Januar im Schnelldurchlauf

Im Januar
– habe ich nicht gebloggt…
– …dafür Inspiration in sehr vielen anderen Blogs angelesen.
– habe ich mir einige neue Dinge gegönnt.
– habe ich angefangen ein Scrapbook – project life – Ding zu führen.
– habe ich endlich das Fotoalbum für unsere Shanghaireise angefertigt. Fehlt nur noch Spanien (auch hier im Blog…)
– habe ich interessante Erfahrungen mit Fotodruck gemacht, sofort und bestellt. Man muss ja mal ein bisschen rumprobieren.
– war ich mal wieder beruflich in Berlin. Es war ein bisschen wie Klassenfahrt, plus schickere Locations.
– habe ich direkt noch einen Museumsbesuch am Abreisetag drangehängt.

– war ich auf einer Geburtstagsparty mit viel Wodka.
– war mal wieder eine Prozession zum Gänseliesl fällig. Die damit verbundene Bastelei macht mir immer sehr großen Spaß. Gibt es Jobs in denen man für Kreativexzesse bezahlt wird?

– habe ich bei einem Umzug geholfen und das erste Teil, dass ich in die Hand nahm prompt zerstört.
– fand die dritte Nacht des Wissens statt. Diesmal war ich auf Veranstalterseite dabei und habe interessierten Besuchern erklärt, was man als verrückter Naturwissenschaftler so tut. Ein klitzekleines bisschen Zeit um selber Einzelknopfnähte an Schweinefüßen zu üben hatte ich sogar auch noch.

– habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Blut gespendet. Wollte ich schon lange mal tun und war sehr entspannt. Angst vor Nadeln habe ich zum Glück nicht, dafür einen robusten Kreislauf und volles Vertrauen in die netten Leute bei der Blutspende. Im April dann Runde zwei.
– war auch einen kleine Einkaufstour beim schwedischen Möbelhaus fällig. Wir sind inzwischen Profis.
– war ich zum letzten Mal in dieser Saison auf Jagd. Am 31. Januar ist Hirschsilvester, dann ist erst mal Ruhe im Karton bis zum Mai. Zum Abschluss gab es einen wirklich traumhaften Winterwald mit knietiefem Pulverschnee.

Was habe ich getan?

Eigentlich wollte ich mich ja spätestens am 23. hier melden, von meiner vollgepackten Vorweihnachtswoche erzählen und allen Frohe Weihnachten wünschen. Dann aber lag ich am 23. im Bett, mit mir ein fieser Husten, eine laufenden Nase, schmerzende Glieder und ein dicker Kopf. Ich konzentrierte meine Energie also auf die wesentlichen Dinge und war Heiligabend tatsächlich auch schon wieder „fit“ genug um das Pflichtprogramm aus Kirche, Essen und Bescherung mit der Familie zu feiern. Jetzt also im Schnelldurchlauf vom letzten Adventswochenende bis heute 😉
Donnerstag, 15. Dezember: Früher war alles besser! Weihnachtsfeier des Studiengangs, und meine Güte, was sind die neuen Studenten alles angepasste Streber. Und dabei waren wir das schon. Aber vielleicht ist bei Jahrgang 1998 die Altersdifferenz auch einfach schon zu groß.
Samstag, 17. Dezember: Weihnachtsmarktbesuch mit Cousine und Kind. Ich bin die Böse, warum auch immer, gegen mich muss die Karre verteidigt werden. Anschließend hat der beste Freunde zum Abendessen und ich zum Kekse backen eingeladen. Unter konstanter Zuckergussinfusion verzieren wir bis nachts um zwei Einhörner, Flamingos, Füchse, Eulen, Haie, Schildkröten, Kamele usw. bis wir lachend zusammenbrechen.

