Und was geht so?

Ein gemütliches Wochenende, das ging hier. Freitag machte ich früh Schluss und bummelte durch die Stadt, ein bisschen Vorweihnachtsvorfreude sammelnd. Im Bioladen kaufte ich für mich einen (hoffentlich) tollen Earl Grey zur Aufmunterung im Büro, im Supermarkt fand ich endlich eine kleine, preisgünstige LED-Lichterkette für meine Hartriegelzweige in der Vase, eine spontane Herbst/Winterdeko. Abends gab‘s dann TK-Pizza und ein paar Folgen der seriösesten Arztserie des öffentlich-rechtlichen Programms, wo der Kardiologe auch mal Brüche einrenkt und der Gynäkologe Lungenembolien beheben kann, wenn er nicht gerade Rettungswagen fährt. Inzwischen bin ich aber leider voll drin und kann es kaum erwarten, neue Folgen zu sehen. Dank Mediathek ist „binge-watching“ ja nicht drin (vielleicht schreibe ich da mal einen Rant zu). So ganz nebenbei beendete ich mein schon lange währendes Strickprojekt „Reyna“-Tuch. Endlich! Die letzten Reihen waren schon sehr lang. Da Weihnachten ja bald auf der Matte steht wurde gleich mal was Neues angeschlagen. Es wird ein Geschenk, also gibt‘s hier keine weiteren Infos 😉

Samstag wurde genüsslich ausgeschlafen, lecker gefrühstückt und dann noch ein bisschen Zeit vertrödelt. Mittags fuhr ich auf Arbeit und traf dort viele Kollegen bei der Samstagsarbeit, so ist das bei uns eben üblich. Ich kam gut voran und war nach einer Stunde wieder draußen, wie geplant. Der Wochenendeinkauf wurde erledigt und beim Bäcker gab‘s 50% Rabatt zur Wiedereröffnung nach Renovierung. Zuhause setzte ich dann einen lange gehegten Plan in die Tat um und nähte einen Sofakissenbezug. Für einen zweiten habe ich auch noch Stoff und Kissen, aber keine Lust mehr, das muss dann eben wann anders. Ich nahm aber die Gelegenheit beim Schopf und schaffte ein bisschen Ordnung in meine laufenden Projekte. Wir kochten lecker gefüllten Kürbis mit selbst gemachten Nudeln vom letzten Wochenende und futterten uns rund. Danach wurde ich noch eine Runde in League of Legends gecoached (ein hoffnungsloser Fall) und das Sofa lockte zum Stricken und Fernsehen.

Sonntag wachte ich dann mit Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen auf, alles nicht schlimm, aber doch beeinträchtigend. Eine kleine Erkältung, wurde ja mal wieder Zeit. Entsprechend langsam und gemächlich ließ ich es angehen, frühstückte und erledigte meinen Wohnungsputz. Weil ich gerade dabei war und es mich seit Wochen störte wurde auch gleich der Vorratsschrank einmal aus- und wieder eingeräumt. Es ist beeindruckend, wie viel Platz sowas immer wieder schafft. Außerdem habe ich jetzt wieder einen Überblick, was wir alles haben (sehr viele Sorten Mehl. Und sehr viele Getränkepulver, die wir eigentlich gar nicht trinken) und wo es sich versteckt.
Zum Mittag besuchten wir meine Familie, saßen dort auch noch lange zusammen und quatschten und fuhren dann unsere Kaninchen von einer Ausstellung abholen. Bruderherz musste fahren um zu üben und wurde dabei gleich von zwei Seiten liebevoll ermahnt („Schalten.“ „Langsam!“ „Da vorne rechts…“ „Fahr nicht so weit links!“). Ich bedauerte mal wieder keine Kaninchen zu besitzen, auch wenn mir zusätzlich zur Erkältung noch allergisch die Nase lief. Wir packten die Tiere und den gewonnenen Futtersack ein und fuhren zurück nach Hause. Da buken wir dann mal eben die ersten Kekse der Saison, Amerikanische Cookies mit Schoki, Karamellbonbonstückchen und Salz sowie Erdnusskekse. Nach dem klassisch deutschen Abendbrot guckten wir Menschen beim Computerspielen zu (für Eingeweihte: LoL Intel Extreme Masters) und ich ging dann pünktlich ins Bett um meine Erkältung in die Flucht zu schlagen.
Ein bisschen hat es auf jeden Fall geholfen.

