Es läuft,

es läuft, nur hier aufs Blog schafft es sehr wenig… Dabei hätte ich diese Woche sicher das ein oder andere zu erzählen gehabt. Gut, dass ich immerhin die 12 von 12 gepackt habe! Der Rest an „Events“ jetzt mal im Schnelldurchlauf.

Auf der Arbeit hat es den Trockenschrank erwischt. Der Gute hat aus Altersschwäche vergessen, bei ca 100°C Innentemperatur mit dem Heizen aufzuhören. Das Ergebnis: ein Feuerwehreinsatz und jede Menge geschmolzenes Plastik. Und das ist normalerweise autoklavierbar, kann also locker mal so 300° ab. Gut, dass nicht noch mehr passiert ist und der Schaden sich in Grenzen hält. Muss man auch mal gesehen haben, sowas.

Ich habe tatsächlich ein neues Rezept gekocht. Ich arbeite da im Moment mit dem „meatfree monday“ Kochbuch, dass für jede Woche einen kompletten Tag mit Rezepten vorsieht, schön nach Jahreszeit und Saison geordnet, es gibt also ein begrenztes Angebot an Rezepten pro Woche aus denen ich mir was aussuche. Darüber, dass es mit „Paul McCartneys Kochkonzept“ beworben wird, kann man da mal hinwegsehen. Für Winterwoche 1 gab es Dinkelrisotto mit Spinat und Ziegenkäse. Original hätte noch Kürbis und Kastanie dazugehört, aber wir wollen mal nicht übertreiben.

So langsam definiert sich mein Projekt auf Arbeit. Ich hoffe bald loslegen zu können, zur Zeit kriege ich nur qualifizierte „mach mal“ Aufträge. „Wir müssten nochmal dieses testen und jenes verifizieren und es wäre gut, wenn…“. Aber hey: gibt Geld dafür. Da passt das mit der Motivation schon. Und den ganzen Tag Literaturrecherche in meinem tageslichtfreien Büro würde mich wahnsinnig machen 😀

Der Betriebsarzt hat mich für gesund befunden und auch nur einen gefühlten halben Liter Blut abgezapft. Warum ich zuerst einen Anamnesebogen ausfüllen musste, um dann dem Arzt das alles nochmal zu erzählen, damit es von ihm auf einem anderen Bogen eingetragen wird… man weiß es nicht. Schön auch die Frage: „Welche Gefahrstoffe denn?“ Naja. Alle. (Flüssigstickstoff und Trockeneis, sämtliche organische Lösungsmittel, auch Chloroform und Formaldehyd, Etidiumbromid und andere Interkalantien, Polyacrylamid, diverse Arzneimittel, sogar Chemotherapeutika, was halt alles so im Standardlabor verwendet wird.) Nein, keine Angst, wir wissen was wir tun und tragen auch brav persönliche Schutzausrüstung.

Der Winter ist zurück, mit einer Menge Schnee im Gepäck. Heute Nachmittag habe ich erstmal die Katze im Schnee fotografiert. Leider gibt es kein Bild davon, wie sie im Flug Schneebälle fängt, eine schon beeindruckende Fähigkeit.

Von meinem Museumsbesuch, Strickprojekten und den Urlaubsplanungen erzähle ich dann mal die Tage, das sprengt sonst hier den Rahmen 😉

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Herbstdinge


Ich mag Herbst. Die Luft ist klar und frisch (und auch ein bisschen kalt, ich geb’s zu). Das Herbstlaub leuchtet, überall kann man tolle Herbstschätze finden. Es gibt zwei Arten von Wetter, einmal die strahlenden klaren Sonnentage, an denen man zum Teil noch im Pullover umherlaufen kann. An diesen Tagen ist es herrlich, draußen unterwegs zu sein und die ganze Fülle an Farben und Früchten zu genießen. Und dann gibt es diese ussseligen Herbsttage, mit Regen und grauem Himmel, Vorboten der nächsten Monate. Diese Tage sind wunderbar um sich guten Gewissens mit Strickzeug oder Buch auf das Sofa zu lümmeln, einen Tee zu kochen und das Leben vorüber ziehen zu lassen.

