Nebelberge


Schon als ich die Einladung meines Graduiertenkollegs zur gemeinsamen Brockenwanderung im Oktober bekam war klar, dass das bestimmt ein recht kühles und nasses Vergnügen werden würde. Trotz widriger Wettervorhersage wurde das geplante Programm aber tatsächlich durchgezogen, sodass wir durch dicken Nebel und beständigen Nieselregen auf dem berühmten Goetheweg dem Gipfel entgegen stapften. Ich war glücklich. Ich mag den Wald im Herbst, ich mag die frische, klare Luft, ich mag das Mythische, das der Nebel mit sich bringt, ich mag die Vorfreude auf die heiße Tasse Tee im Ziel.

Oben angekommen wurden wir dann auch mit der Aussicht auf eine dicke weiße Nebelwand und warmer Erbsensuppe belohnt.

Da es sich ja um einen offiziellen wissenschaftlichen Retreat handelte, gab es noch eine sehr lange Runde an Kurzpräsentationen mit Diskussion bevor wir durch den tatsächlich nochmal stärker gewordenen Regen wieder hinab stapften. Am Ende waren wir alle erschöpft, aber glücklich und ein wenig durchnässt.

Man sollte öfter mal bei Wetter nach draußen gehen.

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Waldbegang


Heute war Waldbegang der Realgemeinde. Klingt nach einer Rentnerveranstaltung, ist es auch, aber für ein Mettwurstbrot mal zweieinhalb Stunden durch unsere schönen Buchenwälder zu laufen ist nicht das Schlimmste, was man an einem Augustsonntag unternehmen kann. Und dafür, dass der Altersschnitt etwa das doppelte meines Alters betrug sind wir echt schöne Schleichpfade mit ordentlich Steigung gelaufen und sogar richtig ins Unterholz. Die Erzählungen von Weihnachtsbäumen, Waldnutzung und Lokalhistorie sorgen dann sogar noch für Bildungseffekt. Und am Endpunkt konnte man neben Mettwurstbroten auch noch wirklich schöne Fotomotive finden.

Ostern, zusammengefasst


Ich hoffe ihr hattet alle schöne Ostertage, mit Erholung, gutem Wetter und vielen Schokoeiern 😉
Mein Osterwochenende begann schon Donnerstagabend mit einem Besuch in Celle, Cocktailstrinken mit ein paar Herzensmädels. Voller Schrecken musste ich dann spät nachts leider feststellen, dass ich zwar den letzten Zug erwischt hatte, dieser aber nur bis Hannover fuhr. Da auch kein ICE mehr fuhr, musste ich kurzerhand bei einer Freundin auf dem Sofa übernachten. Glück gehabt, dass mein Netzwerk dort in der Gegend noch so dicht geknüpft ist!

Den Karfreitag startete ich also um einiges früher als geplant und fuhr gegen sechs Uhr früh endlich Richtung Heimat. Nachdem ich dann meinen Feiertagsdienst auf Arbeit abgeleistet hatte, fuhren der Beste und ich mit dem Zug in den Harz, um die Familie dort zu besuchen. Leider habe ich weder vom leckeren Essen auf der Geburtstagsfeier der Kusine, noch vom Cocktail in der einzigen Bar vor Ort Bilder gemacht, aber es war wirklich sehr schön. Nach einem gemeinsamen Frühstück fuhren wir wieder gen Göttingen. Dort liefen wir dann nochmal bei bestem Sonnenschein durch die Stadt, kauften eine Geburtstagskarte und nahmen den Sommerkatalog der Outdoormarke mit dem Fuchs mit (große Inspiration und Sehnsucht!).

Nachmittags halfen wir dann meiner Ma bei der Vorbereitung für den großen Osterbrunch und färbten eine sehr große Menge Eier.

Am Abend vorm Fernseher sprang mir dann noch dieser kleine Hasengrinch von den Nadeln. Süß, aber auch sehr besonders 🙂 Die Anleitung findet sich übrigens hier.

Ostersonntag begann ich dieses Jahr mit dem normalen Ostergottesdienst, die Frühkirche morgens um 6 erschien mir mit der Zeitumstellung zusammen dann doch etwas zu fordernd. Im Anschluss gab es viel zu viel zu Essen bei der Familie mit viel Besuch, denn mein Vater hatte zum kombinierten Geburtstags- und Osterbrunch geladen. Zur Feier des Tages gab es für mich ein Stück Eierlikörtopfkuchen, ein Kuchen mit Erinnerungswert.