Lecker kochen

„Lecker kochen ist ganz einfach“ stand auf dem Werbeplakat für einen dieser Kochzutatenlieferdienste, an dem ich heute auf dem Heimweg vorbeigeradelt bin. Ja, lecker kochen ist einfach, sogar ohne Lieferdienst 😉
Bei mir gab es heute nach dem Sport Nudeln mit Cocktailtomaten und Basilikumpesto aus dem Glas. Schneller geht kaum, gesund und leicht ist es auch. Gestern gab es Fischstäbchen mit selbstgestampftem Kartoffelbrei und Erbsen, für morgen ist Milchreis geplant, für Donnerstag Pfannkuchen.
Damit diese ganze Kocherei nicht zu stressig wird, mache ich mir meist am Wochenanfang einen Plan und schreibe entsprechend meine Einkaufsliste. Ich kaufe gerne für mehrere Tage im Vorraus ein, aber natürlich gibt es Dinge, die hole ich lieber so kurzfristig wie möglich, Salat, Brot und Frischmilch gehören dazu. Bei der Planung achte ich auch drauf, aufwändige Gerichte auf die Tage zu legen, an denen ich früher daheim bin. Für meine Sporttage gibt es dann im Gegenzug besonders fixe Rezepte.
Was die einzelnen Gerichte angeht habe ich natürlich einen gewissen Pool an Standardrezepten (und Freitags ist Pizzatag). Damit trotzdem auch mal Neues dabei ist, lasse ich mich von zwei Dingen inspirieren, erstens: was ist noch da und muss weg? Das Pesto von heute habe ich z.B. letzte Woche für Süßkartoffelgnocchi gekauft. Zweitens werfe ich einen Blick ins Kochbuch, am Besten eines das sich gut einteilen lässt. Zur Zeit benutze ich das meatfree monday Kochbuch, das in Wochen und Jahreszeiten unterteilt ist. Aus den Rezeptvorschlägen für eine Woche suche ich mir dann was aus und teste es einfach. So habe ich mein übliches Repertoire um Dinkelrisotto ergänzt und auch Süßkartoffelgnocchi hätte ich sonst nicht gemacht. Nach einem ähnlichen Prinzip habe ich mit dem Besten gemeinsam eine ganze Zeit lang „nach Alphabet“ gekocht und so ein aphabetisch sortiertes Kochbuch quasi einmal durchgearbeitet. Die Auswahl wird dabei ein bisschen eingeschränkt und mir fällt es dann leichter, mir etwas auszusuchen.
Ich merke immer mehr, wie das „abends noch was kochen“ für mich ein fester Tagesbestandteil wird und gar nicht mehr so aufwändig erscheint. Kaum etwas von dem, was ich zubereite wird perfekt, aber viele Dinge mag ich auch einfach so. Richtig daneben gegangen ist mir erst ein Gericht, eine Kohlpfanne. Seitdem bin ich etwas zurückhaltender mit Gewürzmischungen geworden 😀
Also, Essensplan machen und ran an den Herd, lecker kochen ist ganz einfach.

Statt Mensa

Ich weiß, dass es auch gute Mensen gibt, oder zumindest günstige. Aber unsere hier ist für Studenten ein wenig teuer und zudem ist das Essen selten wirklich lecker. Wann immer ich es schaffe, bringe ich mir mein Essen mit. Oft sind es einfach Stullen und ein wenig Obst oder Gemüse. Schmeckt, kostet mich morgens nur fünf Minuten und macht einen nicht völlig fertig (schon mal versucht nach Currywurst Pommes weiter produktiv zu arbeiten?). Wenn ich ganz extravagant bin, koche ich mir abends was Warmes und nehme die Reste in meiner Porzellanbrotdose mit. Eine Microwelle findet sich zum Glück immer.

Mein Essen heute: Linsenbratlinge mit Risi-Bisi (für nicht-Eingeweihte: Risi-Bisis ist Reis mit Erbsen. Für mich ja eigentlich sogar schon so ein vollwertiges Essen, diesmal aber lecker als Beilage). Das Bratlingrezept hatte ich im Internet gefunden, es dann aber doch deutlich abgewandelt, um tatsächlich Bratlinge und kein Bret zu produzieren.
bratlinge
Für unglaublich viele Bratlinge braucht man:
250 g Tellerlinsen (auf meinen steht noch „ohne Einweichen“)
1 Möhre
2 Zwiebeln
Salz, Pfeffer, Essig, andere Gewürze nach Belieben
1 Ei
etwas Mehl
viel Öl zum Braten

Zunächst werden die Linsen nach Packungsanleitung weichgekocht oder über Nacht eingeweicht. Karotte schälen und reiben, Zwiebeln fein würfeln. Linsen abgießen und mit Karotte und Zwiebeln vermengen. Dabei die Linsen ein wenig zerdrücken. Die ganze Pampe würzen, ich habe Salz, Pfeffer, Raz al Hanout und Essig verwendet. Ei und Mehl unterrühren, bis eine wirklich schlonzige, klebrige Masse entsteht. Öl (bei mir war’s Olive) in einer Pfanne erhitzen und Linsenpampenhäufchen darin braten. Die Bratlinge muss man ähnlich wie Puffer in viel Fett ausbacken, dann werden sie besonders schön. Übrige Bratlinge kann man kalt stellen und den Rest der Woche mit zur Arbeit nehmen. Ich werde auf jeden Fall noch einen leckeren Feldsalat dazu probieren und vielleicht auch mal einen Bratling aufs Brötchen. Und nächstes Mal die halbe Menge machen.

Gutes Gelingen und guten Appetit!