Sonntag, vierter Advent: Der Beste und ich brauchen noch Geschenke für die Verwandtschaft und stehen kurzerhand den ganzen Tag in der Küche. Es gibt Kokos-Kugeln, Baileys-Boller, Rum-Rudolph-Cakepops und Nougat-Cashew-Sterne. Und kein einziges gutes Foto der fertigen Kreationen.
Montag und Dienstag sind voll mit Arbeit für mich. Dienstag halte ich einen wichtigen Vortrag vor erfrischend wenig Menschen (die Weihnachtswoche halt) und bekomme mal wieder interessante Ideen. Dann wird es ein wenig hektisch noch schnell alle offenen Baustellen zumindest soweit abzusperren, dass über die Feiertage hinweg nichts passiert und dann habe ich Urlaub. Der Beste kommt erst Abends spät zu mir aufs Sofa, er hatte noch ein Seminar außerhalb der Stadt.
Am Mittwoch können wir zwar Ausschlafen, aber dann hat uns die Erledigungsmühle schnell gepackt. Ich muss noch ins Stoffgeschäfft und wir brauchen neue Glühlampen fürs Esszimmer, denn die vorletzte von ehemals fünf ist inzwischen kaputt gegangen. Dann besuchen wir einen Freund im Krankenhaus, der sich noch am Vorabend spontan von seinem Blinddarm trennen musste. Zum Glück ist alles problemlos verlaufen und er wird am nächsten Tag schon entlassen. Wir radeln weiter, einmal quer durch die ganze Stadt um anderen Freunden beim Umzug zu helfen. Es ist kälter als gedacht während wir Kisten, Möbel und Kleinkram schleppen und hinterher braucht es eine ganze Pizza um mich wieder aufzuwärmen. Anschließend lassen wir den Abend noch auf dem Weihnachtsmarkt und in einer Bar mit den besten ehemaligen Kommilitonen ausklingen. Ich trinke heiße Schokolade mit Batida de Coco (lecker) und heiße Orange mit Thymian (sehr lecker).
Donnerstag muss ich dann auch noch früh aus den Federn, es geht auf Jagd. Leider ist das Wetter nur sehr mäßig, es regnet den ganzen Tag. Ich bekomme kalte Füße in meinen Gummistiefeln aber bleibe unter Vaters Regenponcho immerhin schön trocken. Abends fühle ich mich unendlich müde, mich fröstelt und als ich endlich zu hause bin geht es mir gar nicht mehr gut. Ich schlafe in Jogginghose und Kapuzenpulli und verbringe den nächsten Tag im Bett. Der Beste macht mir schließlich Pizza, die eine erstaunliche heilende Sofortwirkung hat.
Am Heiligabend bin ich dann noch angeschlagen, aber soweit wieder hergestellt, dass wir die Pralinen, Rudolphe und noch dazugekommenen Schokomandeln verpacken können. Bei der Familie gibt es dann das übliche Weihnachtsbingo. „Der Baum steht schief“ „Ist der Fisch auch wirklich durch?“ „Dieses Jahr gibt’s keine Geschenke“ (als ob) und „dreh mal die Kassette um!“, wir gehen in die Kirche, essen Forelle und werden alle viel zu reich beschenkt. Als ich abends in unsere Wohnung komme haben der Beste und sein Bruder ihre Feier auch schon verlagert und sitzen gemeinsam programmierend vor dem Rechner. „Wir haben hier aber Spaß!“
Am ersten Weihnachtstag soll es Weihnachtsessen bei meiner Familie geben. Wir haben uns zu helfen bereit erklärt und schuften mit meiner Mama durch ihr Küchenchaos. Am Ende steht ein leckeres Menu auf dem Tisch, aber wir sind alle ein bisschen fertig. Es gibt Ochsenschwanzsuppe mit Ravioli, Wildschweinbraten mit Schnupf- Schrumpf- Schupfnudeln und Rosenkohl und ein Spekulatiustramisu mit Himbeeren. Wir essen uns alle ziemlich kugelrund.



Auf ein ausgedehntes Nachmittagsprogramm verzichten wir dann, inzwischen hat meine Erkältung auch den Besten erwischt und ich verordne ihm Sofapause. Wir gucken also eine ziemlich alberne Youtubeweihnacht, trinken Tee und ich finde Zeit zum Stricken. Ein wundervoll entspannter Abend!
Für den zweiten Weihnachtsfeiertag ist dann Verwandtschaftsbesuch im Harz angesagt und trotz angeschlagener Gesundheit machen wir uns auf dem Weg. Auch das wird ein schöner Tag mit vielen lieben Menschen und sehr viel gutem Essen.
Jetzt sind wir wieder zu hause, kurieren uns aus und werden ganz entspannt das Vortragsprogramm des CCC vorm Sofa aus verfolgen. Ein Hoch auf das digitale Leben 🙂

