Auf in den November!

Ein neuer Monat, eine neue Wahnsinnsfahrt! Auf geht‘s in den Spätherbst, ins graue Dunkel. Ich werde wohl genug zu tun finden um mich vom Novemberblues abzuhalten. Meine Pläne für diesen Monat:

Zum Freuen im November: wir bekommen Besuch von einer in Süddeutschland Verschollenen mit Anhang, die Winterliga geht los, wir sind auf einen Party eingeladen, ein gemütlicher Abend mit dem Fußballteam ist auch schon geplant und ganz viel Vater-Tochter-Zeit steht auf dem Programm. Ende November ist dann ja auch schon quasi gleich Weihnachten.

Halali im November: Die Jagdsaison ist im vollen Gange, deshalb geht es erstmal zum Üben auf den Schießstand und dann den vielen Einladungen zur Gesellschaftsjagd folgen. Eine davon wird uns zu länger nicht gesehenen Verwandten führen, gleich doppelt schön.

Auf Arbeit im November: Ich bin gerade noch einmal drumherum gekommen, gleich zu Anfang des Monats einen größeren Vortrag halten zu müssen, der ist jetzt erst kurz vor Weihnachten dran. Ansonsten nimmt mein Projekt jetzt ganz langsam etwas an Fahrt auf und ich werde entsprechend ein bisschen ungeduldig. Ich will endlich mal richtig loslegen, aber gut Ding will Weile haben.

Küchenpläne im November: Wir müssen Kürbis verarbeiten. Viel Kürbis. Suppe und Lasagne gab‘s schon einmal und das Rezept für Kürbiskuchen von letzten Jahr habe ich schon als Cupcakes serviert. Da geht aber eindeutig noch mehr! Kürbisbrötchen zum Beispiel. Oder gefüllter Kürbis. Oder weitere Kürbiskuchenrezepte.

Meine Utopien für November: Ich würde gerne die Urlaubsfotobücher in Angriff nehmen, Kissenbezüge fürs Wohnzimmer nähen und Weihnachtsgeschenke stricken. Realistisch gesehen bin ich wahrscheinlich froh, wenn ich den Adventskalender für den Besten fristgerecht und kreativ befüllen kann 😀

Auf einen tollen Restherbst!

Nebelberge


Schon als ich die Einladung meines Graduiertenkollegs zur gemeinsamen Brockenwanderung im Oktober bekam war klar, dass das bestimmt ein recht kühles und nasses Vergnügen werden würde. Trotz widriger Wettervorhersage wurde das geplante Programm aber tatsächlich durchgezogen, sodass wir durch dicken Nebel und beständigen Nieselregen auf dem berühmten Goetheweg dem Gipfel entgegen stapften. Ich war glücklich. Ich mag den Wald im Herbst, ich mag die frische, klare Luft, ich mag das Mythische, das der Nebel mit sich bringt, ich mag die Vorfreude auf die heiße Tasse Tee im Ziel.

Oben angekommen wurden wir dann auch mit der Aussicht auf eine dicke weiße Nebelwand und warmer Erbsensuppe belohnt.

Da es sich ja um einen offiziellen wissenschaftlichen Retreat handelte, gab es noch eine sehr lange Runde an Kurzpräsentationen mit Diskussion bevor wir durch den tatsächlich nochmal stärker gewordenen Regen wieder hinab stapften. Am Ende waren wir alle erschöpft, aber glücklich und ein wenig durchnässt.

Man sollte öfter mal bei Wetter nach draußen gehen.

Herbst im Wald


Was liegt näher als am Tag, an dem der verschwundenen Grenze im Land gedacht wird, die Grenzen dessen abzulaufen was seid Jahrhunderten der Dorfgemeinschaft gehört? Ein Waldspaziergang bei grauem Herbstwetter, mit frischer Luft, nasser Erde, grünem Moos und vielen Herbstschätzen, die in die Manteltasche wandern.




Das Licht immer wieder anders, je nachdem ob gerade ein Schauer oder eine Wolkenlücke vorüber zieht. Dazu waldbauliche Erläuterungen und angedrohte Arbeitseinsätze durch den betreuenden Förster und am Ende Würstchen vom Grill für alle. Heimat.

