Und was geht so?

Ein gemütliches Wochenende, das ging hier. Freitag machte ich früh Schluss und bummelte durch die Stadt, ein bisschen Vorweihnachtsvorfreude sammelnd. Im Bioladen kaufte ich für mich einen (hoffentlich) tollen Earl Grey zur Aufmunterung im Büro, im Supermarkt fand ich endlich eine kleine, preisgünstige LED-Lichterkette für meine Hartriegelzweige in der Vase, eine spontane Herbst/Winterdeko. Abends gab‘s dann TK-Pizza und ein paar Folgen der seriösesten Arztserie des öffentlich-rechtlichen Programms, wo der Kardiologe auch mal Brüche einrenkt und der Gynäkologe Lungenembolien beheben kann, wenn er nicht gerade Rettungswagen fährt. Inzwischen bin ich aber leider voll drin und kann es kaum erwarten, neue Folgen zu sehen. Dank Mediathek ist „binge-watching“ ja nicht drin (vielleicht schreibe ich da mal einen Rant zu). So ganz nebenbei beendete ich mein schon lange währendes Strickprojekt „Reyna“-Tuch. Endlich! Die letzten Reihen waren schon sehr lang. Da Weihnachten ja bald auf der Matte steht wurde gleich mal was Neues angeschlagen. Es wird ein Geschenk, also gibt‘s hier keine weiteren Infos 😉

Samstag wurde genüsslich ausgeschlafen, lecker gefrühstückt und dann noch ein bisschen Zeit vertrödelt. Mittags fuhr ich auf Arbeit und traf dort viele Kollegen bei der Samstagsarbeit, so ist das bei uns eben üblich. Ich kam gut voran und war nach einer Stunde wieder draußen, wie geplant. Der Wochenendeinkauf wurde erledigt und beim Bäcker gab‘s 50% Rabatt zur Wiedereröffnung nach Renovierung. Zuhause setzte ich dann einen lange gehegten Plan in die Tat um und nähte einen Sofakissenbezug. Für einen zweiten habe ich auch noch Stoff und Kissen, aber keine Lust mehr, das muss dann eben wann anders. Ich nahm aber die Gelegenheit beim Schopf und schaffte ein bisschen Ordnung in meine laufenden Projekte. Wir kochten lecker gefüllten Kürbis mit selbst gemachten Nudeln vom letzten Wochenende und futterten uns rund. Danach wurde ich noch eine Runde in League of Legends gecoached (ein hoffnungsloser Fall) und das Sofa lockte zum Stricken und Fernsehen.

Sonntag wachte ich dann mit Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen auf, alles nicht schlimm, aber doch beeinträchtigend. Eine kleine Erkältung, wurde ja mal wieder Zeit. Entsprechend langsam und gemächlich ließ ich es angehen, frühstückte und erledigte meinen Wohnungsputz. Weil ich gerade dabei war und es mich seit Wochen störte wurde auch gleich der Vorratsschrank einmal aus- und wieder eingeräumt. Es ist beeindruckend, wie viel Platz sowas immer wieder schafft. Außerdem habe ich jetzt wieder einen Überblick, was wir alles haben (sehr viele Sorten Mehl. Und sehr viele Getränkepulver, die wir eigentlich gar nicht trinken) und wo es sich versteckt.
Zum Mittag besuchten wir meine Familie, saßen dort auch noch lange zusammen und quatschten und fuhren dann unsere Kaninchen von einer Ausstellung abholen. Bruderherz musste fahren um zu üben und wurde dabei gleich von zwei Seiten liebevoll ermahnt („Schalten.“ „Langsam!“ „Da vorne rechts…“ „Fahr nicht so weit links!“). Ich bedauerte mal wieder keine Kaninchen zu besitzen, auch wenn mir zusätzlich zur Erkältung noch allergisch die Nase lief. Wir packten die Tiere und den gewonnenen Futtersack ein und fuhren zurück nach Hause. Da buken wir dann mal eben die ersten Kekse der Saison, Amerikanische Cookies mit Schoki, Karamellbonbonstückchen und Salz sowie Erdnusskekse. Nach dem klassisch deutschen Abendbrot guckten wir Menschen beim Computerspielen zu (für Eingeweihte: LoL Intel Extreme Masters) und ich ging dann pünktlich ins Bett um meine Erkältung in die Flucht zu schlagen.
Ein bisschen hat es auf jeden Fall geholfen.