Advent, Advent

Kinder wie die zeit vergeht! Ich hatte ein schönes, entspanntes Adventswochenende. Los ging‘s schon am Freitag, denn am letzten Freitag im November ist beim Cousin Niederwildjagd. Dort wird nicht nur auf Wild gejagt, das bei uns eher wenig Beachtung findet (Fasane. Schnepfen. Hasen.), es ist auch eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich dort trifft und abends nach der Jagd gemeinsam das ein oder andere Horrido anstimmt. Dabei wird auch die ein oder andere Flasche Schluck geleert, das gehört dort eben auch dazu. Am nächsten Morgen traf ich zum Frühstück einige weitere meiner Cousinen und Cousins und wir konnten uns zumindest ein wenig unterhalten bevor wir uns wieder auf dem Heimweg machten. Luftlinie wohnt dieser Teil der Familie gar nicht so arg weit weg, aber die Anbindung ist irgendwie Murks. Wenn wir gut durchkommen sind wir etwa drei Stunden unterwegs. Entsprechend erschöpft kamen wir dann Samstagnachmittag wieder zuhause an. Der Beste wartete schon auf mich und gemeinsam machten wir uns an die Herstellung von Falafeln und allen weiteren Zutaten für Falafeltasche. Sehr lecker! Ich las noch ein bisschen anspruchslose Literatur, bevor ich ins Bett fiel.
Am Sonntag gab‘s ein leckeres Adventsfrühstück und nach dem Wohnungsputz holte ich den Tannenbaum aus dem Keller. Der Beste hatte am Vortag schon meinen Tapiradventskalender befüllt. Bevor ich jedoch voll in den Dekowahn einsteigen konnte mussten wir zum Sonntagsessen zur Familie. Es war wie immer sehr gemütlich. Nach dem Essen banden der Beste und ich gemeinsam zwei Adventskränze. Mein Exemplar wurde mal wieder etwas „struppig“, meine Bindetechnik nennt der Beste auch liebevoll Monstertruckreifen*. Sein Kranz hatte dafür noch ein paar kahle Stellen, die aber professionell ausgebessert wurden. Wir vermachten den Monstertruckreifen der Familie und dekorierten unseren Kranz in weiß-rot. Dann buken wir nach einigem Überlegen Spritzgebäck. Meine Mutter war erfreut diese Arbeit abgenommen zu bekommen, wir hatten Spaß am Hantieren mit Omas elektrischem Fleischwolf. Zwischenzeitlich war mir zwar schlecht vom Teig naschen, aber am Ende hatten wir dann sechs Bleche Spritzgebäck produziert. Meine Mutter drückte uns dann einen ganze Dose Kekse auf, ich packte noch Kartoffeln und Kürbis ein und wir zogen bepackt nach Hause. Dort vervollständigten wir die Deko und schmückten erstmal den Baum. Meine Kugelsammlung ist jedes Jahr beim Auspacken ein neuer Grund zur Freude, der neuste Zuwachs ist ein original Käthe Wohlfahrt Herr Fuchs von meinen Eltern aus dem Herbsturlaub mitgebracht. Wir aßen die restlichen Falafeltaschen, ich füllte den Adventskalender für den Besten während er das Spritzgebäck mit Schokolade verzierte und schließlich kuschelten wir uns auf dem Sofa ein und schauten die neuste Folge der tollen Arztserie.
So gemütlich war dieses Wochenende, dass der Bericht ganz ohne Fotos auskommen muss. Ich reiche bei Gelegenheit welche nach.

* Eines Tages werde ich einen Treckerreifen besorgen und grün ansprühen. Sieht mit Kerzen und Kugeln bestimmt auch gut aus.

12 von 12

Ja, mich gibt‘s noch! Und endlich auch mal wieder 12 von 12 🙂 Die Bilder sind keine Schönheiten, aber mein 12. war ein guter Tag, da bleibt sowas manchmal auf der Strecke.

Ich stehe früh auf und starte mit einem wunderbar falsch zugeordneten Zitat in den Tag.

