Foodhallen, hippe high-end Streetfoodläden in einer Halle. Dort gab es dann Chicken Curry Rice, eine Spontanentscheidung ob des verwirrenden Angebots. Bei einem letzten Gang durch die Stadt besorgte ich noch den obligatorischen Souvenirkäse für den Besten, bevor es im Zug wieder heimwärts ging.

Im Fazit bleibt zu sagen, dass niederländische Küche immer noch für eine Überraschung gut ist, ein Wochenende viel zu kurz, immer genau dann Wolken aufziehen, wenn man ein Foto macht und einen concept store zu eröffnen eine interessante berufliche Alternative wäre. Ich komme dann mal im Sommer wieder, um Patat Oorlog zu essen und mal eine holländische Stadt mit grün zu sehen.

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Komm, wir fahren nach Amsterdam!

gracht
Es ist jetzt schon wieder einen Monat her, dass ich mit guten Freunden eine gute Freundin in Amsterdam besucht habe. Wie bereits im letzten Jahr in Stockholm hatten wir unglaublich viel Spaß. Wenn man sich z.T. länger nicht gesehen hat und dann drei Tage mit wenig Schlaf und viel Programm verbringt, wird es unweigerlich witzig.
Heute bekommt ihr also endlich mal den Reisebericht aus der Stadt mit den vielen Grachten und den vielen Touristen.
Spätabends kamen wir in unserer airbnb-Unterkunft in Duivendrecht an. Zu fünft hatten wir ein ganzes Haus gebucht und, ja, das war wirklich cool. Drei Schlafzimmer, Dachterasse, ein großer, gemütlicher Wohn- und Essbereich mit vollausgestatteter Küche, alles relativ neu, gut gepflegt und sauber. Allein schon die high-end Lichtanlage sorgte bei unseren Spielkindern für Begeisterung. Nach dem veganen Abendessen hatten wir uns viel zu erzählen und es wurde ziemlich spät.
Frühstück auf holländisch
Beim Frühstückseinkauf am nächsten Morgen gab es noch einen Strauß Tulpen dazu, ein bisschen Frühling für alle, bevor wir uns mit der Metro ins Zentrum wagten. Das Wetter war zwar, wie im Februar zu erwarten, durchwachsen, aber dennoch haben wir einen Großteil der Stadt zu Fuß erkundet. Amsterdam ist zwar sehr überlaufen, aber auch wirklich schön. An jeder Ecke gibt es kleine Cafés mit hausgemachtem Kuchen und frischen Waffeln und wenn man abseits der ganz schlimmen Touripfade läuft ist die Dichte an Coffeeshops erträglich. Das ist ein bisschen das zwiespältige an dieser Stadt. Es gibt das ruhige, verträumte, ein bisschen romantische Amsterdam mit Grachten und den Grachtenhäusern, den kleinen Cafés und Geschäften. Und dann ist da das Party-Amsterdam, die Stadt mit dem Rotlichtviertel und den Coffeeshops, mit den betrunkenen Touristen und ramschigen Andenkenläden. Mir gefällt ja das erstere besser 😉
DeWaag
Nachdem wir irgendwann etwas durchgefroren waren, besichtigten wir den alten Palast. Der im Eintritt inklusive Audioguide bot auf Knopfdruck sogar Zusatzinformationen zu den einzelnen Stationen, je nachdem ob man sich für architektonische oder historische Details interessierte. Nach dem Palastbesuch vervollständigten wir unsere Runde durch die Stadt und fuhren zum Kräfte sammeln und Abendessen wieder nach Duivendrecht, bevor wir uns noch einmal in das Nachtleben im Zentrum stürzten. Am Ende landeten wir in einer netten Kneipe mit hausgebrautem Bier, probierten Bitterballen, alten Käse und guten Senf und verquatschten uns mal wieder.
Am nächsten Tag holten wir bei wunderschönen Sonnenschein die etwas verstreut liegenden Sehenswürdigkeiten nach und besichtigten den Campus der freien Universität, machten ein grandioses Fotoshooting mit den „Iamsterdam“-Buchstaben und spazierten durch den Vondelen Park.
kirchturm
Dann gönnten wir uns noch ein typisches Amsterdamhighlight: eine Grachtenrundfahrt. Vom Wasser aus eröffnen sich tatsächlich ganz andere Perspektiven und einige Plätze und Gebäude, die man die Tage zuvor schon „erlaufen“ hat erkennt man erst auf den zweiten Blick. Witzig war auch der automatische Audioguide auf dem Boot. Zunächst kamen die Erklärungen auf holländisch, dann auf deutsch und dann auf englisch. Da man die Kernaussage meist schon auf holländisch versteht, dann auf deutsch noch einmal erklärt wird, ist spätestens die dritte Erläuterung auf englisch… sehr ermüdend. Wieder festen Boden unter den Füßen besichtigten wir noch ein sehr schlechtes Museum bevor wir wieder zur Ferienwohnung zurückkehrten.
Am Abreisetag räumten wir die Wohnung und zogen noch einmal zum Souvenirshopping los, bevor es spät abends wieder heimwärts ging.
Vielen Dank meine lieben Mitreisenden, es war ein großartiges, lecker, toppetje Wochenende mit euch 🙂
traum
Und über niederländische Spezialitäten werde ich dann nochmal einen gesonderten Beitrag schreiben, das wäre hier zu viel geworden.