12 von 12

Mal wieder mit ein bisschen Verspätung. Aber gestern Abend um halb zwölf wollte ich gerne ins Bettchen, statt meine gesammelten Fotos zu sortieren 😉 Hier nun in altbekannter Manier 12 Fotos von meinem 12.

Zum Frühstück gibt es selbstgebackene Bagel nach Anleitung aus der Supermarktzeitschrift. Das Loch in der Mitte haben sie aber irgendwie beim Backen verloren, Hauptsache es schmeckt.

Teil eins meiner Geburstagsblumen steht auf dem Frühstückstisch. Zitat meiner Mama: „Ich weiß, du magst kein rosa, aber ich fand das so freundlich“. Kein Thema, ich freu mich drüber.

Der Kalender hat für heute eine eher böse Zitatzuordnung parat.

Nach dem Frühstück ist der Wohnungsputz dran. Ich arrangiere Geburtstagblumen Teil zwei auf dem Sofatischchen.

Mein neuer Zeitfresser, das Geburstagsgeschenk des Besten. Endlich komfortabel auf den Sofa surfen 😀

Dann wird der Wochenendeinkauf erledigt, inklusive Besuch beim Elektronikfachandel um Kopfhörer zu testen. Davon leider kein Bild 😉
Zurück daheim steht nähen auf meinem Plan. Stoffkombis sind schon mal ausgesucht.

Welche Farbe passt dazu? Ich habe mir vorgenommen, mal öfter umzuspulen, auch wenn ich dann jedesmal die Fadenspannung neu einstellen muss. Aber farblich passende Nähte sind schon hübscher.

Während ich so an der Nähmaschine arbeite hat der Beste Abendessen gemacht. Heute gibt es Steak.

Wie immer meine Aufgabe: Abwasch machen.

Zum Merken für die Zukunft: Wenn Erna die Unterfäden reißen ist die Nadel stumpf. Wer denkt denn an sowas.

Auch wenns schon spät ist, die Küche ruft noch einmal. Am Montag soll es Kuchen für die Kollegen geben, also wird heute noch fix ein Biscuit gebacken.

So, jetzt gibt es Pluspunkte für alle die mitgezählt haben: sind nur 11 Bilder, ne? Und ich war mir so sicher 12 Motive im Kasten zu haben… Naja. Nächstes Mal 😉

Mehr 12 von 12, fristgerecht und komplett, finden sich bei draußen nur Kännchen 🙂

Ein verspätetes Weihnachtskleid…

Nachdem ich den für’s Nähen vorgesehenen Samstag mit fiesem Virus im Bett verbrachte, hatte ich am letzten Sew-Along-Termin keinerlei Fortschritt zu zeigen. Und wie das so ist, einmal hinter der deadline ist es irgendwie auch egal… Gestern dann holte ich mir endlich ein bisschen Motivation beim Durchstöbern der anderen wahnsinnig tollen Weihnachtskleider und packte meine Erna aus. Ganz fertig ist das Kleid noch nicht, es fehlt noch an Säumen und einer Kragennaht-Fixierungsnaht. Tragen tut es sich allerdings schon ganz wunderbar, der Bahnenrock fällt so schön, die Brustabnäher sitzen wirklich in der Nähe meiner Oberweite, wenn sie auch ein wenig „tütig“ auslaufen. Es war eine gute Idee für Oberkörper und Ärmel eine Größe größer zuzuschneiden, an Armen und Brust sitzt der Stoff doch recht eng. In der Taille könnte es wie erwartet eine ganze Menge weniger Weite sein, ich bin mir aber unsicher, ob das Kleid sich dann noch über den Kopf anziehen lässt. Ich muss mir mal den nahtverdeckten Reisverschluss aneignen, dann könnte das was werden. Insgesamt haben sich die kleinen Änderungen also voll ausgezahlt.
Ein bisschen unzufrieden bin ich noch mit dem Kragen. Die Stoffkombi gefällt mir wirklich gut, nur leider will der Kragen noch nicht ganz so sitzen, wie mir das vorschwebt. Vielleicht fixiere ich ihn noch mit ein-zwei kleinen Stichen, damit er nicht so „aufklappt“, sondern eher wie ein Astronautenkragen „steht“. Das Gröbste sollte bis Heiligabend auf jeden Fall drin sein, dann wird das Kleid seinen großen Auftritt haben 🙂