Nach dem Frühstück heißt es Sachen packen, denn ich bin auf eine Gesellschaftsjagd eingeladen.

Aus diesem Berg an Klamotten und Zeug wird mal ein ordentlich gepackter Rucksack. Ja, das ist viel Gepäck, aber draußen ist es kalt und ich brauche viele Extra-Kleidungsschichten.

Ich habe überraschenderweise noch ein Viertelstündchen Zeit, gerade richtig um die Spülmaschine auszuräumen.

Der Abwasch von gestern Abend kommt auch noch dran.

Dann mache ich mich los, meine Papa treffen. Auf dem Weg bereue ich sofort, die gute Kamera nicht einpackt zu haben. Mein Handy fängt leider nur einen Bruchteil der Schönheit des ersten Frostes ein.

Unser halbwilder Parkplatzkater Mecki hat sich ein erhöhtes Plätzchen gesucht. Trotzdem beschwert er sich bei mir lautstark über die Kälte.

Noch mehr gefrorene Schönheiten. Es ist so kalt, dass sogar Dampf aus dem kleinen Bach aufsteigt, an dem ich entlang gehe.

Gemeinsam mit meinem Vater geht es dann los. Auf dem Weg sammeln wir noch entfernte Verwandtschaft ein, die extra zur Jagd angereist ist. Es ist schön, dass wir durch unser gemeinsames Hobby Kontakt halten. Nach der Begrüßung aller Jäger am verabredeten Treffpunkt werden wir auf unsere Positionen im Wald verteilt. Das Wetter ist perfekt, die Sonne bricht schon bald durch die Baumkronen.

Ich bin noch keine fünf Minuten an Ort und Stelle, da kommt ein Fuchs vorbei. In vielleicht zehn Metern Entfernung läuft er gemächlich durchs Unterholz. Er guckt kurz zu mir herüber, scheint mich aber nicht wahrzunehmen. Erst als er einen Bogen schlägt und auf meine „Fährte“ stößt, beschleunigt er sein Tempo und zieht auf direktem Weg davon. Ich freue mich über diese Begegnung.
Je länger ich stehe, desto kälter wird mir. Ich lege noch ein paar Schichten Kleidung an, am Ende trage ich drei Hosen, eine davon wattiert und fünf Lagen am Oberkörper, davon zweimal Fleece, dann ist es auszuhalten.
Nach einer Weile ist dann Hundegebell zu hören. Die Treiber haben ihre Arbeit aufgenommen und bewegen sich nun in einer Kette durch den Wald um gemeinsam mit den Hunden das Wild aufzuscheuchen. Bei diesem guten Wetter haben sie viel Erfolg, allein bei mir kommen im Laufe der Jagd mehrere Rehe und ein Wildschwein vorbei. Dafür, dass ich schon oft gar nichts gesehen und fürchterlich gefroren habe ein tolles Erlebnis. Da das Wild aber stets hochflüchtig, also sehr schnell unterwegs ist oder nur hinter Bäumen kurz stehen bleibt, schieße ich nicht.
Meine Geduld wird dann auch belohnt: ein Reh zieht schließlich gemächlich in geringer Entfernung vorbei und bleibt genau so vor mir stehen, dass ich einen guten Schuss anbringen kann.
Ich muss warten bis die Jagd offiziell vorüber ist, bevor ich das Wild bergen und versorgen kann. Da ich hier in einem „fremden“ Revier jage, gehört das Wildbret nicht mir, sondern mir bleibt nur das kleine Jägerrecht, die Innereien. Ich sichere mir also Leber und Herz, dann bringen wir das Reh zum Sammelplatz. Dort wird mir dann auch der „Bruch“ verliehen, ein kleiner Fichtenzweig, den ich mir an den Hut stecke, ein Symbol für den Erleger. Mit Jagdhörnern wird unser Jagderfolg verkündet und wir erweisen dem Wild die letzte Ehre.

Dann geht es wieder nach Hause, ins Warme. Inzwischen ist es Nachmittag und ich habe seit dem Frühstück nichts gegessen. Deshalb gibt es erstmal ein Butterbrot und warmen Tee, während wir an der Kaffeetafel sitzen und uns mit unserem Besuch unterhalten.

