Andalusien: die lange Anreise

Ja, ich hab‘s nicht vergessen, ich schulde noch ein paar Berichte und Eindrücke von unserer Andalusientour. Ich weiß nicht so recht wie ich das sinnvoll anstellen soll ohne in die übliche „und dann haben wir…“ Erzählerei zu verfallen, aber vielleicht ist das ja trotzdem ganz interessant.
Los geht‘s mit der dicksten Geschichte des Urlaubs, die eigentlich noch vor dem Urlaub steht. Gute Urlauber wie wir sind, waren wir am Flugtag extra pünktlich am Fraport, gaben unser Gepäck auf und stellten uns auf die übliche Warterei ein. Irgendwie am Rande bekamen wir dann mit, dass das gesamte Terminal geräumt wurde, „Behördeneinsatz“, vielleicht erinnert sich der ein oder andere an die Meldung in der Tagesschau. Zunächst dachten wir uns dabei nix, war ja noch genug Zeit. Es wurde dann auch schon wieder Entwarnung gegeben, der Bereich wieder schrittweise geöffnet. Wir standen also in der Schlange um zum Sicherheitscheck voran zu kommen, da kam die gefürchtete sms: Ihr Flug wurde annulliert. Schicksalsergeben reihten wir uns also in die Schlage zur Umbuchung ein, standen dort drei Stunden herum und bekamen schließlich neue Tickets für den nächsten Tag und ein Hotelvoucher. Die erste Urlaubsnacht verbrachten wir also ohne Gepäck im ICE Hotel Frankfurt Flughafen. Ein total malerischer Ort direkt auf der anderen Seite des Rollfelds, mit einer beruhigenden Autobahn auf der anderen Seite.

Das Abendessen war okay, eine Notfallzahnbürste gab‘s auch und das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen war richtig gut. Haben wir das also auch mal erlebt. Um unsere Odyssee perfekt zu machen waren wir am nächsten Tag nicht auf einen, sondern auf zwei Flüge umgebucht worden, noch dazu eine andere Fluggesellschaft. Unsere Koffer sollten dann automatisch mitgenommen werden, sie seien ja schon im System. Wir brachen also gespannt auf, einmal Frankfurt – Rom und direkt weiter Rom – Málaga. Meinem Magen gefiel das gleich zweimalige Starten und Landen zwar nicht, aber immerhin waren wir nach fünf Stunden Reise dann tatsächlich in Spanien. Nur: unsere Koffer nicht. Die waren natürlich noch „im System“ im Frankfurt. Wir wissen jetzt also auch wie man Gepäck als vermisst meldet. Wenig begeistert holten wir dann unseren Mietwagen ab, der erste richtige Lichtblick des Tages, ich hatte darüber ja schon berichtet.
Unser ursprünglicher Plan hatte vorgesehen nach der Anreise eine Nacht bei Málaga zu übernachten und am nächsten Tag nach Granada weiter zu fahren. Da wir ja jetzt einen Tag zu spät waren, fuhren wir also direkt die anderthalb Stunden nach Granada, denn unsere Unterkunft dort hatten wir schon gebucht.
Unsere Koffer tauchten dann am nächsten Abend in Málaga auf, und da wir den „wir schicken das mit dem Kurier, ist dann morgen Mittag bei Ihnen“ Versprechungen eher skeptisch gegenüber standen, fuhren wir also nochmal zurück. Immerhin, wir konnten die Koffer und damit unsere Wäsche, Hygieneartikel und anderen Habseligkeiten tatsächlich relativ problemlos im Empfang nehmen. Auf dem Rückweg nach Granada gönnten wir uns dann noch einen Badestopp an der Costa del Sol und so hatte alles dann letztendlich ein gutes Ende, oder vielmehr der Urlaub einen verspäteten Start.
Nächstes Mal dann mehr zu Granada und unserer etwas außergewöhnlichen Unterkunft.

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Andalucía mit Auto

Ich weiß nicht wo ich anfangen soll mit Urlaubserzählungen, wir haben soviel gesehen… Málaga, Granada, Córdoba, Sevilla, Jérez, Cádiz, Tarifa, Ronda und wieder Málaga. Alles mit dem Mietwagen, das heißt viele Kilometer auf landschaftlich reizvollen Strecken. Also, erstes großes Thema: Autofahren in Spanien.