Vielen Dank an die Damen vom me made mittwoch für diesen schönen sew-along. Ohne die deadlines im Nacken hätte ich niemals dieses Kleid fertiggestellt, das war wirklich hilfreich 😀 Bis zum nächsten Mal!

Noch die Details:
Schnittmuster: Toni von Milchmonster
Änderungen: Brustabnäher versetzt, Oberteil eine Größe größer als „benötigt“ zugeschnitten, Bahnenrock von einem gekauften Rock abgepaust.
Stoffe: Dunkelgrüner Sweat vom Stoffmarkt, gelber Wolkenjersey z.B. hier zu kriegen.

Ein Weihnachtskleid… Teil 3

Ich bin mit meinem Weihnachtskleid nicht ganz so weit, wie die Themenvorschläge vorsehen, aber ich bin mir sicher, das ist schon okay. Ich könnte behaupten ich bin so ungefähr bei „Das Probemodell ist genäht und passt. Jetzt geht es weiter“, denn eine Version der Toni habe ich ja schon im Schrank 😀

Ich bin trotz bösester Versuchungen durch die anderen Beiträge beim Weihnachtskleid-Sew-Along bei meinem ursprünglichen Plan geblieben: Eine dunkelgrüne Toni mit kontrastfarbenem XXL-Bubikragen. Im neuen Stoffladen in der Stadt habe ich einen passenden Kombistoff gefunden, den ich mir auch online schon ausgeguckt hatte. Er war hier vor Ort zwar um einiges teurer als bestellt, allerdings brauchte ich nicht viel und habe dank nicht vorhandenem Porto doch gespart. Ich habe die Stoffe schon mal auf dem Blog gezeigt, aber hier nochmal zum gucken:

Dann habe ich mich ein bisschen mit dem Schnitt auseinandergesetzt und zunächst mal anhand des bereits vorhandenen Tonikleides die Brustabnäher versetzt. Ganze 4cm mussten die nach unten! Eine große Oberweite braucht nicht nur mehr Weite sondern sitzt unter Umständen halt auch mal ganz woanders als ein zartes A-Körbchen. Ich hoffe sehr, dass das jetzt so hinkommt. AUch die Taille werde ich wohl ein bisschen verschieben. Mein Plan ist die Schnittteile erstmal zu stecken und dabei auch wegen der Weite ein bisschen zu gucken. Ich habe die Oberteile des Schnitts eine Größe größer gewählt, da ich der geringeren Dehnbarkeit des Sweatstoffes Rechnung getragen habe. Für das Rockteil habe ich ein gekauftes Polyesterkleidchen, das mir gut steht und gut sitzt zu Rate gezogen und den dort vorhandenen Bahnenrock abgepaust. Der soll dann an das Toni Oberteil angebracht werden.

Inzwischen sind alle Teile zugeschnitten und harren der Dinge die da kommen. Vom Sweat ist nicht viel übrig geblieben, aber ein Teil könnte ich im Notfall neu zuschneiden, falls ich völligen Bockmist baue 😀 Ich freue mich schon aufs Nähen und hoffe, dass alles so passt, wie ich mir das vorstelle.
Allen da draußen noch einen schönen Nikolaussonntag!