Schließlich machen wir uns wieder auf dem Weg, zum Abschluss des Jagdtages findet ein gemeinsames Abendessen in einem Gasthof in der Nähe des Reviers statt. Es gibt Haxen, Schnitzel und die üblichen Stammtischgespräche. Für mich sind vor allem die Jagd- und Lebensgeschichten der teilweise schon etwas älteren Herren interessant, aber es ist auch eine gute Gelegenheit um einmal Sichtweisen und Standpunkte auszutauschen.

Der zwölfte ist schon fast rum, als ich endlich meinen Vater und zwei seiner Kumpel nach Hause fahre. Dann bringe ich noch kurz meine „Beute“ in den Kühlschrank und falle müde ins Bett.

Mehr 12 von 12 mit tollen Bildern und Geschichten gibt es für alle bei Draußen nur Kännchen 🙂

Auf in den November!

Ein neuer Monat, eine neue Wahnsinnsfahrt! Auf geht‘s in den Spätherbst, ins graue Dunkel. Ich werde wohl genug zu tun finden um mich vom Novemberblues abzuhalten. Meine Pläne für diesen Monat:

Zum Freuen im November: wir bekommen Besuch von einer in Süddeutschland Verschollenen mit Anhang, die Winterliga geht los, wir sind auf einen Party eingeladen, ein gemütlicher Abend mit dem Fußballteam ist auch schon geplant und ganz viel Vater-Tochter-Zeit steht auf dem Programm. Ende November ist dann ja auch schon quasi gleich Weihnachten.

Halali im November: Die Jagdsaison ist im vollen Gange, deshalb geht es erstmal zum Üben auf den Schießstand und dann den vielen Einladungen zur Gesellschaftsjagd folgen. Eine davon wird uns zu länger nicht gesehenen Verwandten führen, gleich doppelt schön.

Auf Arbeit im November: Ich bin gerade noch einmal drumherum gekommen, gleich zu Anfang des Monats einen größeren Vortrag halten zu müssen, der ist jetzt erst kurz vor Weihnachten dran. Ansonsten nimmt mein Projekt jetzt ganz langsam etwas an Fahrt auf und ich werde entsprechend ein bisschen ungeduldig. Ich will endlich mal richtig loslegen, aber gut Ding will Weile haben.

Küchenpläne im November: Wir müssen Kürbis verarbeiten. Viel Kürbis. Suppe und Lasagne gab‘s schon einmal und das Rezept für Kürbiskuchen von letzten Jahr habe ich schon als Cupcakes serviert. Da geht aber eindeutig noch mehr! Kürbisbrötchen zum Beispiel. Oder gefüllter Kürbis. Oder weitere Kürbiskuchenrezepte.

Meine Utopien für November: Ich würde gerne die Urlaubsfotobücher in Angriff nehmen, Kissenbezüge fürs Wohnzimmer nähen und Weihnachtsgeschenke stricken. Realistisch gesehen bin ich wahrscheinlich froh, wenn ich den Adventskalender für den Besten fristgerecht und kreativ befüllen kann 😀

Auf einen tollen Restherbst!

Auf in den Mai!

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus… Einen Traumstart hat er ja heute schon hingelegt, so kann das Wetter gerne bleiben! Überhaupt ist es ganz wunderbar im Mai draußen zu sein. Hier also meine kleine Aufzählung an Plänen für diesen Monat:

Zum Freuen im Mai: ganz viel grün und Sonnenschein, hoffentlich. Ich reise mit der besten Reisegruppe in eine weitere europäische Hauptstadt, vorher gibt es noch ein bisschen Zeit zu zweit mit dem Besten in Österreich. Ich möchte viel draußen sein und viel schaffen. Und vielleicht besuchen wir auch noch das Patenkind.

Auf Arbeit im Mai: habe ich eigentlich schon abgeschrieben groß was zu schaffen, die ganzen Feiertage und Kurzurlaube… Mein Praktikant ist leider auch nur noch zwei Wochen dabei, dann muss ich wieder selber arbeiten, so’n Mist ;P

Ganz allein im Mai: werde ich sein, der Beste ist „beruflich unterwegs“, eine ganze Woche werde ich mich also selber bespaßen müssen. Zum Glück hab ich ja noch Familie 😉

Wunschliste im Mai: Jetzt wo das Wetter wieder wärmer wird steht fest: ich brauche Sommermode (und sollte im Gegenzug vielleicht mal den Schrank ausmisten). Und noch so ein paar weitere Kleinigkeiten für die Urlaubssaison, zum Beispiel einen neuen Tagesrucksack und einen Kameraschultergurt.