In der Natur geht jetzt alles wieder schnell, jeden Tag sieht es ein bisschen anders aus. Das Laub wird immer bunter, immer mehr Bäume und Büsche werfen Früchte ab, es wird Stück für Stück kälter. Morgens steigt Nebel auf und legt einen weißen Schleier über die Welt. Hier in der Stadt nicht ganz so eindrucksvoll wie auf dem Land vielleicht, aber trotzdem.
Ich freue mich am Sonnenschein und an der klaren Kälte. Sammele kleine Herbstdinge, Kastanien, Eicheln, Lampionblumen, Walnüsse und diese stacheligen Maronenhüllen. Zünde Kerzen an, koche Tee und kuschel mich in mein Lammfell auf dem Sofa. Bin ein bisschen wehmütig, nicht unbedingt, dass der Sommer vorbei ist, mehr, dass dieser tolle Herbst zu schnell vorbei gehen wird. Denn dann wird es grau und langweilig draußen.

Ostervorbereitung

Am Gründonnerstag erfreute uns der April hier noch mit einem schlechten Scherz: als ich aufstand lag draußen eine dicke, fluffige, frische Schneedecke. Dicke weiße Flocken segelten am Fenster vorbei.

Den ganzen Morgen hörte es nicht auf zu schneien, auch wenn es wärmer wurde und ein Großteil des fallenden Schnees bei Bodenkontakt bereits wieder den Aggregatzustand zu „flüssig“ wechselte. Gegen Mittag beobachteten wir von unseren Bürofenstern aus den Schneesturm, nur um zwei Minuten später über strahlenden Sonnenschein den Kopf zu schütteln. Ein kurzes Gewitter mit Hagel und Schnee an Nachmittag rundete die Wetterkapriolen ab. Am Abend buk ich noch einmal Zitronenmuffins (die Sojamilch muss ja weg) und brütete über einer Häkelarbeit (das Ergebnis zeige ich noch gesondert, wenn alles fertig und Fotos gemacht sind).
Am Karfreitag fuhren wir mit geliehenem Auto in den Südharz, wo wir zum Mittagessen von der Familie des Besten erwartet wurde. Das Wetter war durchaus erträglich, aber die Schneedecke dort tatsächlich noch um einiges intakter als bei uns in der Stadt. Ich hatte mich vorher schon über Wandermöglichkeiten informiert, letztendlich landeten wir aber bei einer guten Freundin zum Kaffee und machten nur einen Spaziergang durch die leere Stadt. Ich bin immer wieder ein bisschen überrascht, wie schön es dort eigentlich ist. Viele kleine Fachwerkhäuschen, tatsächlich auch noch der eine oder andere individuelle Laden (die hoffentlich noch lange gegen die natürlich auch anwesenden Ketten ankommen werden), Stadtpark, Kurpark, ein kleiner Bach… Ich habe das feste Vorhaben im Sommer mal ein paar Tage länger zu bleiben und die Umgebung und den Harz ein wenig zu erkunden. Die richtige Motivation, die genau spießig genug ist, dass ich es witzig finde, habe ich auch schon gefunden 😉