Ein Weihnachtskleid…

Beim Stöbern im großen, weiten Internet stieß ich auf die Seite des „me-made-mittwoch“ und den dazugehörigen „Weihnachtskleid Sew-Along“. Heißt: Man such sich ein Schnittmuster und Stoff für ein Weihnachtskleid aus und bloggt dann über die verschiedenen Entstehungsstadien. Es gibt einen groben Fahrplan, an dem man sich halten kann (aber soweit ich weiß nicht muss). Im ersten Eintrag geht es um Rückschau, Inspiration und Planung.
Da ich gerade merke wie meine Stricklust abflaut und die Nählust wieder auftaucht, hatte ich sofort ein Kleid im Sinn, dass ich idealerweise als Weihnachtskleid nähen könnte.

Vor ewigen Zeiten, lange bevor Erna bei mir einzog, wollte ich mir mal ein Sweatkleid nähen. Ich habe mir dafür einen dunkelgrünen Sweat auf dem Stoffmarkt gekauft, der sich ein wenig, aber nicht viel dehnt, damit meine gute alte Pfaff ihn auch bedenkenlos fressen möge. Dieser Stoff liegt seither gewaschen(?) in meiner Stoffkiste. Geplant hatte ich ein schlichtes Kleid mit ¾ Arm nach dem Schnittmuster Toni zu nähen. Letztendlich wurde aus dem Schnitt dann erstmal das Flamingokleid. Ich mag es nach wie vor recht gerne, trage es aber selten. Zum Einen ist es ein ganzes Eckchen zu kurz, ohne Strumpfhose geht gar nicht. Wenn man die ganze Zeit aufpassen muss, nicht zu viel zu entblößen, nur weil man mal was vom Boden aufhebt… macht keinen Spaß. Zum zweiten bin ich mit dem unteren Saum nicht ganz zufrieden. Ich habe diesen offen mit der Overlock gesäumt, natürlich rollt er sich und sieht so unfertig aus. Umlegen und absteppen ist mit meiner Pfaff aber leider nicht drin :/

Die beiden genannten Probleme ließen sich mit dem Sweatkleid ja beheben. Rock verlängern und klassisch säumen, das wäre kein großes Ding. Da der Stoff sich aber nicht so stark dehnt wie der Flamingojersey bin ich unschlüssig, ober der Schnitt überhaupt funktioniert, ob ich eine Größe größer nähen sollte und wie sehr er mir meine Schludrigkeit verzeiht. Auch was das dunkle Grün angeht bin ich unentschlossen. Klar, der Stoff liegt hier rum, der sollte verarbeitet werden. Aber einfarbig grün? Und wenn ich Akzente in einer anderen Farbe setze, welche? Zusätzlich hätte ich gern Taschen, oder zumindest eine Tasche, damit ich wenigstens Telefon und (auf Arbeit) Schlüssel unterbringen kann. Man könnte Taschen in die Naht einsetzen, die tragen aber schnell auf. Eine Kängurutasche vorm Bauch wäre technisch einfach und könnte kekskonsumbedingte Röllchen kaschieren, überzeugt mich aber nicht. Außerdem liebäugele ich mit einem schönen Kuschelkragen, der XL-Bubikragen aus dem Schnittmuster oder eine andere Lösung für einen Astronautenkragen spukt mir im Kopf herum.

Ich habe also Stoff und Schnitt bereits hier, aber noch viele, viele Fragen. Und dann kommt obendrein noch eine ganz andere Überlegung: Bei meiner Familie zuhause ist es warm. Sehr warm. Ich sollte also für Weihnachten vielleicht auch nochmal in Richtung Jersey überlegen.

Haben Sie Krimskrams?


Damals™, als es Zuhause jeden Morgen Schokocornflakes für mich und mein Bruderherz gab, gab es auch noch richtig coole Merchandisegeschenke zu jeder Cornflakespackung. So kamen wir damals an die CD-ROM von „Spy Fox in das Milchkartell“, ein Point-and-Klick Detektivspiel mit einem Fuchs in der Hauptrolle. Dieses Spiel hat uns viel Freude bereitet und einige familieninterne Insider hervorgebracht. An irgendeinem Punkt der Handlung muss man gegen ein Schwein Karten spielen (eine Zwei-Spieler-Quartett-Version) um einen Gegenstand zu bekommen. Das Schwein sammelt allerdings Krimskrams und möchte auch einen Gegeneinsatz sehen. Der kluge Fuchs besorgt sich also gleich ein Glas voll Krimskrams und los geht’s! Mit „haben Sie Krimskrams?“ wird die Partie eröffnet. An diesen Satz musste ich heute denken, als ich beim Nähen schon mal den Blogeintrag formulierte. Ich habe nämlich kleine Krimskramstäschen genäht! Für all das, was immer in der Handtasche, im Rucksack, im Kulturbeutel… so herumfliegt, sich verheddert, ganz nach unten rutscht oder laut klappert. Denn ganz ehrlich, so ein bisschen Krimskrams sammeln wir doch alle, oder?