Die Wohnung im Mai: Es müssen noch Stühle gestrichen werden und eine Reihe Bilder (wieder) an die Wand. Mal schauen, was ich am Ende geschafft haben werde.

Schon erlebt im Mai: habe ich den perfekten Auftakt der Bockjagdsaison mit meinem ersten Rehbock, über den meine Vater sich fast noch mehr freut als ich 😀 Dafür steht man am ersten Mai auch schon mal um vier Uhr früh auf. Leber mit Äpfeln und Zwiebeln gibt es dann morgen.

Regentag

Man weiß, dass es Zeit für eine Dusche ist, wenn man drei Meter gegen den Wind nach Erde, Lagerfeuer und gebratener Leber mit Zwiebeln riecht.
Man weiß, dass es ein guter Jagdtag war, wenn man abends genauso nach Hause kommt und es überhaupt nicht schlimm findet.

Ich saß gestern mal wieder auf einem Hochsitz. Im Regen. Ohne Dach. Irgendwie war das aber gar nicht so schlimm, wie es klingt, mir tat die meditative Ruhe und das obligatorische Frieren eigentlich ganz gut. Ein bisschen entschleunigen, ein bisschen archaisch fühlen, nach einer Arbeitswoche ist das vielleicht für meine Seele mal ganz erholsam. Ich saß zum Glück mit dem Rücken zum Wind, mein Gesicht blieb also auch dank Hutkrempe wunderbar trocken, nur die Beine, Füße, Arme waren hinterher leicht bis mittelschwer durchnässt. Nach zwei Stunden war’s dann aber auch gut, meine Hände eiskalt und von meiner Hutkrempe tropfte es.

Hinterher dann aufwärmen und erzählen in der alten Wohnküche, bei bollerndem Ofen, heißen Tee und frischer Leber. Hat was sehr ursprüngliches und ein bisschen von diesem warm fuzzy feeling.

So kann man einen verregneten Samstag doch ganz gut verbringen.

Man muss schon bekloppt sein…

Um 5.30 Uhr dreißig klingelt der Wecker. Kurz vor sechs quäle ich mich aus dem Bett, ziehe mich an und frühstücke länger als geplant. Wie gut, dass mein Rucksack schon vorgepackt ist. Trotzdem komme ich zu spät bei meiner Familie an. Wir verladen alles ins Auto, Mama hat mir Brote geschmiert. Ich verkrieche mich auf der Rückbank. Wir holen noch einen Mitfahrer ab, dann versuche ich ein wenig zu schlafen.

Um 9.45 Uhr sitze ich auf meinem Hochsitz, der ein eigentlich nur ein recht wackliger Klappsitz ist. Ich ziehe mir zusätzliche Schichten über, eine artistische Meisterleistung auf dem kleinen Sitz, und beginne zu warten. Kurz nach zehn kommen die Treiber vorbei, sie haben schon Rotwild gesehen. Lange passiert nichts. Ich esse einen Teil meiner Brote und trinke ein wenig Tee aus meiner Thermoskanne. Ab und an fallen in einiger Entfernung einzelne Schüsse. Mir wird kalt.