Braucht man denn überhaupt ein Auto? Kommt ganz drauf an. Wenn man sich vor allem die großen Städte angucken möchte, eher nein. Man kommt dem Hörensagen nach sehr gut mit Fernbussen umher und hat vor allem ein großes Problem weniger: die Parkplatzsuche. Andererseits gibt so ein Auto unheimlich viel Flexibilität. So konnten wir noch einmal zum Flughafen zurückfahren um unsere Koffer abzuholen (ein andern mal dazu mehr), man ist zeitlich nicht gebunden, man kann unterwegs noch andere Orte oder Sehenswürdigkeiten mitnehmen, man kann beim Lidl einfach ein paar 6er Träger Wasser auf Vorrat ins Auto laden und so weiter. Besonders nützlich ist das Auto, wenn man in kleineren (Strand-)Orten weilt, dann stehen nämlich sämtliche Badebuchten der Umgebung oder außerhalb gelegene Aktivitäten (Ponyhof, Surfschule, Kletterpark) zur Verfügung.
Und wo mietet man das? Für uns war von vornherein klar, wir wollen zwei Fahrer haben und eine Komplettversicherung für alles, was so passieren kann. Nachdem die preisgünstigen Anbieter auf den gängigen Portalen stets schlechte Bewertungen im Bereich Kundenservice hatten, fand der Beste nach langer Recherche zu Helle Hollis. Sicher nicht die günstigsten, aber dafür mit absolut reibungslosen Service und guten Frühbucheraktionen. Die Übernahme bei der Ankunft dauerte etwa 10min, es wurde sogar deutsch gesprochen, dann gab es noch ein Mineralwasser aufs Haus dazu (eine nette Aufmerksamkeit wenn man gerade aus dem Flugzeug kommt) und den Schlüssel in die Hand. Wir hatten die zweitkleinste Fahrzeugkategorie gebucht und bekamen einen schicken VW up! Der Wagen war noch recht neu und für unsere Bedürfnisse optimal. Wie bei vielen neuen Autos ist der Motor nicht der Stärkste, wenn‘s auf der Autobahn bergauf ging mussten wir schon kämpfen, aber dafür fährt man dann auch nicht so leicht in die Radarfalle 😉 Die Rückgabe war dann übrigens in weniger als 5min erledigt, sodass wir vor Ort noch schnell unsere Koffer wiegen konnten (wieder ein einfach gut durchdachter kleiner Service), bevor es mit dem shuttle zum Flughafen ging. Wer in Málaga einen Mietwagen sucht, Helle Hollis mal auschecken.
Und, wie ist es so, mit den Spaniern im Straßenverkehr? Also wir hatten Spaß. Man braucht schon ein bisschen Nerven, vor allem im Stadtverkehr. Da wird dann schon mal gern rechts überholt, auch ohne Blinken eingeschert, an Kreuzungen gibt es grundsätzlich zweispurige Kreisel mit Fußgängerampel an der KreiselAUSfahrt und gehupt wird natürlich auch viel. Spanier parken auch gerne mal (mit Warnblinker) in zweiter Reihe, im Halteverbot, in Kurven, kurz: überall wo man nicht so wirklich parken sollte. Ist man dann aus dem Gröbsten raus und auf der Landstraße unterwegs wird es entspannter. Natürlich beißt so mancher Einheimische sicherlich ob der brav Tempolimit fahrenden Touris ins Lenkrad, denn es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein: Wird ein Tempolimit nicht alle 500m erneuert, ist es aufgehoben. Wir fuhren jedenfalls in der Regel die (nach unserer Meinung) erlaubten 60 (oder 70, 80, 90) und wurden dennoch oft von deutlich schnelleren Wagen überholt.
Wie sind denn die Straßen so? Die mautpflichtigen Autobahnen in privater Hand sind astrein (und sauteuer), zumindest das kleine Stück dass wir gefahren sind (übrigens alles was AP-irgendeine Nummer heißt). Bei den staatlichen Autovias (alles mit A-ein-oder zweistellige Nummer) sieht das schon ganz anders aus. Es kann durchaus sein, dass man mal gemütlich mit 100 km/h unterwegs ist und auf einmal durch ein dezentes Schild gebeten wird, die Geschwindigkeit zu drosseln, gefolgt von einem Warnschild vor Straßenunebenheiten. Was dann folgt ist ein „Speedbump“ erster Güte, der selbst mit der vorgegebenen reduzierten Geschwindigkeit das ganze Auto ordentlich durchschüttelt. Ich habe mehrfach unsere Stoßdämpfer bemitleidet. Diese Art von Straßenschäden ist weit verbreitet und auf manchen Landstraßen sogar noch extremer und auch öfters mal ohne Vorwarnung anzutreffen. Also immer schön den Vordermann beobachten, wenn der dezent auf und ab wippt besser mal das Tempo drosseln.
Zum Schluss noch ein zwei Highlights unserer Tour und bestes Beispiel für wahllose Spanier. Nahezu überall auf spanischen Straßen wird Rennrad gefahren. Am Besten da wo es bergig und kurvig ist, aber auch durchaus mal auf dem Standstreifen der Autobahn. Und das haben wir mehrfach gesehen. Doch eher befremdlich, da dann mit 100km/h vorbeizuziehen. Nur einmal gesehen haben wir dann jemanden der auf der Autobahn gejoggt ist. Also zu Fuß gelaufen. Auf dem Standstreifen und, wie sich das gehört, entgegen der Fahrtrichtung. Da waren wir beide dann etwas irritiert, denn schönes Laufen ist das doch nicht und bei den Abgasen auch sicher nicht gesund. Aber Spanien ist halt anders.