Genäht habe ich die Täschchen nach dieser Anleitung und es geht so fix und wunderbar unkompliziert von der Hand, ich möchte gleich noch ein paar machen. Ich habe bisher eine ganz einfache, gerade Klappe gemacht, aber schräg, rund, spitz geht natürlich auch. Außerdem wäre auch noch viel Platz für Deko, einfarbig mit Webband auf der Klappe zum Beispiel. Oder man fasst eine Paspel mit ein. Oder ein bisschen Patchwork. Jedenfalls lässt sich das System auf viele Formate anwenden, lediglich bei der kleinsten Größe musste ich die Wendekante von Hand schließen, da meine Nähmaschine nun mal kein Freiarmmodell ist, damit wäre das vielleicht noch so gegangen.

Anlass diese Täschchen zu nähen war übrigens mein Bedürfnis eine Neuanschaffung zu testen: Die bunten Knöpfe sind „Prym Color Snaps“, dazu gibt es eine passende Zange mit Aufsatz. Das Ganze habe ich mir von einem Geburtstagsgutschein im Handarbeitshandel bestellt und ich muss sagen: mag ich! Einzig eine Ahle wäre vielleicht eine sinnvolle Ergänzung. Wie lange und wie gut die Knöpfe halten kann ich nicht sagen, aber für Krimskramstäschchen sicherlich allemal ausreichend. Wer keine Druckknöpfe verwenden möchte, kann die Täschchen nach obiger Anleitung nähen und z.B. einfach mit einem Steifen Klettverschluss versehen oder eine „Gummischlaufe und Knopf“ Lösung einbauen. Denn Krimskramstäschen kann man nie genug haben. Und selbst wenn, man kann sie sicher auch ganz wundervoll verschenken 😉

Ich bin dann mal wieder an der Nähmaschine!

Material:
bunte Stoffe: Tante Ema, über Alfatex.
Brauner Uni: Fahnenstoff von Alfatex,
Druckknöpfe: Prym Color Snaps (von hier)
Anleitung: hier

Aus dem Nähkästchen

Im Gegensatz zum Stricken, Häkeln oder Sticken ist Nähen ja vermeintlich eine eher fixe Angelegenheit. Stoffstücke unter die Maschine, ein bisschen Geratter und fertig. Mich erstaunt dann jedes mal wie lange es dann doch dauert und wie anstrengend und mühselig es zum Ende hin wird. Man vernachlässigt halt doch die ganzen Kleinigkeiten drum herum. Für mein aktuelles Projekt (ich zeig’s erst wenn’s fertig ist ;P) habe ich erstmal meinen gesamten Schreibtisch leergeräumt, das dauert schon mal. Dann habe ich beinahe einen kleinen Klebestift verbraucht, um das Schnittmuster zusammen zu kleben. Heute Abend, während die Jungs im Wohnzimmer mit Stift und Papier spielten, habe ich dann das Büro endgültig verwüstet. Die Schnittmusterteile habe ich auf Backpapier durchgepaust und ausgeschnitten. Zwei Meter Stoff in der richtigen Breite auf Stoffbruch zu bügeln und auf dem Zuschneidetisch zu manövrieren ist eine meiner Lieblingstätigkeiten. Zum Glück kam mir rechtzeitig mein Rollschneider in den Sinn, das Zuschneiden war damit wirklich komfortabel. Erna wurde ausgepackt, eine andere Garnfarbe eingefädelt. Ich testete ein bisschen umher, bis ich die optimale Fadenspannung fand. Zum Glück hatte ich das Anleitungsheft zu Erna noch gefunden, sonst wäre ich aufgeschmissen gewesen. Endlich kam der spannende und angenehme Teil: Stoffstücke unter die Maschine, ein bisschen Geratter und fertig. Ganz fertig leider noch nicht, es fehlen Säume und Bündchen, aber es reicht für heute. Ich hoffe ich finde morgen noch ein-zwei Stündchen, damit ich das Ergebnis am Wochenende auf der Taufe des Patenkindes präsentieren kann (und das Büro wieder betretbar herrichten). Und ja, bisher bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis.