Am Abend spielten wir noch mit dem Cousin „Kapitän Wackelpudding“ und „Elchfest“, beides eher motorisch herausfordernde Spiele und auch unter Erwachsenen ein großer Spaß.
Nach dem Samstagsfrühstück halfen wir der Tante beim Einkauf und gingen danach noch einmal zu Fuß „in die Stadt“, weil ich unbedingt noch diesen Laden besuchen wollte, in dem ein wenig die Zeit stehen geblieben ist. Hauptsächlich wird dort „Mode“ verkauft, die wahrscheinlich schon eine Weile aus der Mode ist. Beispiel? Ein blasslila Jeansoutfit aus Hose plus Jacke. Ein weiteres Standbein sind Kurzwaren und Wolle, und da kann ich natürlich nicht vorbeigehen. Ein Knäuel Regia Colormania Color green joy habe ich mir ausgesucht. Mein persönliches Highlight allerdings hatte ich am Vortag bereits im Schaufenster gesehen: kennt ihr diese Geschirrhandtücher mit aufgedrucktem Kalender? Mir sind die bisher nur als alte Putzlappen in die Hände gefallen. Zu meinem großen Erstaunen habe ich festgestellt, dass sowas noch immer produziert wird, inklusive „schöne Grüße aus…“ Aufdruck und Aufhängevorrichtung für die Küchenwand. Da wir ja schon April haben, wollte ich nun doch kein 2015 Handtuch mehr mitnehmen, aber ich merke mir das als witziges Weihnachtsgeschenk. Nach dem Mittag fuhren wir dann wieder heim, das Auto bis zum Rand mit Gesellschaftsspielen beladen. Wir sind nämlich nur deshalb mit dem Auto gefahren um einen Teil der Spielesammlung des Besten in unsere Wohnung zu bringen. Erstaunlicherweise sieht es im Keller, wo der Rest steht nicht so aus als hätten wir viel mitgenommen, dabei waren es gefühlt zehn Umzugskartons voll, die wir heute Nachmittag hier in den zweiten Stock geschleppt haben.
Danach ging es zur Familie, erst das heute echt gute Wetter auf der Terasse genießen (es wird Frühling! Ich bin mir sehr sicher!).
Danach stand, wie sich das gehört, Eier färben und Hefekranz backen auf dem Programm. Zum ersten Mal haben wir ausprobiert vor dem Färben auf dem Ei mit Kerzenwachs Muster zu zeichnen. Wenn das Ei zum Zeitpunkt des „Wachsens“ nicht zu warm ist, funktioniert das Ganze sehr gut und die zuvor gemalten Muster bleiben im Farbbad weiß. Es ist schon ein bisschen schwierig, auf dem weißen Ei die weißen Wachsstriche zu sehen, sodass die Muster etwas kritzelig werden, aber es macht einen schönen Effekt. Wir haben übrigens mit einer Christbaumkerze „gemalt“.


Die Osterlammform haben wir nach dem Abendbrot mit rüber genommen um den letzten Rest Sojamilch zu Zitronenlamm zu verarbeiten.
Und morgen ist dann endlich Ostern.

Sturmerprobt

Als ich heute früh aus dem Fenster schaute, dachte ich mir „Na gut, das regnet jetzt ein bisschen, da musste halt durch.“ Als ich dann vor der Haustür stand, dachte ich mir „Uahh, das ist ja ordentlich Regen. Bis du auf Arbeit bist, biste durch.“ Als ich erkannte, dass der Wind letzte Nacht meine Fahrradsatteltrockenhalteplastiktüte weggeweht hatte, fluchte ich. Als ich an der ersten Straßenecke war, war ich schon völlig durchnässt und der Regen kam mehr von der Seite als von vorne. Als ich an der Kirche vorbei fuhr, dachte ich „Was für ein Sturm! Vielleicht hätte ich das Schlimmste zu Hause abwarten sollen.“ Als der Wind mir einen kleinen Ast vors Rad wehte, dachte ich „Hm, habe ich eine Unwetterwarnung verpasst?“ Als am Haus neben mir eine Sturmböe einen Dachziegel zu Boden beförderte, dachte ich „Du solltest wirklich nicht draußen sein!“ Als ich an der Ampel hielt und sah, wie der Regen die Bundesstraße quasi waagerecht hinaufpeitschte, kamen mir Zweifel, ob ich fahrend die andere Seite erreichen würde oder nicht aus Stabilitätsgründen lieber schieben sollte. Als ich am Supermarktparkplatz vorbeifuhr, sah ich einen Handwerker zum Auto rennen. Als ich an der zweiten Ampel hielt, kam der Regen von hinten rechts. Als ich an den Bushaltestellen am Klinikum vorbeifuhr, schauten mich die wartenden Menschen unter den Schutzhäuschen mitleidig an. Als ich mein Rad anschloss, tropfte es von meinem Helm, meiner Jacke, meiner Hose. Heile angekommen. Und mal wieder sehr froh einen Fahrradhelm zu tragen.

Übrigens: Meine Hose war heute Nachmittag gegen drei dann wieder komplett trocken. Meine Schuhe wurden es den ganzen Tag nicht.