Es ist noch eine Viertelstunde bis zum Schluss der Jagd. Mein Sitz befindet sich in der Nähe der Jagdgrenze, das heißt auf „der anderen Seite“ ist jemand anderes für die Jagd zuständig und ich darf Wild, dass dort herumläuft, nicht bejagen. Plötzlich nehme ich jenseits der Grenze Bewegung war. Im ersten Moment bin ich baff, dort kommen sehr große Tiere durch das Unterholz. Zwei Stück Rotwild! Zum Abschuss freigegeben sind nur Rotwildkälber, aber beide sind etwa gleich groß. Noch dazu bleiben die beiden sicher auf der anderen Grenzseite. Zwei gute Gründe, lediglich zu beobachten. Als die Beiden aus meinem Sichtfeld verschwinden, zittere ich vor Kälte und Aufregung. Zum Glück ist es ja nicht mehr lang! Ich habe mich gerade ein wenig beruhigt, da sehe ich wieder Bewegung im Unterholz. Eine Ricke mit Kitz zieht ganz entspannt dort lang. Sie bleiben geradeaus vor mir stehen und beginnen zu äsen (=fressen 😉 ). Auch die beiden befinden sich sicher auf der anderen Grenzseite, ich nehme also das Fernglas zur Hand und beobachte sie. Die jetzt im Winterfell fast grauen Rehe sind zwischen den kleinen Buchen und dem ganzen Laub nur schwer zu erkennen. Würden sie sich nicht ab und an ein wenig bewegen, hätte ich keine Chance sie zu beobachten. Als in einiger Entfernung zwei Schüssen fallen, treten die beiden langsam den Rückzug an, tiefer ins Unterholz.

Um 13.00 Uhr entlade ich meine Waffe und packe meine Habseligkeiten zusammen. Mein Vater, der ein Stück weiter weg saß, kommt vorbei. Auch er hat das Rotwild gesehen und ist der Meinung, ein Kalb wäre dabei gewesen. Wir gehen zum Weg, der die Grenze markiert, um uns zu vergewissern, dass die beiden außerhalb unserer Befugnis waren. Wir stehen gerade auf dem Weg, links von uns das Nachbarrrevier, rechts „unser“ Bereich. Keine 20 m vor uns taucht links ein ganzes Rudel Rotwild im Wald auf. Ich entdecke zuerst den Hirsch der dabei ist. Uns beide haben sie noch nicht wahrgenommen. Recht entspannt ziehen sie in einer Reihe vor uns über den Weg. Vorneweg das Leittier, eine erfahrene Hirschkuh, nach ihr ihr Kalb, das deutlich kleiner ist. Dann folgen drei weitere Stücken „Kahlwild“, mein Vater erkennt sie als zwei Alttiere und ein starkes Kalb oder schwaches Schmaltier (einjähriges, weibliches Tier). Zum Schluss trottet der Macho hinterdrein. Ein starker Hirsch. Ich zähle auf die Schnelle drei Geweihenden und eine kleine, dreizackige Krone auf jeder Seite. Das wäre dann ein 12-Ender! Wow! Fast über den Weg, bemerkt das Rudel uns doch und beschleunigt seinen Schritt. So schnell wie sie aufgetaucht sind, sind sie auch wieder verschwunden. Hätte ich eine Viertelstunde länger auf dem Hochsitz ausgehalten, wären sie direkt bei mir vorbeigekommen. So habe ich zwar keine Gelegenheit zum Schießen gehabt, allerdings ein beeindruckendes Naherlebnis mit diesen großen, majestätischen Tieren. Ich bin für die drei durchgefrorenen Stunden mehr als entschädigt.

Um 20.33 Uhr steige ich endlich ins Auto Richtung Heimat. Das Abendessen bei unserem Gastgeber hat sich wie erwartet in die Länge gezogen. So ist das halt, wenn man entfernte Verwandtschaft zur Jagd besucht. Ich werde jetzt zwei Stunden durch die Pampa und irgendwann über die Autobahn gurken, bevor ich endlich in mein Bett fallen kann.
Man muss für diese Jagdsache schon ein bisschen bekloppt sein.

Landleben


Diesmal gibt es keine 12 von 12 hier, es hat einfach nicht gepasst. Stattdessen ein kleiner Bericht vom Wochenende. Wer trotzdem schöne Bilder vom Samstag gucken will, kann ja bei Frau Kännchen die anderen Blogger besuchen 😉

Donnerstag schnürten der Beste und ich unser Bündel und fuhren aufs Land. Putzeinsatz auf dem Landsitz, denn das Kusinchen hatte sich mitsamt Onkel und Freund für das Wochenende angemeldet. Auf Geheiß meines Vaters nahm ich die Jagdausrüstung mit. Nachmittags säuberten wir dann nicht nur das Haus, sondern auch einen Hochsitz. Waschbären hatten diesen über Jahre zur Toilette auserkoren, eine ziemlich eklige Angelegenheit. Nach einem Nachmittagsspaziergang im Regen ging ich dann mit dem Besten auf Ansitz. Der ehemalige Waschbärhochsitz erwies sich als ausgezeichneter Platz, wir bekamen Schweine, Rehe und einen Fuchs zu Gesicht. Zum Schuss kam ich allerdings nicht, denn die Schweine waren zu schlau und hielten sich versteckt. Ein tolles Erlebnis war es trotzdem.