Lehrstück

Cordrock
Man liest ja immer mal wieder im großen Internet, dass viele Leute anfangs eine wenig Zeit brauchen, bis sie mit ihrer Overlock zurechtkommen. Ich kann mich da jetzt getrost einreihen. Erna musste einen doch recht starken Wutausbruch mit viel Geschimpfe über sich ergehen lassen, als ich versucht habe, meinen allerersten Rock zu nähen (Wen’s interessiert: gearbeitet habe ich grob nach dieser Anleitung, den Schnitt habe ich mir selber auf einen Rest unglaublich hübschen Weihnachtsgeschenkpapiers gemalt).

Auslöser für meinen Frust war eine Verkettung verschiedener (Anfänger-)Fehler, die ich im Folgenden mal festhalten möchte, um mir und anderen eine Wiederholung zu ersparen.

– nachdenken. Gründlich nachdenken. Bevor man den Rockbund an der falschen Stoffseite annäht und eine 4-Faden Sicherheitsnaht auftrennen bzw. vor frustbedingter Ungeduld abschneiden darf.

– den Nähfuß runterklappen (ja… ). Sonst näht die Maschine nur dicke Schlaufen. Die kann man dann auch auftrennen/abschneiden.

– genügend Nahtzugabe einplanen und nicht zu knappkantig abschneiden/nähen. Es kann nämlich passieren, dass eine der Stofflagen sich heimlich davon stiehlt. Dann hat man vielleicht das Bündchen zusammengenäht, aber den Rock selbst nicht daran.

So im Nachhinein erscheint das alles ziemlich dämlich und ziemlich trivial. Aber ich habe mich sehr gut drüber aufgeregt. Nun ja. Der Rock… passt immerhin. Besonders hübsch ist er nicht verarbeitet, aber was soll’s. Selbstgemacht. Und spätestens beim fünften, sechsten Mal hab ich dann den Bogen raus. Hoffentlich.
Rock am Modell
Ach ja:
Cordstoff und Bündchen vom Stoffmarkt
Anleitung hier.
Und ein Bild vom ganzen Rock am Modell gibt’s wenn ich jemanden gefunden habe, der mit mir einen fashion-shoot macht ;D

Nähen fürs Stricken

Bisher habe ich meine angefangen Strickprojekte ja immer in einer Plastiktüte verstaut und transportiert, meist in der, in der die gekaufte Wolle lag. Bei spitzen Stricknadeln ist das auch nur geringfügig unpraktisch, wenn die Nadeln dann durch die Tüte stechen und alles festhängt. Abhilfe musste her, also habe ich nach dieser Anleitung für mich und zum Verschenken einen Strick/Häkel-Projektbeutel genäht (ein Geschenk musste nämlich auch her).
Einmal für mich in sehr bunt und mit Wendeseite:

Und einmal als Geschenk für jemanden, der sehr gerne lila mag 😉 (nur aus Mangel an lila Stoffen ohne fancy Wendeseite, dafür mit einfarbigem Futter):

Das praktische an diesen Beuteln ist außerdem, dass man das Strickstück herausholen, die Wolle aber drin lassen und den Beutel wieder zuziehen kann. In dem Fall kann einem das Knäuel dann nicht mehr lustig durch die Gegend rollen, wenn es sich abwickelt (das nervt mich spätestens im Zug). Und ja, wenn man Knäule in der Mitte anfängt, wickeln sie sich nicht ab. Aber ich finde den Anfang in der Mitte nie.