Eine Stippvisite bei den kleinen Märzhasen im Stall musste natürlich auch sein. Sehr, sehr niedliche Knuffels ❤

Heute dann stand dem Besten und mir der Sinn nach Bewegung. Drei Tage sitzen und essen sind auch genug. Wir packten also den kleinen Rucksack, schnürten die Stiefel und machten uns querfeldein auf zur Rieswarte.

Das Wetter war grau und windig, unser Orientierungssinn aber ganz passabel. Insgesamt vier Stunden laufen später waren die Beine schwer und die Köpfe frei, sodass wir uns noch unsere Schokoeinester und ein weiteres Stück Kuchen bei der Familie abholten.
Und das war mein Osterfest. Von allem etwas dabei würde ich sagen 😀

Die Berge rufen! Teil 1

Blick vom Balkon
Wir sind zurück aus unserem 4-Tages Kurzurlaub in den Alpen. Ich habe mich durchsetzen und den Besten überzeugen können, das alpine Wandern doch mal zu testen. Anfang der Woche ging es mit dem Zug nach Oberstdorf, Direktverbindung ab Göttingen. Zugreisen sind ja immer ein bisschen Nervenkitzel, man muss schon flexibel sein. Unser IC hatte dann bereits 20 min Verspätung („technischer Defekt“) als wir endlich einstiegen, die wir dann zwischenzeitlich auf 60 min ausbauten („Notarzteinsatz am Zug“, „Zugüberholung“, „Notarzteinsatz am Gleis“) . Entdeckung der Langsamkeit als Urlaubsentspannungsübung. In Oberstdorf wurden wir von unseren Vermieter am Bahnsteig abgeholt und bekamen ein paar Einsteigerinfos. Unsere Wohnung war klein und gemütlich, mit allem was wir so brauchen ausgestattet. Vom kleinen Balkon aus hatte man schon einen sehr schönen Bergblick, an dem ich mich in der gesamten Zeit nicht satt sehen konnte. Wir gingen noch einkaufen fürs Frühstück und später dann lecker Essen. Allgäuer Kasspatzen, ein Traum.

Am nächsten Tag war das Wetter ein wenig grau und neblig. Ich hatte eine „kleine“ Tagestour mit Gipfelbesteigung herausgesucht, zu der wir dann gut gelaunt aufbrachen. Zunächst ging es noch auf bequemen Wanderwegen durchs Tal, dann auf einer Waldstraße in schönen Kehren bergauf bis zum „Gerstruben“, einem alten Bergbauernhof.
Gerstruben
Von dort an wurden die Wegverhätnisse abenteuerlich, steil bergauf über Viehweiden, in Serpentinen durch wurzelige Bergwälder, über Steine, Schlamm und noch mehr Wurzeln. Je höher wir kamen, umso schöner wurde die Aussicht.
Panorama
Der Beste trug fast den gesamten Aufstieg unseren Rucksack und kämpfte sehr mit der dünnen Höhenluft, während ich nur mit der Kamera „bepackt“ vorauslief. Wir erreichten eine Art Bergsattel, an dem es auf der anderen Seite wieder steil bergab ging und staunten. Die letzten Meter bis zum Gipfel des Hahnenkopfes gingen dann recht gut. Leider zogen nun Wolken auf und verdeckten das Panorama, aber nichtsdestotrotz war es ein tolles Gefühl wirklich da ganz oben zu sein (1735m).
Auf dem Gipfel
Zur Belohnung gab es für jeden ein Landjägerwürstchen und eine Verschnaufpause. Der Abstieg war zunächst recht schön, wir sahen Gemsen auf einem nahen Grat, kamen durch interessante Höhenlandschaften und über die zwei Lugenalpen, die leider schon geschlossen waren.
Abstieg
Bier gab es an der unteren Alpe trotzdem, auf Vertrauensbasis im Brunnen deponiert. Eine schöne Idee. Danach ging es eine Viehtrift hinab durch dichten Bergwald bergab. Der Weg war steil, rutschig und ein bisschen langweilig, ich rutschte ein paar mal weg und landete auf dem Hintern. Endlich im Oytal angekommen gönnten wir uns jeder eine große Saftschorle in der Oytalhaus Gaststätte, von der aus wir dann den restlichen Weg zurück nach Oberstdorf in Angriff nahmen. Da das Vieh am Wochenende schon von den Alpen hinabgetrieben worden war, stand es nun im Tal auf der Nachweide. So viele Kühe! Und ganz ohne Zaun, stehen sie manchmal auch einfach auf dem Weg. Insgesamt waren wir diesen Tag etwa acht Stunden unterwegs und abends entsprechend fertig. Im Restaurant unweit unserer FeWo aßen wir dann wirklich sehr gut zu Abend, Kässpatzen und Hirschragout vom Feinsten.
Untere Lugenalpe
Fortsetzung folgt… 😉