Freitag schliefen wir aus, frühstückten spät und schwangen dann wieder Putzlappen und Staubsauger. Entgegen der Annahme meines Vater wird ein Haus ganz schön dreckig wenn es leer steht. Gegen Nachmittag traf mein Onkel ein und begab sich nach kurzem Plausch auf Radtour. Der Beste und ich besuchten derweil das Grab meiner Großeltern und spazierten vom Friedhof zum Cafe Landleben (absolute Empfehlung!). Dort gab es super leckere frische Waffeln mit heißen Kirschen und Bioschorle für jeden.

Anschließend wählte ich mir in der kleinen Kunsthandwerkabteilung noch eine handgesponnene Schafwolle aus, aus der ein Weihnachtsgeschenk für meinen Vater werden soll. Den dicken Strang muss ich jetzt nur noch auf ein handliches Knäuel wickeln und in ein paar Maschenproben die richtige Nadelstärke herausfinden. Nach einem kurzen Gang durch den Kräutergarten machten wir uns auf dem Heimweg.

Als wir zum Haus zurückkehrten waren Kusinchen und ihr Freund bereits eingetroffen. Wir aßen zusammen zu Abend und brachten uns gegenseitig auf den neusten Stand.

Gestern hieß es dann für mich früh aufstehen, ich war zu einer kleinen Gesellschaftsjagd eingeladen. Durch dicken Nebel fuhr ich quer durch den Solling. Kaum hatte ich dann meinen angewiesenen Hochsitz erreicht und mich eingerichtet, kam Rehwild im weiten Bogen herangezogen. Ein Bock, gefolgt von einem Schmalreh. Der Bock lief über eine Schneise, das Schmalreh blieb auf dieser stehen. Ich nutze kurzerhand meine Chance und erlegte das Reh. Der Bock blieb erst verwirrt im angrenzenden Waldstück stehen und kam dann zurück um nach dem Rechten zu sehen. Meine Chance, auch ihn zu erlegen, vergeigte ich gründlich, denn ich schoss meilenweit vorbei. Ein bisschen ärgerlich, aber nicht weiter tragisch. Man sollte nicht zu viel wollen. Nach offiziellem Ende kontrollierte ich mit einem erfahrenen Jäger noch einmal die Stelle, an der ich auf den Bock geschossen hatte. Zu meiner Beruhigung fanden wir keine Anzeichen dafür, dass ich den Bock doch irgendwie erwischt und krank geschossen haben könnte. Anschließend versorgte ich das Schmalreh. Ein wenig stolz bin ich darauf, dass Tier fast ganz alleine aufgebrochen zu haben. Nach diesem ereignis- und aufregungsreichen Vormittag machte ich einen Umweg über Göttingen, wo ich mein Bruderherz aufsammelte. Gemeinsam kehrten wir zum Landsitz zurück, wo ich mein Mittagessen nachholte. Kusinchen hatte Spätzle mit Zwetschenkompott gekocht, eine ganz neue kulinarische Erfahrung für mich. Nachmittags gingen wir dann nochmal ins Cafe und aßen guten hausgemachten Kuchen. Anschließend spazierten wir zur Weserfähre. Der Wasserstand des Flusses ist wirklich niedrig, sodass am Ufer richtige Sandstreifen frei liegen. Echter Weserstrand sozusagen.


Den Abend verbrachten wir mit Spielen, Kusinchen forderte zwei Runden Deutschlandreise, ein Spiel, dass meinen Besten intellektuell nicht begeistern konnte.

Heute morgen hieß es dann nach dem ausgedehnten gemeinsamen Frühstück auch schon wieder Abschied nehmen und wir machten uns auf nach Hause, um zum Mittagessen pünktlich bei der Familie zu sein. Morgen geht es für uns wieder auf Tour und ich bin schon sehr vorfreudig, auf das was da kommt 😉