Nach Anleitung sollten die Stoffe noch mit Bügelvlies verstärkt werden. Da ich aber vergessen habe, neues Bügelvlies zu kaufen, habe ich es weggelassen. So haben sie vielleicht etwas weniger Form, aber können einfach in die Handtasche geknautscht werden.

Noch eine kleine Herkunftsangabe:
blau mit Sternen und bunt: Stoffmarkt
rosa-blau gestreift: geerbter Bettwäscherest
restliche Stoffe: Stoffladen um die Ecke (ein „alfatex“)
Bändchen: ebenfalls geerbt
Anleitung von hier

Wie ich einmal ein Handtuch säumte…

Vor einer Weile fand ich auf einem Blog eine Anleitung, wie man ein Handtuch mit einer hübschen Kante aus schönem Stoff ausstattet. „Nette Idee, aber zu aufwändig“ dachte ich mir, „meine Handtücher gefallen mir ja auch so.“
Vor ein paar Wochen fiel mir ein, dass ich ja seit Jahren ein Handtuch im Schrank liegen habe. Originalverpackt, sogar schon vor 4 Jahren mit umgezogen. Das Handtuch habe ich irgendwann mal von meiner Oma geschenkt bekommen. Oma hatte leider nicht so ein Händchen für Farben (ich habe auch einige Paare Socken aus braun-grauem Farbverlaufsgarn) und dieses Handtuch war hellbeige? Sandfarben? Eine dieser nicht-Farben halt und wer mich kennt weiß, dass das eher weniger meinem Geschmack entspricht. Aus der Schrankecke herausgekramt, verkündete die OVP „100% ägyptische Baumwolle“ und „5 Sterne deluxe Qualität“. „Vielverprechend“, dachte ich mir, „packste erstmal mit in die Wäsche, kann man ja was draus machen“. Da es sich um ein großes Badehandtuch aus wirklich dickem Frottee handelt, es im Sommer an die Ostsee geht und mein bisheriges Strandhandtuch letztes Jahr am Baggersee vergessen wurde, machte ich schnell Pläne. Möglichkeit 1) umfärben, Möglichkeit 2) eine schöne Kante dran nähen.

Im Nachhinein ist 1) die deutlich einfachere Lösung. Von den Hochschulwahlen heimgekehrt, wollte ich mal eben fix das Handtuchprojekt in die Tat umsetzen. Als erste Hürde erwies sich das Zuschneiden gleich breiter Stoffstreifen. Trotz Schneiderlineal, Schneidematte und Rollschneider für mich unmöglich. „Passt schon“ dachte ich mir und ging fröhlich ans Werk. Leider ist es unglaublich schwierig so ein riesiges Handtuch aus wirklich dickem Frottee unter der Maschine zu manövrieren und die Nahtzugabe wurde ein wenig unregelmäßig und oft um einiges mehr als die berühmte „halbe Füßchenbreite“. Da mein fester Vorsatz aber besagt, Nähte niemals aus kosmetischen Gründen aufzutrennen (bei über 5m Naht hatte ich da auch wirklich keine Lust zu), habe ich einfach mal weiter gemacht (und mitten drin natürlich neuen Unterfaden aufspulen müssen). Leider zeigte sich auch hierbei meine Unfähigkeit eine gerade Naht zu produzieren. Nun ja, eine Kante ist jetzt dran und an den Stellen wo es so geworden ist, wie es gehört, sieht es wirklich hübsch aus. An den anderen… sind special effects oder so. Man soll ja auch sehen, dass es selbstgemacht ist. Auf dem Foto sieht man unten links im Eck ganz gut was ich meine 😉
handtuch
Alles in allem hat diese „mal fix“ Aktion zweieinhalb Stunden gedauert, deshalb sind die Fotos evtl. nicht ganz so gut, denn im Dunkeln fotografieren gehört ja auch zu den höheren Künsten. Jetzt juckt es mich in den Fingern, das Ganze noch mit dem dunkelblau/grau gestreiften Handtuch zu probieren, das ich zur Konfirmation geschenkt bekam. Das liegt nämlich auch noch ganz hinten im Schrank. Übung macht ja den Meister.