Auf in den Oktober!

Pünktlich wie eh und je, meine Pläne für diesen Monat.

Schon getan im Oktober: einen ganzen Tag im Regen verbracht und am Ende 150l Apfelsaft nach Hause gefahren. Den Erntedankgottesdienst besucht.

Zum Freuen im Oktober: Ich bin auf eine Party eingeladen, die Vorbereitung für die Uniliga geht los, ich werde mal wieder eine Realgemeinde erwandern, ich fliege dem Besten hinterher nach Fernost, zwei Kolleginnen feiern ihre Promotion mit Gänselieslküssen und einer fetten Party, und die Abteilungsehre muss auf einem Fußballturnier verteidigt werden. Ach ja, und dann ist es ja auch noch Herbst, mit bunten Blättern, Kürbisernte, Schmuddelwetter und viel Tee.

Auf Arbeit im Oktober: geht es hoffentlich bald ordentlich voran. Ich denke es wird stressig, aber zwischendurch bin ich dann ja mal kurz weg, es wird also auszuhalten sein. Ein Vortrag meines Betreuers über mein Projekt macht dann den Auftakt, ich darf selber zum Wander-Retreat auch nochmal ran und dann für Anfang November eine richtige Präsentation vorbereiten. Leider fahre ich nicht mit den Kollegen nach Berlin auf Tagung, da hätte ich auch echt Lust drauf gehabt.

Nestbautrieb im Oktober: Ich habe Stoffe bestellt und war beim schwedischen Möbelhaus. Jetzt wollen die Wohnzimmervorhänge endlich gekürzt, die gekauften Stoffe vernäht und alles hübsch hergerichtet werden. Ein paar Bilder warten auch immer noch auf ihren großen Einsatz an der Esszimmerwand. Pläne über Pläne, Ideen ohne Ende, nur die Zeit…

Soweit, so gut, ich bin gespannt, was dieser Monat noch alles so bereithält. Habt einen schönen Herbst!

Donnerstagmorgen

Die Urlaubsbilder sind in Arbeit, solange ein bisschen Belangloses vom Morgen.
Beim Weckerlingeln ist mein Kopf fest davon überzeugt es wäre Samstag und ich könnte noch ein bisschen länger liegen bleiben. Leider nein, es ist erst Donnerstag und selbst wenn Samstag wäre müsste ich aufstehen, da hab ich nämlich einen Termin. Zum Glück gibt es fröhliche Nachrichten vom Besten aus Fernost und hinter den Gardinen einen rosa Sonnenaufgang, das gibt mir dann doch grad genug Energie um das Bett zu verlassen. Ich merke, der Erkältung gefällt es nach wie vor gut bei mir und ziehe erstmal meine Jogginghosen an. So ein tröstliches Kleidungsstück! Zum Frühstück gibt es Birne-Mohn Haferflocken, mit Birnen aus dem Garten. Dieses Jahr trägt der Baum ganz fantastisch und die Früchte sind fest und saftig, sehr lecker. So langsam wird es draußen hell und ich satt und die Motivation stellt sich ein. Auf in einen neuen Tag.

Herbstgold


Dieses Jahr ist ein Apfeljahr. Die Bäume hängen voll, unter den Bäumen kann man keine Schritt machen, ohne auf einen Apfel zu treten. Egal wie viel man verarbeitet, es bleibt immer noch was übrig.

Und so sammeln wir und pflücken. Sitzen im nassen Gras, atmen frische Herbstluft und den Geruch von Erde und Äpfeln. Tragen Körbe voll kleiner, hutzeliger Äpfelchen. Füllen Säcke mit grünen und roten und gelben Äpfeln. Fangen gleichzeitig auch die letzten Sonnenstrahlen ein, die letzten milden und die ersten kalten Tage. Sammeln das was der Sommer hat reifen lassen und konservieren es für die nächsten Monate.

