Und dann kam der Winter

Zunächst kündigte er sich auf den 7km Radfahrt zur Arbeitskollegingeburstagsfeier mit schönstem Schneeregen und gefühlt sehr kalten Temperaturen an. Als wir spät nachts uns auf den Heimweg machten lag eine schöne geschlossene Schneedecke, es war nicht mehr so gefühlt kalt und ich dachte erst die Heimfahrt würde ja jetzt ein Kinderspiel werden. Tja. Wäre es bestimmt geworden, hätte es mir nicht die Fahrradkette so vereist, dass sie partout nicht mehr auf den Ritzel liegen bleiben wollte. Entsprechend gut gelaunt schoben wir also unsere Räder zwei Stunden lang durch die wunderbare Schneenacht. Am nächsten Tag durfte mein Rad bei der Familie im Keller dann auftauen, die Kette wurde nochmal gespannt (viel ist da ohne ein Kettenglied rauszunehmen eh nicht mehr zu holen) und ich machte mich am Montag frohen Mutes über die immernoch dichte Schneedecke auf den Weg zur Arbeit. Lektion fürs Leben: auf festgefahrenem Schnee sind abrupte Bremsmanöver zu vermeiden. Damit ist eine meiner beiden tatsächlich noch passenden Jeans jetzt authentischer used look, die kleine Abschürfung am Knie aber nicht der Rede wert. Ab da war ich dann vorsichtig und mein Fahrrad kooperativ und jetzt ist der Schnee größtenteils wieder weggetaut. Und ich hab nicht einmal Fotos davon gemacht…

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Sturmerprobt

Als ich heute früh aus dem Fenster schaute, dachte ich mir „Na gut, das regnet jetzt ein bisschen, da musste halt durch.“ Als ich dann vor der Haustür stand, dachte ich mir „Uahh, das ist ja ordentlich Regen. Bis du auf Arbeit bist, biste durch.“ Als ich erkannte, dass der Wind letzte Nacht meine Fahrradsatteltrockenhalteplastiktüte weggeweht hatte, fluchte ich. Als ich an der ersten Straßenecke war, war ich schon völlig durchnässt und der Regen kam mehr von der Seite als von vorne. Als ich an der Kirche vorbei fuhr, dachte ich „Was für ein Sturm! Vielleicht hätte ich das Schlimmste zu Hause abwarten sollen.“ Als der Wind mir einen kleinen Ast vors Rad wehte, dachte ich „Hm, habe ich eine Unwetterwarnung verpasst?“ Als am Haus neben mir eine Sturmböe einen Dachziegel zu Boden beförderte, dachte ich „Du solltest wirklich nicht draußen sein!“ Als ich an der Ampel hielt und sah, wie der Regen die Bundesstraße quasi waagerecht hinaufpeitschte, kamen mir Zweifel, ob ich fahrend die andere Seite erreichen würde oder nicht aus Stabilitätsgründen lieber schieben sollte. Als ich am Supermarktparkplatz vorbeifuhr, sah ich einen Handwerker zum Auto rennen. Als ich an der zweiten Ampel hielt, kam der Regen von hinten rechts. Als ich an den Bushaltestellen am Klinikum vorbeifuhr, schauten mich die wartenden Menschen unter den Schutzhäuschen mitleidig an. Als ich mein Rad anschloss, tropfte es von meinem Helm, meiner Jacke, meiner Hose. Heile angekommen. Und mal wieder sehr froh einen Fahrradhelm zu tragen.

Übrigens: Meine Hose war heute Nachmittag gegen drei dann wieder komplett trocken. Meine Schuhe wurden es den ganzen Tag nicht.