Die vielen, vielen Äpfel werden zum Mosten gefahren und aus fünf Säcken Äpfeln werden fast zweihundert Liter Saft. Einen Teil wird mein Vater zu „Verhunztem“ vergären, Apfelwein aus eigener Herstellung, den ersten gibt es dann zu Weihnachten zu kosten. Der Rest wird pasteurisiert und in zehn Liter Plastikblasen gefüllt. Bis zum nächsten Herbst reicht dann hoffentlich der goldene Saft, der so viel Mühe gemacht hat und für mich immer mit diesen Herbsttagen im Garten verbunden ist.

Herbstdinge


Ich mag Herbst. Die Luft ist klar und frisch (und auch ein bisschen kalt, ich geb’s zu). Das Herbstlaub leuchtet, überall kann man tolle Herbstschätze finden. Es gibt zwei Arten von Wetter, einmal die strahlenden klaren Sonnentage, an denen man zum Teil noch im Pullover umherlaufen kann. An diesen Tagen ist es herrlich, draußen unterwegs zu sein und die ganze Fülle an Farben und Früchten zu genießen. Und dann gibt es diese ussseligen Herbsttage, mit Regen und grauem Himmel, Vorboten der nächsten Monate. Diese Tage sind wunderbar um sich guten Gewissens mit Strickzeug oder Buch auf das Sofa zu lümmeln, einen Tee zu kochen und das Leben vorüber ziehen zu lassen.

In der Natur geht jetzt alles wieder schnell, jeden Tag sieht es ein bisschen anders aus. Das Laub wird immer bunter, immer mehr Bäume und Büsche werfen Früchte ab, es wird Stück für Stück kälter. Morgens steigt Nebel auf und legt einen weißen Schleier über die Welt. Hier in der Stadt nicht ganz so eindrucksvoll wie auf dem Land vielleicht, aber trotzdem.
Ich freue mich am Sonnenschein und an der klaren Kälte. Sammele kleine Herbstdinge, Kastanien, Eicheln, Lampionblumen, Walnüsse und diese stacheligen Maronenhüllen. Zünde Kerzen an, koche Tee und kuschel mich in mein Lammfell auf dem Sofa. Bin ein bisschen wehmütig, nicht unbedingt, dass der Sommer vorbei ist, mehr, dass dieser tolle Herbst zu schnell vorbei gehen wird. Denn dann wird es grau und langweilig draußen.

Hucken und Bansen*

Es wird Herbst, morgens früh merkt man es ganz deutlich wenn der Sollingnebel über den Täler hängt und taubenetzte Spinnennetze zwischen schon trockenen Gräsern hängen. Dann kann man es fühlen und riechen: der Herbst kommt, auch wenn man ein paar Stunden später davon gar nichts mehr bemerkt.

Wir waren gestern schon so früh unterwegs, denn ein paar dutzend Buchenstämme mussten dringend auf ein ofenfertiges Maß gebracht werden. Wenn der Herbst kommt, kommt auch der Winter und im Winter wird geheizt. Das Bruderherz war gut gelaunt, arbeitswillig und begeistert bei der Sache (Achtung, Ironie). Der Beste und ich ergaben uns in unser Schicksal. Ein Tag Bewegung an der frischen Luft kann ja nicht schaden. Ausgerüstet mit Motorsäge und hydraulischem Spalter kamen wir gut voran, die Sonne vertrieb den Morgennebel, es wurde angenehm warm.

Wir aßen unsere Brotzeit im Schatten einer kleinen Buche und erfreuten uns an der Landschaft.

Am Ende das Tages schauten wir zufrieden auf zwei Polter Holz. Gerne würde ich schreiben „zwei akkurat gebanste (für den Laien: gestapelte) Polter Holz“, aber leider bin ich, was das Bansen angeht, völlig unbegabt. Von Seiten des Bruderherzes kam noch ein gehörige Portion absoluter Demotivation dazu und so können wir nur sagen „hoffentlich fällt es nicht um“. Geschafft ist geschafft und erst im nächsten Frühjahr geht der ganze Spaß von vorne los.

*plattdeutscher Dialekt meiner Heimat, in etwa: Haufen und Stapel, aber auch metaphorisch für eine Menge Zeug, eher unordentlich.